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50 Jahre computergestützte Wettervorhersage

08.03.2000 - (idw) GeoForschungsZentrum Potsdam

Symposium 50 Jahre computergestützte Wettervorhersage

Fachtagung auf dem Potsdamer Telegrafenberg / Erster Veranstaltung der Europäischen Meteorologischen Gesellschaften EMS

Vor 50 Jahren begann die Entwicklung der computergestützten Wettervorhersage. Aus diesem Anlass treffen sich rund 150 Meteorologen am 09./10. März im GeoForschungsZentrum Potsdam zu einem internationalen Fach-Symposium. Die stürmische Entwicklung der Wettervorhersage aus dem Rechner ist das Thema zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge und Diskussionen. Die Teilnehmer zählen zu den Spitzenwissenschaftlern ihrer Zunft.
Kaum jemand denkt beim täglichen Wetterbricht nach den Nachrichten an komplizierte Mathematik und Hochleistungscomputer. Doch ohne solide Kenntnis der Physik der Atmosphäre und ohne Computer gäbe es keine derartige Genauigkeit der Prognose. "Die Wettervorhersage ist viel besser als ihr Ruf," betont Werner Wehry, Präsident der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft und Orga-nisator der Tagung. "85 % Trefferquote über 24 Stunden haben wir derzeit erreicht. Im Regelfall ist die Vorhersage richtig. Was jedoch im Gedächtnis bleibt, sind die wenigen Fehlprognosen."
Diese hohe Trefferquote liegt daran, dass sich unser Wissen über die Physik der Atmosphäre in den letzten Jahren ebenso rasant entwickelt hat wie die Computertechnologie. Wer hätte 1950 gedacht, dass mit der Publikation eines Artikels mit dem für Nichtfachleute kryptischen Titel "Numerical Integration of the Barotropic Vorticiy Equation" der Meteorologen Jule Charney und Ragnar Fjørtoft sowie der Mathematikerlegende John von Neumann eine neue Ära in der Meteorologie beginnen würde? Heute ist die Skepsis weggefegt, ob das hochkomplexe System Wetter überhaupt mathematisch lösbar ist. Bereits 1904 hatte der Norweger Vilhelm Bjerknes 1904 dieses postuliert.
In der Folge entwickelten sich die heute benutzten Wetterprognosestrategien, die mit zunehmender Genauigkeit in Zeitskalen jenseits von 14 Tagen vorstoßen und ein Musterbeispiel für angewandte Wissenschaft sind. Prof. Wehry: "Die großen Fortschritte sind in den letzten Jahren insbesondere im Bereich der Mittelfristvorhersage, über mehr als 3 Tage hinaus, gemacht worden."
Das Fachsymposium am 9./ 10. März 2000 auf dem geschichtsträchtigen Telegrafenberg in Potsdam bringt sowohl die Pioniere und Zeitzeugen der ersten Stunde als auch herausragende Forscher zusammen, die dieses Gebiet weiterentwickeln.
"Dieses ist zugleich die erste Tagung des neu gegründeten Dachverbandes der Europäischen Meteorologischen Gesellschaften (EMS)," wie Prof. Wehry hervorhebt. Die Organisation findet durch das Sekretariat der DMG und der neugegründeten European Meteorological Society (EMS) in Berlin statt. Träger der Veranstaltung sind neben DMG und EMS das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin, das GeoForschungsZentrum Potsdam, der Deutsche Wetterdienst, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Außenstelle Potsdam.
Weitere Details erhalten Sie vom DMG/EMS-Sekretär: Arne Spekat, Institut für Meteorologie, Freie Universität Berlin, C.-H.-Becker-Weg 6-10, 12165 Berlin, Tel.: 030- 7970 8324, Fax: 030- 7919002,
E-Mail:dmg@bibo.met.fu-berlin.de,
URL: http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/50thnwp_e.html

Programm des EMS- Symposiums "50 Years of Numerical Weather Prediction"
09./10. 03, 2000 im GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), Telegrafenberg, 14473 Potsdam

Beginn: 09. 03. 2000, 09:00 Uhr: Begrüßung

Präsident der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, Prof. Werner Wehry
GeoforschungsZentrum Potsdam (GFZ), Prof. Jörg Negendank
Bürgermeister der Stadt Potsdam, Herr Jann Jakobs
Executive Director American Meteorological Society, Dr. Ronald McPherson
Präsident der European Meteorological Society, M. René Morin

· Thema 1: Regionale Modellierung mit quasi-geosptrophischen Modellen - historische Ent-wicklung der numerischen Wetterprognose. Die Vorträge werden von Norman Phillips (Mer-rimack, USA), Aksel Wiin-Nielsen (Kopenhagen, Dänemark) und Heinz Reiser (Heusenstamm) gehalten.

· Thema 2: Globale Modellierung mit primitiven Gleichungen - Übergang zu den heute ge-bräuchlichen Modellen. Vortragende: Guri Marchuk (Moskau, Rußland), Fedor Mesinger, NOAA (USA), Lennart Bengtsson (Hamburg) und T.N. Krishnamurti (Talahassee, USA)
· Thema 3: Die nächste Modellgeneration - Hochauflösende Modelle. Vortragende: Werner Wergen (Offenbach), Andrew Staniforth (Bracknell, U.K.) und Jean Francois Geleyn (Tou-louse, Frankreich)
· Thema 4: Anwendungen und Ausblick auf die Zukunft. Vortragende: Tim Palmer (Reading, U.K.), Arnd Eliassen Jr. (Oslo, Norwegen) und Mojib Latif (Hamburg)
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