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"Bochumer Altlasten-Seminar" an der RUB

15.03.2000 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Flächenrecycling und Grundwassersanierung könnten bald teilweise überflüssig werden: Die Natur ist imstande, eine Vielzahl der liegen gelassenen Altlasten aus eigener Kraft abzubauen. Über die natürliche Altlastenentsorgung und andere aktuelle technische, wirtschaftliche und rechtliche Entwicklungen beim Flächenrecycling und der Grundwassersanierung berichten Fachleute auf dem 16. Bochumer Altlasten-Seminar (24. Mai 2000, 8-17 Uhr, Audi max der RUB)

Bochum, 15.03.2000
Nr. 64

Selbstheilungskräfte von Mutter Natur helfen bei Altlasten
Neue Techniken der Grundwassersanierung
"Bochumer Altlasten-Seminar" an der RUB


Flächenrecycling und Grundwassersanierung könnten bald teilweise überflüssig werden: Die Natur ist imstande, eine Vielzahl der liegen gelassenen Altlasten aus eigener Kraft abzubauen. Über die natürliche Altlastenentsorgung und andere aktuelle technische, wirtschaftliche und rechtliche Entwicklungen beim Flächenrecycling und der Grundwassersanierung berichten Fachleute auf dem 16. Bochumer Altlasten-Seminar (24. Mai 2000, 8-17 Uhr, Audi max der RUB). In mehreren Diskussionsrunden können die Zuhörer sich zu Wort melden. In einer begleitenden Ausstellung präsentieren Firmen moderne Exponate zum Umweltschutz.

Praktische Erfahrungen mit neuen Techniken

Beobachten und Vertrauen ("Enhanced Bioattenua-tion") auf die Selbstheilungskräfte der Natur wird zur Methode, nur dass standardisierte Beobachtungsformen noch fehlen. Darüber diskutieren Wissenschaftler mit Praktikern, ebenso über erste Erfahrungen mit der "Funnel & Gate"-Methode, die vor allem in den USA und Kanada bereits zum Standard gehört. Dabei werden die Grundwassermengen im Erdinnern wie durch einen Trichter in eine Fließrichtung gezwungen. Das Wasser kommt am Ende des "Trichters" durch einen Reaktor, der dieses reinigt. So ist es möglich, sehr kostengünstig z.B. chlorierte Kohlenwasserstoffe zu entfernen.

Auch der Boden hat Rechte

In dem neuen Bundesbodenschutzgesetz und der neuen Bundesbodenschutzver-ordnung wird erstmals bundeseinheitlich genau geregelt, wann Altlasten tatsächlich als gefährlich für den Boden einzutufen sind. Darüber hinaus wird der Boden erstmalig als ein zu schützendes Gut angesehen. Über diese neue Gesetzeslage informieren Juristen und Behördenvertreter zu Beginn der Tagung und geben einen Ausblick über die zukünftige Entwicklung beider Regelwerke.

Schäden oft in Millionenhöhe

Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Themenkomplex "Finanzierung und Vermarktung". Beim Kauf von Altstandorten kann man nie sicher sein, ob Altlasten vorhanden sind. Um bei solchen Käufen nicht allein mit dem Risiko dazustehen, gibt es vertragliche Regelungen. So bleibt der Käufer im Falle einer Altlast nicht allein auf den Verlusten sitzen, die oft in die Millionen gehen können. Diskutiert werden daher Formen von Sanierungsverträgen, die Vertragsgestaltung beim Kauf und Verkauf von Altstandorten sowie Finanzierungs- und Vermarktungsmodelle.

Weitere Informationen

Dr. Volker Nitschke, rubitec, Gesellschaft für Innovation und Technologie der Ruhr-Universität Bochum mbH, Universitätsstr. 150, 44801 Bochum, Tel.: 0234/32-11966, http://www.ruhr-uni-bochum.de/ts-ubt/altlast00.html

Programm

8:00 Uhr, Eröffnung der Ausstellung und Anmeldung

Begrüßung

9:00Uhr, Eröffnung des Seminars durch Prof. Dr. Hans Ludwig Jessberger, Jessberger +Partner GmbH, Bochum

9:15 Uhr, Begrüßung durch Prof. Dr. Manfred Bormann, Altrektor der Ruhr-Universität Bochum

BBodSchG und BBodSchV in der Praxis

9:30 Uhr, Neue Regelungen für die Untersuchungs- und Gutachtertätigkeit - Ansatzpunkte für ländereinheitliche Regelungen, Wolf-Dieter Bertges, Landesumweltamt NRW

9:50 Uhr, Kommentierung des Bundesbodenschutzgesetzes und der Bundesbodenschutz-verordnung aus juristischer Sicht unter besonderer Berücksichtigung der Schnittstelle Bodenrecht - Wasserrecht, Dr. Wolf-Dieter Sondermann, Nikolaus Steiner, Anwaltskanzlei Dr. Sondermann & Steiner

10:10 Uhr, Vertragliche Regelungen zur Handhabung der Risiken beim Kauf von Grundstücken auf Altstandorten, Dr. Roman Brauner, Aulinger & Spieker, Rechtsanwälte und Notare


Finanzierung und Vermarktung

11:00 Uhr, Kostensenkung durch Übernahme und Vermarktung zu sanierender Grundstücke, Dieter Bohlen, Hessische Industriemüll GmbH, Bereich Altlastensanierung

11:20 Uhr, Finanzierungsmodelle für das Flächenrecycling aus Sicht der Investoren und Projektentwickler, Ralph Ishorst, WestGkA, Westdeutsche Immobilien Bank Gruppe

11:40 Uhr, Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen der Umnutzung eines Altstandortes, Burkhard Sibbe, Hattinger Wohnstätten Genossenschaft

12:00 Uhr, Diskussion


Flächenrecycling und Bodenmanagement

14:00 Uhr, Flächenrecycling eines ehemaligen Chemiestandortes zum Gewerbepark Hibernia, Iris Bavay, ahu

14:20 Uhr, Wiedernutzbarmachung des ehemaligen Schafteichgeländes in Glauchau - Konzept, Sanierung und Ergebnisse, Karl-Otto Stetter, Oberbürgermeister der Stadt Glauchau, Manfred Kaudelka, LOGPLAN, Glauchau

14:40 Uhr, Anforderungen an das Bodenmanagement im Rahmen des Flächenrecyclings - Regelungen der BBodSchV zur Herstellung durchwurzelbarer Bodenschichten, Dr. Wilhelm König, Landesumweltamt NRW

Grundwassersanierung

15:00 Uhr, Enhanced Bioattenuation - Anwendung natürlicher Prozesse zur Sanierung karbochemisch Anlagen, Prof. Dr. Ulrich Stottmeister, Erika Weißbrodt, UFZ Halle

15:45 Uhr, Die Sickerwasserprognose - Anforderungen und Ziele des BMBF - Forschungsvorhabens, Dr. Reiner Rudek (Forschungszentrum Karlsruhe, Abt. PtWT), Prof. Dr. Siegfried H. Eberle (Heinrich-Sontheimer-Labor am Technologiezentrum Wasser Karlsruhe)

16:05 Uhr, F+E Funnel & Gate - Test eines neuen Reaktortyps für die Mischkontamination einer ehemaligen Teerfabrik, Dr. Johannes Weiß (AICON AG, Mühltal)

16:25 Uhr, Diskussion

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