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22. März 2000: Tag des Wassers - weltweit

15.03.2000 - (idw) Brandenburgische Technische Universität Cottbus

Kolloquium an der Universität Cottbus zum "Tag des Wassers 2000"

Presseinformation
32/00
15. März 2000

22. März 2000: Tag des Wassers - weltweit
Kolloquium an der Universität Cottbus zum "Tag des Wassers 2000"
Prof. Uwe Grünewald: "Weltweit muss mehr für den übernationalen Schutz der knappen Naturressource Wasser getan werden"

Kurz-Version

Am 22. März ist wie in jedem Jahr der von den Vereinten Nationen ins Leben geru-fene "Tag des Wassers". In diesem Jahr steht er unter dem Motto "Wasser für das 21. Jahrhundert". Weltweit wird das Wasser eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der weiter wachsenden Weltbevölkerung spielen. Neben der Versorgung mit hygie-nisch unbedenklichem Trinkwasser steht das Problem der Entsorgung der Abwässer sowie der Schutz vor schädigenden Auswirkungen durch das Wasser während Hoch- und Niedrigwasserperioden.
Auch die immer stärkere Konzentration von Menschen in sogenannten Megacities mit vielen Millionen Menschen lassen die Experten zu besorgniserregenden Progno-sen kommen. So wird für das Jahr 2025 erwartet, dass ein Drittel aller Menschen weltweit unter akutem Wassermangel leiden wird. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die bereits begonnenen Verteilungskämpfe um das Wasser im 21. Jahrhundert ex-trem verstärkt werden. Aber auch in den scheinbar wasserreichen Ländern Europas ist zu erwarten, dass sich Wasserkonflikte verstärken werden. Prof. Uwe Grünewald, Lehrstuhl Hydrologie und Wasserwirtschaft an der BTU Cottbus, sagt hierzu: "Was-ser für das 21. Jahrhundert bedeutet vor allem, dass wir zu einem "übernationalen" Umgang beim Schutz und bei der Nutzung dieser wertvollen Naturressource kom-men müssen. Man denke beispielsweise nur an die Vergiftung des Flusses Theiß in Rumänien mit Cyanid, weil offensichtlich beim dortigen Goldbergbau dieses Gift zum Auswaschen eingesetzt werden darf. Die Theiß mündet in die Donau und die Giftka-tastrophe macht vor nationalen Grenzen nicht Halt."
Am "Tag des Wassers" veranstaltet der Lehrstuhl von Prof. Grünewald ein zweitägi-ges wissenschaftliches Kolloquium zum Thema "Wasserbewirtschaftung - einzugs-gebietsbezogen und integrativ - " an der BTU Cottbus. Rund 300 Fachleute vor allem aus Deutschland, aber auch aus dem benachbarten Österreich, Frankreich, der Schweiz und Polen, nehmen an dieser Veranstaltung teil. Das Kolloquium soll die Gelegenheit geben, bereits gewonnene Erfahrungen und Ergebnisse bei der ein-zugsgebietsbezogenen und integrativen Wasserbewirtschaftung darzustellen, Ent-wicklungsdefizite aufzuzeigen und Lösungsansätze zu diskutieren. Neben speziellen Problemen der Grund- und Oberflächenwasserbewirtschaftung, der Hochwasservor-hersage und des Gewässerschutzes wird über Fallbeispiele, wie z.B. aus dem Ruhr- und Wupperverband, der Emschergenossenschaft sowie aus dem Wahnbachtal-sperrenverband und dem Oderbruch berichtet. Zur Diskussion gestellt werden Er-gebnisse der verknüpften Bewirtschaftung von Grund- und Oberflächenwasser sowie von Wassermenge und -beschaffenheit in der stark durch den Braunkohlebergbau gestörten Region der Lausitz. Dabei zeigt sich immer stärker, dass die sich noch ü-ber Jahrzehnte entwickelnden Auswirkungen auf die Spree, den Spreewald und die Wasserversorgung der Unterlieger - wie Berlin und die Havel - nur über eine weitere verbesserte Zusammenarbeit der Bundesländer Sachsen, Brandenburg und Berlin zu bewältigen sind.

