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Hohe Wirksamkeit bei weniger Nebenwirkungen

13.03.2000 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

Deutsche Krebshilfe fördert Kölner Studien bei Morbus Hodgkin

Köln - Die bösartige Lymphknotenerkrankung Morbus Hodgkin ist eine derjenigen Krebsformen, bei der die Forschung in den letzten Jahren große Erfolge errungen hat: Durch die Kombination verschiedener Therapieformen konnte die Heilungsrate deutlich erhöht werden. Maßgeblich daran beteiligt ist die Deutsche Hodgkin-Lymphom-Studiengruppe unter der Leitung von Professor Dr. Volker Diehl von der Universitätsklinik zu Köln. Die Forscher arbeiten weiter daran, die Therapie zu verbessern - mittlerweile in der vierten Studiengeneration. Jetzt sollen den Patienten akute und Langzeitnebenwirkungen erspart werden. Die Deutsche Krebshilfe unterstützte die bisherigen Forschungen mit knapp vier Millionen Mark und stellte nun weitere 3,6 Millionen Mark für die Weiterführung der Studie bereit.

Horst S. ist 40 Jahre alt und litt unter Morbus Hodgkin im fortgeschrittenen Stadium. Bei ihm waren die Lymphknoten im Bereich des Halses, der Schulter und des Brustraums von der bösartigen Krankheit befallen, außerdem auch seine Leber und Milz. In früheren Jahren hätte er eine Heilungschance von etwa 60 Prozent gehabt, doch dank der neuen Therapieverfahren sind seine Aussichten heute deutlich besser. Er wurde in der Kölner Universitätsklinik bei Professor Diehl behandelt und erhielt acht Chemotherapie-Zyklen nach dem sogenannten eskalierten BEACOPP-Schema sowie eine Bestrahlung. Drei Jahre nach der Therapie ist er heute beschwerdefrei, und es sind keine Krebszellen mehr nachweisbar.

Horst S. war einer der über 2800 Patienten, die im Rahmen der dritten Studiengeneration behandelt wurden. Die Auswertung dieser Studie hat gezeigt, dass die Heilungschance durch BEACOPP auf 90 Prozent erhöht werden kann. Nun wollen die Forscher die Nebenwirkungen der Therapie reduzieren. Patienten in fortgeschritteneren Krankheitsstadien werden in der neuen Studiengeneration HD10-12 seltener bestrahlt und erhalten eine niedriger dosierte Chemotherapie. In drei Jahren wollen die Ärzte beweisen, dass die weniger belastende Therapie genauso gut wirksam ist wie die vorher geprüften Behandlungsformen.

Dabei liegt das Hauptaugenmerk darauf, die Rate an Zweittumoren (beispielsweise eine durch die Chemotherapie ausgelöste Leukämie) zu senken und die Fruchtbarkeit der Patienten zu erhalten. Auch die Häufigkeit von Nebenwirkungen an Herz und Lunge soll verringert werden. Ziel der Studie ist es, die optimale Anzahl an Chemotherapie-Zyklen und die ausreichende Bestrahlungsdosis herauszufinden.


Info-Kasten: Morbus Hodgkin

Die Diagnose Morbus Hodgkin trifft jährlich etwa 2.200 Menschen in Deutschland, besonders häufig junge Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren. Die Forscher gehen von einem möglichen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber) und dem Hodgkin-Lymphom aus. In ihrer Reihe "Die blauen Ratgeber" hat die Deutsche Krebshilfe eine Broschüre zum Thema Morbus Hodgkin herausgegeben. Allgemeinverständlich werden Möglichkeiten der Früherkennung beschrieben, und es wird erläutert, wie ein Tumor des lymphatischen Systems diagnostiziert und behandelt werden kann. Die Broschüre kann im Internet unter www.krebshilfe.de im Volltext abgerufen werden.

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