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Die Hügelschule in Erfurt und ihre Geschichte

03.09.2002 - (idw) Universität Erfurt

Vortrag von Prof. Dr. Heidi Richter an der Universität Erfurt im Rahmen der Denkmalwoche. Mittwoch, 4. September 2002, 14.00 Uhr, Hörsaal, Am Hügel 1.

Im Rahmen der Denkmaltage wird Prof. Dr. Heidi Richter am Mittwoch, dem 4. September, 14 Uhr, im Hörsaal, Am Hügel 1, einen Vortrag über die "Hügelschule und ihre Geschichte" halten. Im Anschluss an den Vortrag erfolgt eine Führung durch das Haus, die Werkstätten und Ateliers. Der Vortrag von Heidi Richter, die als Professorin für Fachdidaktik/Kunst an der Universität Erfurt lehrt, ist ein Beitrag der Universität Erfurt im Rahmen der Denkmalwoche. Interessierte Erfurter Bürger sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei!

Die Ursprünge der Hügelschule gehen auf die Jahrhundertwende zurück. Bereits 1898 gab es in Erfurt eine Kunstgewerbeschule, die zunächst in einem "Notquartier" in der Talstraße untergebracht war. Immer mehr junge Leute strebten nach einer guten Fachausbildung und so beschloss der Magistrat der Stadt Erfurt einen Schulneubau in der Hügelgasse und beauftragte den Architekten Paul Peters aus Charlottenburg mit den Planungen. Nach nur 15 Monaten Bauzeit war eine Schule gebaut und ausgestattet worden, die vor allem durch "Zweckmäßigkeit, durchdachte Funktionalität, günstige Belüftung und Beleuchtung sowie effektive Grundlösung mit klarer Raumhierarchie gekennzeichnet war". Der gesamte Außen- und Innenausbau einschließlich der Gartenanlagen hatte 231.046 Mark gekostet. Am 18. Mai 1904 wurde die Hügelschule unter Beisein des Ministers für Handel und Gewerbe aus Berlin eröffnet. Im Untergeschoss, in den drei Stockwerken und im Dachgeschoss konnte der Unterricht gehalten werden. In der Kunstgewerbeschule bedeutete das, dass nicht nur gelehrt und Reißbrett gezeichnet wurde, sondern in den Werkstätten und Ateliers von Anfang an praktisch gearbeitet wurde.

Im Dezember 1944 wurde auch der Hügel durch die im nahen Augustinerkloster abgeworfenen Luftminen stark beschädigt. Die Außenmauern und der Schmuck am Eingangsbereich wurden zerstört und später abgebrochen. Die erste Erfurter Kunstgewerbeschule war zum Stillstand gekommen.

Von 1946 bis 1955 wurde in dem Gebäude die Fachschule für angewandte Kunst eingerichtet, die sich in der Tradition von Handwerk und Kunst verstand und für den Thüringer Raum hervorragende Kunsthandwerker ausbildete. Schon 1953 wurden in den Hügelräumen die ersten Kunsterzieher für die DDR-Schulen ausgebildet. Heute ist der "Hügel", wie das geschichtsträchtige Haus am Breitstrom liebevoll genannt wird, ein universitärer Ausbildungskomplex, wo Kunsterzieherinnen und Kunsterzieher ausgebildet werden, wechselnde Ausstellungen gezeigt werden und seit 1997 auch das Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien sein Domizil hat.
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