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Dialog von Licht und Materie; Arbeitskreis Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen tagt in Bonn

20.03.2000 - (idw) Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

Über 1000 Wissenschaftler, darunter Gäste aus dem europäischen Ausland und den USA, treffen sich vom 3. bis 7. April an der Universität Bonn zur Frühjahrstagung des Arbeitskreises Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Der Name des Fachgremiums ist Programm: Im Blickfeld der Forscher stehen aktuelle Erkenntnisse über die Wechselwirkung von Licht mit Materie sowie aus der Welt der Quanten, Atome und Moleküle. Im Rahmen des Öffentlichkeitstags am 5. April können sich Besucher über das "Jahr der Physik" informieren, außerdem findet ein Abendvortrag statt.

Über 1000 Wissenschaftler, darunter Gäste aus dem europäischen Ausland und den USA, treffen sich vom 3. bis 7. April an der Universität Bonn zur Frühjahrstagung des Arbeitskreises Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Der Na-me des Fachgremiums ist Programm: Im Blickfeld der Forscher stehen aktuelle Erkenntnisse über die Wechselwirkung von Licht mit Materie sowie aus der Welt der Quanten, Atome und Moleküle. Im Rahmen des Öffentlichkeitstags am 5. April können sich Besucher über das "Jahr der Physik" informieren, außerdem findet ein Abendvortrag statt.

Die etwa 1100 Tagungsbeiträge decken von der Biophysik bis zur Altersda-tierung mit Hilfe von Radioisotopen ein weites Spektrum an Themen ab. So wird Jochen Schneider vom Hamburger Forschungslabor DESY neueste Fort-schritte bei der Entwicklung eines Röntgenlasers vorstellen. Eine solche Lichtquelle verspricht ganz neue Einblicke in biologische Zellen, Moleküle und Werkstoffe. Das große und ehrgeizige DESY Projekt hat gerade in diesen Tagen erste, weltweit beachtete Ergebnisse geliefert.
Ein Höhepunkt der Tagung ist der Vortrag von Wolfgang Ketterle, der über Experimente mit extrem kalten Atomen berichten wird. Ketterle gehört zu den Pionieren auf dem Gebiet der "Bose-Einstein-Kondensation", ein exotischer Zustand der Materie, der nur in der Nähe des absoluten Nullpunkts (minus 273,15 Grad Celsius) existiert. Bei diesen niedrigen Temperaturen kommen verblüffende Effekte der Quantenmechanik zum Vorschein - Atome verhalten sich wie Wellen. Dieses Phänomen nutzten Ketterle und andere Wissen-schaftler bereits aus, um einen "Atomlaser" zu realisieren, der nicht Licht- sondern Materiewellen abstrahlt. In Zukunft könnte es möglich sein, mit solch fei-nen Atomstrahlen Werkstoffe zu strukturieren - präziser, als es etwa mit Laserlicht möglich ist. Am anderen Ende der Temperaturskala ist dagegen die Plas-maphysik angesiedelt. In den Vorträgen dieses Fachgebietes geht es etwa um das Innenleben der Sonne oder die technische Kernfusion.

Besondere Schwerpunkte haben die Organisatoren durch eine Reihe von Symposien gesetzt, in denen es beispielsweise um Phänomene bei extrem hoher Lichtintensität ("Nichtlineare Optik") oder um besondere Molekülklassen wie Cluster und Fullerene geht. Diese synthetischen Moleküle aus einigen weni-gen bis zu mehreren tausend Atomen zeigen besondere chemische und physikalische Eigenschaften.
Ein Thema aus der angewandten Forschung ist die Tumortherapie mit schweren Ionen, die zur Zeit bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) erprobt wird. Weitere Tagungsbeiträge setzen sich mit den unterschiedlichsten Verwendungsmöglichkeiten des Lasers auseinander: Sei es die Bearbeitung von Werkstücken ("Rapid Prototyping"), der Einsatz in der Medizin oder die Manipulation mikrobiologischer Objekte. So lassen sich Zellen und große Mo-leküle im Klammergriff von gebündeltem Licht berührungslos - ohne die Gefahr einer Verunreinigung - gezielt bewegen. "Optische Pinzetten": Das ist eines der Themen, die im Symposium "Angewandte Optik" behandelt werden

Speziell auf die Öffentlichkeit sind am 5. April folgende Programmpunkte zugeschnitten:
Zunächst stellt sich ab 11:30 Uhr die Wissenschaftsregion Bonn im Festsaal der Universität vor - darunter die Fachgruppe Physik-Astronomie der Universi-tät, die ihre Forschungsschwerpunkte auf Posterwänden präsentieren wird. Weitere Aussteller sind die Stiftung CAESAR (Center of Advanced European Studies and Research), die Strukturfördergesellschaft sowie das "Technologie-Transfer- und Innovationszentrum Region Bonn". Außerdem berichten Exi-stenzgründer über ihre Projekte. Die Vorträge stehen unter dem Motto "Unter-nehmensgründung aus der Wissenschaft - Ja/Nein?".
Die DPG und das Bundesministerium für Bildung und Forschung haben zu Jah-resbeginn die Initiative "2000 - Das Jahr der Physik" gestartet. Den Schwer-punkt bilden fünf große Veranstaltungen in Berlin und Bonn, auf denen re-nommierte Wissenschaftler aktuelle Forschungsergebnisse publikumsnah prä-sentieren. Über diese Aktivitäten können sich Besucher der Frühjahrstagung um 19:00 Uhr im Hörsaal IV (neben dem Festsaal) informieren.
Den Schlusspunkt des Tages setzt ein öffentlicher Abendvortrag im Hörsaal X (Hauptgebäude der Universität, Am Hofgarten). Dabei begibt sich Prof. Dr. Antoine Weis in ein Spiegelkabinett besonderer Art: Er wird zeigen, wie es möglich ist, Atomen den Spiegel vorzuhalten und ihnen sogar vorzutäuschen, die Zeit würde rückwärts laufen. Mit solchen Experimenten lassen sich funda-mentale Naturgesetze unter die Lupe nehmen. Der Vortrag "Atome im Spiegel von Raum und Zeit" beginnt um 20:00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen

Universität Bonn
Abt. 8.2 Presse und Information
Regina-Pacis-Weg 3
53113 Bonn
Tel.: 0228 - 73 - 5980
Fax: 0228 - 73 - 7451
E-Mail: presse.info@uni-bonn.de

Örtliche Tagungsleitung
Prof. Dr. Dieter Meschede
Tel.: 0228 - 73 - 3477
Fax: 0228 - 73 - 3474
E-Mail: dpg2000@iap.uni-bonn.de

Deutsche Physikalische Gesellschaft
Pressestelle
Hauptstraße 20a
53604 Bad Honnef
Tel.: 02224 - 95 195 - 18
Fax: 02224 - 95 195 - 19
E-Mail: presse@dpg-physik.de
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