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Preisvergabe am 17. März: Viele Schulen wetteiferten um Qualitätsentwicklung

10.03.2000 - (idw) Universität Dortmund

Mit der Verleihung von ansehnlichen Geldpreisen durch Schulministerin Gabriele Behler am 17. März 2000 findet der Wettbewerb um die Qualität schulischer Arbeit seinen feierlichen Abschluss. Der vom Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Universität Dortmund im Herbst 1999 ausgeschriebene Wettbewerb, der erste seiner Art in Deutschland, fand in den Schulen Nordrhein-Westfalens eine unerwartet starke Resonanz: Fast 400 Anfragen erreichten das IFS, und nicht weniger als 279 Beiträge zählte das Institut zum Einsendeschluss am 15. Dezember 1999.

Teilnahmeberechtigt waren neben Grundschulen und den vier weiterführenden Schulen auch Sonderschulen und Berufskollegs. Um der Verschiedenartigkeit der schulischen Bedingungen gerecht zu werden, wurde für jeden dieser sieben Bildungsgänge ein Preis in Höhe von 5.000.- DM ausgelobt, darüber hinaus ein Sonderpreis in Höhe von 10.000.- DM für die insgesamt überzeugendste Qualitätsarbeit.

Neben dem finanziellen Anreiz dürfte es auch die Einrichtung einer unabhängigen Jury zur Bewertung der besten Beiträge gewesen sein, die die hohe Teilnehmerzahl erklärt. So konnte das IFS für die Jury-Mitarbeit prominente und fachkundige Persönlichkeiten gewinnen: Renate Hendricks (Vorsitzende des Bundeselternrats), Walter Haas (DGB-Landesvorsitzender), der emeritierte Pädagogik-Professor Fritz Bohnsack (Essen), Gudrun Ramthun (Geschäftsführerin des Studienkreises Schule und Wirtschaft NRW), Cornelia Stern (Referatsleiterin bei der Bertelsmann-Stiftung), Helga Boldt (Schuldezernentin der Stadt Münster), Jochen Lumbeck (Verband Junger Unternehmer). Vorsitzender ist Prof. Rolff.

Die Arbeit der Jury erstreckte sich zunächst auf die Vorauswahl von insgesamt 33 Schulen aus allen sieben Schulformen. Dieser Arbeit war das eingehende Studium alle Beiträge durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IFS vorausgegangen. Im weiteren Verlauf fanden sich alle Jury-Mitglieder bereit, die Schulen aus der Vorauswahl zu besuchen und an Ort und Stelle die Übereinstimmung von Selbstbeschreibung und Schulwirklichkeit zu überprüfen. Dazu wurde ein arbeitsteiliges Verfahren gewählt: Jeweils ein Mitglied der Jury besuchte mit einem Wissenschaftler oder einer Wissenschaftlerin des IFS mindestens fünf Schulen, wobei um der Vergleichsmöglichkeit willen versucht wurde, jedem "Gespann" möglichst Schulen derselben Schulart zuzuordnen.

Überraschend und ausgesprochen erfreulich war nach Auffassung der Jury der Gesamteindruck, den sie nach den Schulvisiten gewonnen hat: Alle besuchten Schulen können für sich in Anspruch nehmen, im Sinne der Qualitätsentwicklung bemerkenswert gut Arbeit zu leisten - ganz im Gegensatz zu einem verbreiteten Negativklischee von Schule. Es war für die Besucher beeindruckend, wie stark der Gedanke der Qualitätsentwicklung in diesen Schulen Platz gegriffen hat, wie professionell die Entwicklung zu mehr Qualität umgesetzt wurde, wie phantasievoll die Übertragung des Qualitätsgedankens in schulisches Handeln erfolgte - und wie spürbar der Stolz auf das bislang Erreichte ist.
Die Schulbesuche wurden Anfang März 2000 abgeschlossen, danach entscheidet die Jury über die Auswahl der Preisträgerschulen.

Hintergrund des Wettbewerbs ist die Tatsache, dass die Frage nach der Qualität schulischer Arbeit in den letzten Jahren einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren hat, nicht zuletzt durch Befunde aus nationalen und internationalen Leistungsvergleichen. Was aber Qualität von Schule im Einzelnen ausmacht, ist administrativ schwer bestimmbar und so gut wie gar nicht festzulegen. Auch deshalb war es für das IFS, das sich seit mehreren Jahren theoretisch und praktisch mit Fragen der Entwicklung von Schulqualität befasst hat, von hohem Interesse, erste Ansätze praktischer Qualitätsentwicklung in Schulen kennenzulernen.

Hierzu als methodischen Zugang einen Wettbewerb zu wählen, dürfte in der empirischen Schulforschung eher ungewöhnlich sein. Dennoch wurde dieses Verfahren als aussichtsreich erachtet, um eine größere Zahl von Schulen zu motivieren, über ihre Erfahrungen mit Qualitätsentwicklung Auskunft zu geben - zu Recht, wie Teilnehmerzahl und Wettbewerbsbeiträge zeigen.

Die Idee, einen Wettbewerb auszuschreiben, stammt von IFS-Leiter Prof. Dr. Hans-Günter Rolff. Mit dem nordrhein-westfälischen Schulministerium fand sich der passende Geldgeber für die Durchführung eines solchen Wettbewerbs. Gleichzeitig erklärten sich Sponsoren aus der Wirtschaft bereit, ansehnliche Preisgelder für die besten Schulen zu stiften. Den Sonderpreis von DM 10.000,- stiftet die Dortmunder VEW.

Entsprechend den Zielsetzungen des Wettbewerbs wird das IFS im Herbst 2000 die Wettbewerbsbeiträge der Preisträgerschulen dokumentieren. Darüber hinaus sollen in dieser im IFS-Verlag erscheinenden Publikation weitere Beispiele hervorragender Qualitätsarbeit in Schulen veröffentlicht werden. Damit eröffnet das IFS Schulen und allen, die an der Qualität schulischer Arbeit interessiert sind, die Möglichkeit, Anregungen für die Entwicklung von Einzelschulen zu finden und in eine Diskussion über die Praxis der Qualität schulischer Arbeit einzutreten.

Preisverleihung

an die Sieger im Wettbewerb "Qualität schulischer Arbeit":
17. März 2000 von 15.00 bis 17.00 Uhr Görres-Gymnasium Königsallee 57 in 40212 Düsseldorf.


Nähere Information:
Institut für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund, Vogelpothsweg 78, 44221 Dortmund
Prof. Dr. Hans-Günter Rolff, Ruf 0231-755 5500
Mail: rolff@ifs.uni-dortmund.de
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