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ESA-Projekt: TU Dresden startet in Rotterdam eine satellitengestützte Verkehrsbeobachtung

09.03.2000 - (idw) Technische Universität Dresden

Hannover Messe (20. bis 25. März 2000)

"Traffic Eye" funkt aktuelle Verkehrsnachrichten aus dem All

"Stau auf der A5 in Richtung Flughafen, da sich auf Höhe des Frankfurter Kreuzes vor zwei Minuten ein schwerer Unfall ereignet hat", meldet der Radiosprecher. Der Navigator im Autocockpit zeigt den Fahrern den stockenden Verkehrsfluss an und gibt Tipps, wie sich der aktuelle Stau umfahren lässt. Schnelle, präzise und zuverlässige Verkehrsnachrichten - gestützt auf direkte Satellitenkommunikation - werden Professor Klaus Janschek vom Institut für Automatisierungstechnik an der Technischen Universität Dresden und seine Arbeitsgruppe weltweit erstmals ab März im Großraum Rotterdam erheben. Den von der europäischen Weltraumbehörde "European Space Agency" (ESA) geförderten Pilotversuch der Dresdner Wissenschaftler und eines niederländischen Verkehrstelematikunternehmens stellt Professor Klaus Janschek von der TU Dresden auf der Hannover Messe vom 20. bis 25. März 2000 (Halle 18, 1. Obergeschoss, Stand J10) vor.

"Rund 30 Test-Fahrzeuge wie Taxen, Linienbusse und Paketzustelldienste werden für dieses internationale Projekt mit speziellen mobilen Satellitenübertragungseinrichtungen - den Terminals - ausgerüstet", erläutert Professor Klaus Janschek das Floating Car Data (FCD)-Verfahren. Etwa 100 dieser Terminals sind bereits heute europaweit auf LKWs installiert und somit als Technik vorhanden. Wo sich ein damit ausgestattetes Fahrzeug befindet, und wie schnell es sich bewegt, halten die Terminals fest. Die Daten aus den Stichproben im Verkehrsfluß werden über einen Satelliten an eine Verkehrsleitzentrale zur Ermittlung des großflächigen Verkehrszustandes herangezogen. Diese Informationen können dann über die Satellitenverbindung den Fahrzeugen wieder direkt als Verkehrsinformationsdienste zugeführt werden. So erscheinen die Daten später im Auto als markierte Straßenkarten auf einem kleinen Computerbildschirm. Ausgestattet mit aktuellen Verkehrsdaten ist der Navigationscomputer somit in der Lage, dem Fahrer Staus und zähflüssigen Verkehr zu ersparen, so dass sich immer für den Fahrer die Route mit der aktuell kürzesten Reisezeit ergibt. Weshalb müssen Daten über Satelliten gesammelt und weitergeleitet werden? "Bisher wurden solche FCD-Systeme in verschiedenen Pilotprojekten nur mit Datensammlung über das terrestrische Mobilfunknetz getestet, was für einen flächendeckenden Betrieb mit hunderttausenden Fahrzeugen einfach teuer ist", so Janschek.
"In dem aktuellen Projekt sollen die Möglichkeiten und Grenzen satellitengestützter Methoden getestet werden."
Zur Datensammlung wird ein existierender geostationärer Telekomunikations-Satellit (Italsat, in 36.000 Kilometer Flughöhe) herangezogen.

Dieses Pilotsystem erlaubt wichtige Rückschlüsse auf die prinzipielle technische Machbarkeit derartiger Konzepte. In einer Marktstudie, einem zweiten von der EU geförderten Projekt, untersuchen die Dresdner Wissenschaftler unter anderem, auf welchem Stand die Technik zurzeit ist, wie viel Geld Autofahrer für ein Navigationssystem auszugeben bereit sind oder wie viele Einzeldaten notwendig sind, um schnelle und exakte Verkehrsmeldungen zu erstellen. Janschek: "Schließlich ist das Beschaffen von Verkehrsdaten ein Kostenfaktor, weshalb alle Daten genutzt werden, die bereits vorhanden sind. Dies schließt künftig auch mit ein, Satellitenbilder mit hoher Auflösung und Radarbildern von Satelliten mit auszuwerten."

Die gegenwärtigen Bemühungen der Dresdner Forscher konzentrieren sich nunmehr auf die Akquisition von zusätzlichen Projektmitteln zur Demonstration aller Komponenten des TU Dresden-Konzeptes: Zugang zu zeitsynchroner Bildinformation über Bilder von ESA- Erdbeobachtungssatelliten und Test der Computerprogramme zur Datenfusion (FCD + Bild) mit den realen Daten aus dem Pilotprojekt. Mit diesen Vorleistungen sieht Professor Klaus Janschek gute Chancen, die benötigten optimierten Satellitentechnologien für den eigenen Universitätssatelliten "Traffic Eye" mit erheblich reduziertem Risiko und deutlicher Förderbereitschaft erfolgreich zu entwickeln.

Informationen: TU Dresden, Institut für Automatisierungstechnik, Professor Klaus Janschek,

Telefon (03 51) 4 63-40 25, Fax (03 51) 4 63-70 39,
e-mail: janschek@eatns1.et.tu-dresden.de, Dipl.-Ing. Michael Scharfe, Telefon (03 51) 4 63-21 34, e-mail: mscharfe@tfd.mw.tu-dresden.de
Internet: http://www.et.tu-dresden.de/ifa/ifa.htm
oder vom 20. bis 25. März 2000 auf der Hannover Messe, Halle 18, 1. OG, Stand J10, Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen", Telefon (05 11) 4 76-25, Fax (05 11) 4 76-32.

Dresden, März 2000
Birte Urban, Telefon (03 51) 4 63-69 09
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