Lang-Version

"Wasser für das 21. Jahrhundert" - unter dieses Motto haben die Vereinten Nationen den diesjährigen "Tag des Wassers" - wie in jedem Jahr der 22. März - gestellt. Weltweit wird eingeschätzt, dass Wasser eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der weiter wachsenden Weltbevölkerung spielen wird. Neben der Versorgung mit hygie-nisch unbedenklichem Trinkwasser steht das Problem der Entsorgung der Abwässer sowie der Schutz vor schädigenden Auswirkungen durch das Wasser während Hoch- und Niedrigwasserperioden. Auch die immer stärkere Konzentration von Men-schen in sogenannten Megacities mit vielen Millionen Menschen (z.B. Mexiko Stadt und Sao Paulo, die inzwischen bereits die 20-Millionen-Einwohner-Grenze erreicht haben sollen) auf engem Raum lassen die Experten zu besorgniserregenden Prog-nosen kommen.
So wird für das Jahr 2025 erwartet, dass ein Drittel aller Menschen weltweit unter akutem Wassermangel leiden wird. Es zeichnet sich ab, dass die bereits begonne-nen Verteilungskämpfe um das Wasser (z.B. im Jordanbecken und im Einzugsgebiet von Euphrat und Tigris im Nahen Osten) in den verschiedenen Regionen der Welt im 21. Jahrhundert extrem verstärkt werden.
Aber auch in den (scheinbar wasser-)reichen Ländern Europas ist zu erwarten, dass sich Wasserkonflikte verstärken werden. "Wasser für das 21. Jahrhundert" bedeutet hier vor allem ein "übernationaler" Umgang beim Schutz und bei der Nutzung dieser wertvollen Naturressource. Innerhalb der Europäischen Union wird gegenwärtig ins-besondere im Zusammenhang mit den sich abzeichnenden einschneidenden Ent-wicklungen durch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie und den Anforderungen einer grenzüberschreitenden Wasserbewirtschaftung hart gerungen. Die jüngsten Cyanid-Schadstoffwellen und deren katastrophale ökologische Folgen in der Donau und insbesondere der Theiß und ihren Nebenflüssen sind nur ein aktueller Ausdruck für dringenden Handlungsbedarf. Die Sandoz-Katastrophe im Jahre 1986 am Rhein - verursacht durch einen Brand und Chemieunfall in der Schweiz - dürfte noch in Erin-nerung sein. Letztlich war die Minderung von Hochwasserschäden z.B. an Rhein und Oder nur durch internationales Handeln möglich. Aber auch der dringend notwendige Schutz der Feuchtgebiete mit ihren bedeutsamen Wasserregulierungsfunktionen und Artenvielfalt bedarf größerer internationaler Aufmerksamkeit.
Die Vereinten Nationen haben daher alle Organisationen, die wasserwirtschaftliche Aufgaben erfüllen oder zum Schutz der Gewässer beitragen können, aufgefordert, durch Aktionen und Veranstaltungen den besonderen Wert des Wassers herauszu-stellen, um die Öffentlichkeit auf die Brisanz des Themas aufmerksam zu machen.
Ganz in diesem Sinne findet an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus ein zweitägiges wissenschaftliches Kolloquium unter Leitung von Prof. Uwe Grünewald zum Thema "Wasserbewirtschaftung - einzugsgebietsbezogen und inte-grativ - " statt. Rund 300 Fachleute vor allem aus Deutschland, aber auch aus dem benachbarten Österreich, Frankreich, der Schweiz und Polen, nehmen an dieser Veranstaltung teil. Das Kolloquium soll die Gelegenheit geben, bereits gewonnene Erfahrungen und Ergebnisse bei der einzugsgebietsbezogenen und integrativen Wasserbewirtschaftung darzustellen, Entwicklungsdefizite aufzuzeigen und Lö-sungsansätze zu diskutieren. Neben speziellen Problemen der Grund- und Oberflä-chenwasserbewirtschaftung, der Hochwasservorhersage und des Gewässerschutzes wird über Fallbeispiele, z.B. aus dem Ruhr- und Wupperverband, der Emscherge-nossenschaft sowie aus dem Wahnbachtalsperrenverband und dem Oderbruch be-richtet. Zur Diskussion gestellt werden Ergebnisse der verknüpften Bewirtschaftung von Grund- und Oberflächenwasser sowie von Wassermenge und -beschaffenheit in der stark durch den Braunkohlebergbau gestörten Region der Lausitz. Dabei zeigt sich immer stärker, dass die sich noch über Jahrzehnte entwickelnden Auswirkungen auf die Spree, den Spreewald und die Wasserversorgung der Unterlieger - wie Berlin und die Havel - nur über eine weitere verbesserte Zusammenarbeit der Bundeslän-der Sachsen, Brandenburg und Berlin zu bewältigen sind.
Prof. Grünewald ist Vorsitzender des Hauptausschusses "Hydrologie und Wasser-bewirtschaftung" der zum 1. Januar 2000 fusionierten "Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall i.G." (ATV-DVWK). Die ATV-DVWK ist mit rund 16.000 Mitgliedern der europaweit stärkste Verein seiner Art. Er ist bestrebt, die notwendige interdisziplinäre Arbeit auf dem Gebiet des Wassers weiter zu vertiefen und hat daher die BTU-Lehrstühle "Gewässerschutz" (Prof. Brigitte Nixdorf) und "Umweltgeologie" (Prof. Hans-Jürgen Voigt) als Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Limnologie e.V. sowie der Fachsektion Hydrogeologie der Deutschen Geologi-schen Gesellschaft e.V. direkt in die Durchführung der Veranstaltung einbezogen.

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