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Fingerabdruck als "Sesam öffne dich!"

16.03.2000 - (idw) Fachhochschule Gießen-Friedberg

Ein Forschungsteam der FH Gießen-Friedberg arbeitet - gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie - an einem groß angelegten Projekt zur Ermittlung des Einsatzspektrums und der Akzeptanz biometrischer Identifikationsverfahren.

Können Geheimnummern oder Passwörter - alles was als Zugangskontrolle oder Personennachweis dient - durch biometrische Verfahren ersetzt werden? Die Menschen unterscheiden sich in vielen biometrischen Merkmalen, z.B. durch das Fingerbild, die Iris, das Schreibverhalten oder die Stimme. Kann Verbrauchern auf diese Weise künftig mehr Sicherheit und Komfort garantiert werden? "Schöne neue Welt" dank Biometrik? Geld abheben ohne Geheimnummer, Zugang zum Computer ohne Passwort, das Öffnen einer Autotür mittels Fingerbild?

An der Fachhochschule in Friedberg werden in einer mehrjährigen wissenschaftlichen Studie verschiedene biometrische Identifikationsverfahren auf ihre Tauglichkeit und Benutzerakzeptanz untersucht. Dabei handelt es sich um das derzeit größte Forschungsprojekt der FH Gießen-Friedberg. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt dieses Vorhaben mit rund 1,6 Millionen DM.

Das BioTrusT-Projekt wurde von einer Arbeitsgruppe des TeleTrusT Vereins initiiert, der die Förderung der Vertrauenswürdigkeit von Informations- und Kommunikationstechniken zum Ziel hat. Die wissenschaftliche Begleitforschung wird von der FH Gießen-Friedberg geleistet. In einem dreijährigen interdisziplinären Projekt werden biometrische Identifikationsverfahren unter technischer und sozioökonomischer Perspektive untersucht. Die Fragen des Verbraucherschutzes und datenschutzrechtlichen Kriterien, die eine wichtige Rolle einnehmen, werden über die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände und den Landesdatenschutz in die Gemeinschaftsarbeit integriert.

An der FH wird das Forschungsprojekt von den Professoren Dr. Michael Behrens (Fachbereich Elektrotechnik II) und Dr. Richard Roth (Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen und Produktionstechnik) geleitet. Beide haben das Forschungskonzept entwickelt und für dessen Umsetzung ein Team zusammengestellt. Die Projektgruppe hat 1999 die Arbeit aufgenommen. Das Forschungsvorhaben und Resultate der ersten Phase wurden im Rahmen einer Präsentation auf der CeBIT 2000 in Hannover vorgestellt.

Am 16. März 2000 hat BioTrusT an der FH in Friedberg das Testcenter für Studierende "StargaTe" in Betrieb genommen. An dieser Testanlage können Studierende biometrische Systeme ausprobieren. Die Station StargaTe soll langfristig zur vergleichenden Analyse verschiedener biometrischer Verfahren dienen, wie etwa der Gesichtsidentifikation, Iris-Scan oder der Fingerbilderkennung. Den Studenten bietet sich damit die Gelegenheit, an einem groß angelegten Forschungsprojekt der FH Gießen-Friedberg teilzunehmen. Darüber hinaus erhalten sie die Möglichkeit, bei BioTrusT in den Bereichen Technik und Akzeptanzforschung mitzuarbeiten. Die Biometrik eröffnet darüber hinaus auch ein breites Themenspektrum für Diplomarbeiten.


Gießen, 16. März 2000
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