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4. Internationales Symposium zum Sehvorgang an der RUB

20.03.2000 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Die Erforschung des Sehvorgangs vom Auge zum Gehirn, die Entwicklung des Sehsystems und seine normalen bis krankhaften Veränderungen stehen im Mittelpunkt des vierten internationalen Symposiums zu neuronalen Mechanismen des Sehens "NEUROVISION 2000". Das Symposium wird veranstaltet vom DFG-Sonderforschungsbereich 509 an der RUB (Sprecher: Prof. Ulf Eysel), und findet vom 30. März bis zum 1. April 2000 im Musischen Zentrum der Ruhr-Universität statt.

Bochum, 20.03.2000
Nr. 68

Wie wir das Sehen "lernen"
4. Internationales Symposium zum Sehvorgang an der RUB
NEUROVISION 2000: Von der Nervenzelle zum Bild


Die Erforschung des Sehvorgangs vom Auge zum Gehirn, die Entwicklung des Sehsystems und seine normalen bis krankhaften Veränderungen stehen im Mittelpunkt des vierten internationalen Symposiums zu neuronalen Mechanismen des Sehens "NEUROVISION 2000". Das Symposium wird veranstaltet vom DFG-Sonderforschungsbereich 509 an der RUB (Sprecher: Prof. Ulf Eysel), und findet vom 30. März bis zum 1. April 2000 im Musischen Zentrum der Ruhr-Universität statt. In vier halbtägigen Sitzungen diskutieren Experten aus aller Welt neue Erkenntnisse über das Sehen von der "Geburt" der Nervenzellen bis hin zum bildgebenden Verfahren (Programm siehe Rückseite).

Besser sehen als jeder Computer

In der ersten Sitzung stehen Forschungsergebnisse zur Entwicklung des Sehsys-tems zur Diskussion: Wie finden Nervenzellen beim Aufbau des Nervensystems den richtigen Weg, und wie entstehen kleine Schaltkreise, die "Mikrocomputer" des Gehirns? Wie verändern Zellen früh nach der Geburt bei Aktivität ihre Empfindlichkeit gegenüber Botenstoffen und erlauben so die Prägung des heranwachsenden Gehirns durch Erfahrungen? "Lernen" wir wirklich zu sehen? - alle diese Fragen beschäftigen die Wissenschaftler. In der zweiten Sitzung berichten sie über die Verknüpfung der Zellen in der Netzhaut und ihre erstaunlichen Leistungen. Mittlerweile verstehen sie immer besser, wie das Auge sich der mehr als milliardenfachen Veränderung der Helligkeit vom Sonnenlicht zur sternlosen Nacht anpassen kann. Außerdem steht die Plastizität, die funktionsabhängige Formbarkeit des Gehirns, auch weiterhin im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Eine weitere Sitzung beschäftigt sich mit der konzertierten Aktion der Zellen bei der Bewältigung komplexer Aufgaben beim Sehen, z. B. wie die Fähigkeit der Mustererkennung zustande kommt: Noch ist es ein Rätsel, wie unser Gehirn beim Erkennen von Szenen so viel effizienter sein kann als jeder Computer.

Sehen wie das Gehirn sieht

Zum Abschluss widmet sich das Symposium einer Bestandsaufnahme zum Thema "Sehen wie das Gehirn sieht": Der Traum der "Visualisierung", des direkten Sichtbarmachens der Leistungen des Gehirns wird mehr und mehr Wirklichkeit. Die Forscher können nicht nur auf farbigen, zweidimensionalen Landkarten die Ge-hirn-funktionen sichtbar machen, sie können auch das schnelle Zusammenspiel der Zellen durch die Eigenschaft bestimmter Farbstoffe entschlüsseln, die ihre Farbe abhängig von der elektrischen Aktivität der Zellen in tausendstel Sekunden verändern. Die funktionelle Bildgebung durch Magnetresonanz stößt in die kleinsten Dimensionen der Mikrostrukturen und zugleich in Bereiche des menschlichen Verhalten und Denkens vor.

Weitere Informationen

Prof. Ulf Eysel, Institut für Physiologie, Fakultät für Medizin der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27802, Fax: 0234/32-14-192

Programm

Donnerstag, 30. März

14.00 Uhr: Welcome Adresses - Vice-President of the Ruhr-Universität-Bochum H.-J. Trampisch, Coordinator of the Collaborative Research Unit, U. Eysel

14.15 Uhr: Opening Lecture - Melitta Schachner, Hamburg, Germany: "Neural recognition molecules and synaptic plasticity"

15.30 - 19.00 Uhr: Session I: Development of the Visual System (Chairpersons: K. Gottmann, V. Lessmann)

15.30 Uhr: A. Pueschel, Frankfurt, Germany: "Guidance by repulsion: how sema-phorins pattern neuronal connections"

16.15 Uhr: E. Callaway, La Jolla, USA: "Developments of local circuits in Visual Cortex"

17.30 Uhr: J. Isaac, Bristol, England: "Activity-dependent changes in glutamate receptor expression during the clinical period as a mechanism for experience-dependent plasticity in primary sensory cortex"

18.15 Uhr: L. Maffei, Pisa, Italy: "Role of neurophins during development. Do we really learn to see?"

Freitag, 31. März

9.00 - 12.30 Uhr: Session II: Modulation from molecules to cells (chairpersons: H.Hatt, R. Heumann)

9.00 Uhr: D. Vaney, Brisbane, Australia: "Neuronal coupling in the retina"

9.45 Uhr: R. Weiler, Oldenburg, Germany: "Components and signals of neuronal adaptation in the retina"

11.00 Uhr: K. P. Giese, London, England: "The role of CaM kinase II auto-phos-phorylation in plasticity"

11.45 Uhr: P. O Andersen, Oslo, Norway: "Analysis of long-term potentiation (LTP)- with genetically altered mice"

14.30 - 18.00 Uhr: Session III: Modulation from cells to systems (chairpersons: K. Funke, M. Lappe)

14.30 Uhr: L. Humphrey, Pittsburg, USA: "Thalamocortical and intracortical con-tri--butions to direction selectivity in cat area 17"

15.15 Uhr: S.B. Nelson, Waltham, USA: "Synaptic dynamics and cortical com-pu-tation"

16.30 Uhr: R. Freeman, Berkeley, USA: "Beyond the classical cortical receptive field"

17.15 Uhr: T. Albright, San Diego, USA: "Contextual Influences on Visual Pro-cessing"

Samstag, 1. April

9.00 - 13.00 Uhr: Session IV: Imaging of the visual brain - news and views (chairpersons: Z. F. Kisvardy, O. Güntürkün)

9.00 Uhr: D. Fitzpatrick, Durham, USA: "Functional maps and patterns of con-nectivity in visual cortex"

9.45 Uhr: A. Grinwald, Rehovot, Israel: "Cortical dynamics revealed by optical imaging based on new voltage sensitive dyes"

11.00 Uhr: D.-S. Kim, Minneapolis, USA: "Mapping the columnar organization of the visual cortex using functional MRI"

11.45 Uhr: M. W. Greenlee, Oldenburg, Germany: "Imaging activity in the human visual and oculomotor system with fMRI"

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