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Uni Jena präsentiert drei Exponate auf der Hannover-Messe

17.03.2000 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Fein bearbeiten, exakt positionieren und integriert denken, um früh Schäden zu erkennen

Jena (17.03.00) Mit drei Exponaten ist die Friedrich-Schiller-Universität Jena auf der diesjährigen Hannover-Messe, die am Montag (20. März) beginnt, präsent. Auf dem Stand des Forschungslandes Thüringen (Halle 18, P 15, 1. OG), den wie immer das Büro für Forschungstransfer der Jenaer Universität koordiniert, werden bis zum 25. März die "Feinbearbeitung mit CO2-Laserimpulsen", ein "SQUID-basiertes Positionsmesssystem mit extremer Auflösung für Gravitationsexperimente im Weltraum" sowie "Innovation durch Integration: Interdisziplinäre Forschung im TheorieLabor der Universität Jena" vorgestellt.

Mit kommerziellen, kostengünstigen CO2-Lasern kann Material bisher nur schlecht in winzigen Strukturen bearbeitet werden. Um eine präzise Bearbeitung zu ermöglichen, kombinierten Mitarbeiter des Technischen Instituts der Universität einen CO2-Laser hoher Strahlqualität mit einem Interferenz-Laserstrahlungsmodulator in einer speziellen Doppeltransmissions-Anordnung. Im Ergebnis sind beispielsweise Mikrobohrungen oder Tiefenstrukturierungen in unterschiedlichsten Materialien mit einer absoluten Präzision möglich.

Durch die Nutzung supraleitender Wirkprinzipien und durch die Anwendung von Verfahren, die auf supraleitenden Quanteninterferenz-Detektoren (SQUIDs) beruhen, können heute superpräzise Messgeräte entwickelt und aufgebaut werden, wie die Arbeitsgruppe Tieftemperaturphysik vom Uni-Institut für Festkörperphysik vorstellen wird. Die hohe Empfindlichkeit der SQUIDs, die von den Jenaer Physikern entwickelt und hergestellt wurden, ermöglicht insbesondere die Produktion von Positionsdetektoren, die es gestatten, die relativen Verschiebungen zweier unterschiedlicher, frei fallender Materialkörper absolut exakt zu bestimmen. Experimente, die derzeit zur Optimierung des Systems im Bremer Fallturm stattfinden, sollen dabei helfen, ein Positionsmesssystem zu verbessern, das im Jahr 2004 während einer Weltraummission eingesetzt werden soll. Ziel ist es, die Gültigkeit des Einsteinschen Äquivalenzprinzips zu überprüfen.

Im TheorieLabor der Jenaer Universität - am Ernst-Haeckel-Haus angesiedelt - ist eine Forschungsstelle für Strukturdynamik und Systemevolution entstanden, die Grundlagenforschung mit industrieller Anwendung verzahnt. Ein Beispiel dafür ist der auf der Hannover-Messe präsentierte Prototyp eines neuartigen EEG-Gerätes, das zur Früherkennung entwicklungsgeschädigter Säuglinge dient. Mit dieser zum Patent angemeldeten Innovation soll zudem dem Kinderarzt ein Diagnose-Hilfsmittel im Kampf gegen den plötzlichen Kindstod zur Verfügung gestellt werden.
Außerdem stellt das TheorieLabor ein neues Verfahren zur Früherkennung der Alzheimer-Krankheit vor, das neuartige, im Haeckel-Haus entwickelte Neuronale Netzwerke einsetzt.
Schließlich ist eine neuartige Suchmaschine zu sehen, die für Zeitungs-CD-ROMs, wissenschaftliche Datenbanken sowie für das Internet einsetzbar ist. Sie basiert auf der Verknüpfung von Paradigmen der Parallelverarbeitung und der Informationstheorie und kann von den Messebesuchern in Hannover getestet werden.


Friedrich-Schiller-Universität
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