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Das Jahrzehnt des menschlichen Gehirns

15.03.2000 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Großer Auftaktkongreß startet am 6. April

Das Wissenschaftsfestival der Region Bonn nähert sich einem Highlight der besonderen Art: Die Erfolge der modernen Hirnforschung werden von Donnerstag, dem 6. April bis Samstag, dem 8. April 2000 während des Auftaktkongresses zur "Dekade des menschlichen Gehirns" im Gästehaus Petersberg (Königswinter bei Bonn) vorgestellt. Die "crème de la crème" der deutschen Hirnforscher gibt einen Überblick von den neuesten Erkenntnissen der Grundlagenforschung bis hin zu aktuellen konkreten klinischen Fragen. Ziel des Kongresses ist es, die Aufgaben der Hirnforschung im Hinblick auf Wissenschaft und Gesellschaft für die kommenden Jahre klar herauszuarbeiten. Die Initiatoren - eine Gruppe renommierter deutscher Neurowissenschaftler, darunter der Nobelpreisträger Bert Sakmann - knüpfen mit der Idee eines "Jahrzehnts des menschlichen Gehirns" in Deutschland an die äußerst erfolgreiche Decade of the Brain in den USA an. Das wichtigste Ziel ist die Gründung einer privat finanzierten Stiftung, die in Zukunft eine großzügige Förderung von Projekten im Bereich der Hirnforschung am Menschen ermöglichen soll. Die Presse ist herzlich eingeladen, am Kongreß teilzunehmen (selbstverständlich kostenfrei). Interview-Wünsche mit Referenten und Initiatoren koordiniert das Tagungsbüro vor Ort.

Für die Krankenversorgung entstehen in Deutschland jährliche Kosten von 400 Milliarden DM. Davon werden über 200 Milliarden DM für hirnbezogene Erkrankungen ausgegeben - Tendenz steigend. In einer Gesellschaft, die immer älter wird, ist die Zunahme an Depressionserkrankungen, Demenzen (z.B. Alzheimersche Krankheit), Bewegungsstörungen, Schlaganfällen oder chronischen Schmerzen vorprogrammiert. Weltweit suchen Wissenschaftler daher mit Hochdruck nach neuen Wegen in der Diagnose und Therapie. In den USA stehen beispielsweise dem National Institute of Health allein für die Erforschung von Hirnerkrankungen jährlich 3 Milliarden US-$ zur Verfügung. In den kommenden fünf Jahren ist eine Verdopplung dieses Etats geplant. Japanischen Forschern stehen in dem neu gegründeten Hirnforschungsinstitut RIKEN bei Tokio jährlich 94 Millionen US-$ zur Verfügung.

Der Kongreß wird alle spannenden Fragen der modernen Gehirnforschung aufgreifen, z.B. Intelligenz, Gedächtnis, Parkinson, Multiple Sklerose, Hirntumoren, Depression, Schizophrenie, Epilepsie und Stammzell-Implantation. Auch ethische Aspekte der Hirnforschung werden ein wichtiges Thema sein.


Anmeldung - Stichwort "Journalist" bei: Andrea Grugel, Claudia Krieger: Tel.: (0228) 73 97 47 oder (0228) 73 97 79, Fax: (0228) 73 96 91 oder (0228) 73 79 32, e-mail: wissenschaftsfestival@uni-bonn.de

Fachinformationen bei: Christian Hoppe, Universitätsklinik für Epileptologie: Tel:(0228) 287 61 72, Fax: (0228) 287 6294, e-mail: christian.hoppe@meb.uni-bonn.de
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