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Abbau des Güterverkehrs bei der Deutschen Bahn - eine Chance für das Ruhrgebiet?

22.03.2000 - (idw) Institut Arbeit und Technik

IAT-Präsident Prof. Dr. Franz Lehner plädiert für "ein starkes Stück Güterverkehr" mit einer mutigen privaten Lösung

Die Absicht der Deutschen Bahn AG, den Güterverkehr zu konzentrieren und sich aus der Fläche zu verabschieden, könnte für das Ruhrgebiet die Chance für den Aufbau eines privaten Güterverkehrsunternehmens eröffnen. "Da im Ruhrgebiet eine weitere Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die eh schon verstopften Straßen unsinnig wäre, sollte man rasch eine private Lösung für den Schienengüterverkehr suchen und umsetzen" schlägt Prof. Dr. Franz Lehner, Präsident des Instituts Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) vor.
"Nirgendwo in Deutschland und in ganz Europa sind die Voraussetzungen für einen privatwirtschaftlichen Bahnbetrieb so gut, wie im Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet hat aus seinen Montanzeiten ein gut ausgebautes privates Schienennetz gerettet. Die Bahnbetriebe der Ruhrkohle und anderer großer Unternehmen verstehen von der Güterbahn mindestens so viel wie die noch oft auf alten Beamtengeleisen fahrende Deutsche Bahn AG.
Das Ruhrgebiet hat aber nicht nur die infrastrukturellen und unternehmerischen Voraussetzungen für eine private Güterbahn - es hat auch einen großen Markt. Täglich werden viele Tonnen Güter in das Ruhrgebiet oder aus dem Ruhrgebiet heraus transportiert. Wenn die private Güterbahn es versteht, viel mehr Service anzubieten als die Deutsche Bahn - was wohl nicht so furchtbar schwer sein dürfte - kann sie einen großen Teil dieses Marktes für sich gewinnen.
Einen wirklich tollen Service hat heutzutage nur noch, wer seinen Kunden Komplettlösungen für ihre Logistik anbieten kann.
Im "Portfolio" der alten Montankonzerne im Ruhrgebiet gibt es alles, was man braucht, um Komplettlösungen anbieten zu können - Speditionen, Reedereien, Bahnen, Telekommunikation und viel Kenntnisse im Umgang auch mit schwierigen Logistikproblemen. Man stelle sich einfach mal vor, das alles würde in eine private Güterverkehrsgesellschaft im Ruhrgebiet eingebracht. Man stelle sich auch noch vor, diese Güterverkehrsgesellschaft würde gezielte strategische Allianzen zum Beispiel mit Federal Express und den Bahnen in Frankreich und Belgien eingehen können. Damit könnte man der alten Tante Deutsche Bahn mal wirklich Konkurrenz machen.
Das Ruhrgebiet braucht solche Initiativen dringend, denn es geht mit ihm trotz aller Beschwörungen von Erfolgen im Strukturwandel immer weiter bergab. Während im übrigen Nordrhein-Westfalen die Beschäftigung im Handel und Verkehr seit Mitte der 1980er Jahre stark zunimmt, bricht die Beschäftigung im Ruhrgebiet in diesem Bereich immer mehr ein. Gerade deshalb muss man im Ruhrgebiet etwas tun, um aus der Region "ein starkes Stück Güterverkehr" zu machen - eben mit einer mutigen privaten Lösung."

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
Prof. Dr. Franz Lehner, Durchwahl: +49 209 1707-140
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