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Die Universität als Wirtschaftsfaktor für die Region (II)

22.03.2000 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Der Gesamthaushalt der Universität Würzburg nähert sich im Jahr 2000 der Milliardengrenze. Einen wirtschaftlichen Schwerpunkt bildet das Klinikum der Universität mit seinen mehr als 20 Einzelkliniken und fast 1.700 Betten.

Im Jahr 1999 wurden rund 50.000 Patienten stationär und etwa 410.000 ambulant behandelt. Auf Grund eines Vertrages, den die Stadt Würzburg und der Freistaat Bayern zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts schlossen, ist die Universität verpflichtet, mit ihren Kliniken auch die Aufgaben der kommunalen Krankenversorgung wahrzunehmen. Folglich sei die Stadt Würzburg von der Verpflichtung entbunden, eigene städtische Krankenanstalten unterhalten zu müssen, so Kanzler Bruno Forster bei einem Vortrag, den er im Februar im Toscanasaal der Residenz vor Vertretern der unterfränkischen Wirtschaft hielt. Für die Region erfüllen die Universitätskliniken darüber hinaus die Aufgabe der medizinischen Maximalversorgung.

Für den Betrieb des Klinikums weist der Wirtschaftsplan Ausgaben von rund 530 Millionen Mark aus; eine Summe, die zu einem wesentlichen Teil der regionalen Wirtschaft zufließt. Neben den Personalaufwendungen entfielen im Jahr 1999 über 175 Millionen Mark auf sächliche Ausgaben. Dazu gehören beispielsweise allein 4,2 Millionen für Lebensmittel, 108 Millionen für medizinischen Bedarf, 9,2 Millionen für Wasser und Energie, über 22,5 Millionen für den Verwaltungs- und Wirtschaftsbedarf und fast 13 Millionen für Instandhaltungen.

Einen zweiten wesentlichen Posten im Haushalt der Universität stellen die Bau- und Investitionskosten dar. So wurden 1999 allein im Baubereich über 80 Millionen Mark investiert. In Ausführung befinden sich derzeit Baumaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von über 800 Millionen Mark. Kanzler Forster nannte bedeutsame Vorhaben, die in den vergangenen Jahren zum Abschluss gebracht wurden, zum Beispiel das Mikrostrukturlabor für rund 30 Millionen Mark, der Neubau der Physikalischen Chemie für 18 Millionen, ein Labortrakt am Röntgenring für 12 Millionen und, rechtzeitig zum Semesterbeginn im Herbst 1999, der Neubau für die Informatik für rund 30 Millionen Mark.

Begonnen wurden zwei Großprojekte, nämlich der Umbau der Zahnklinik am Pleicherwall für rund 140 Millionen und der Neubau der Chirurgie für rund 300 Millionen Mark. Mehrere Projekte befinden sich in der Planungsphase bzw. stehen kurz vor dem Baubeginn. So wartet die Universität auf den Startschuss zur Verlagerung ihrer Sportanlagen von der Mergentheimer Straße ans Hubland - ein Vorhaben, das sich auf insgesamt rund 70 Millionen Mark beläuft - und zur Errichtung eines Zentrums für Experimentelle Molekulare Medizin mit 61 Millionen Mark.

Für weitere Baumaßnahmen liegen - größtenteils genehmigte - Bauanträge vor, die nun in der Planungsphase sind. Kanzler Forster: "So steht etwa die Sanierung der Chemiegebäude am Hubland mit einem Gesamtvolumen von rund 90 Millionen Mark an, und schließlich sind nach dem neuen Campuskonzept für die Medizinische Fakultät in den nächsten 30 Jahren rund zwei Milliarden Mark für den Neubau eines Medizinischen Zentrums und die bauliche Sanierung und Neuordnung des Klinikums zu verplanen und zu investieren." Ausgehend von den derzeit in der Ausführung und in der Planungsphase befindlichen Bauvorhaben werde die Universität Würzburg in den kommenden Jahren ein Bauvolumen von jährlich rund 100 Millionen Mark abwickeln.

(Weitere Inhalte des Vortrags von Kanzler Bruno Forster über die Universität als Wirtschaftsfaktor werden in den kommenden Wochen veröffentlicht. Teil III der Reihe wird sich mit dem Körperschaftsvermögen der Universität befassen.)

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