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Leishmaniose: Mäuse erfolgreich geimpft

12.04.2000 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Würzburger Wissenschaftlern ist es gelungen, Mäuse gegen die Tropenkrankheit Leishmaniose zu impfen. Das weckt Hoffnungen auf die Entwicklung von neuen Impfstrategien gegen die Erreger von Infektionskrankheiten. Am Modell der Leishmaniose erforschen die Wissenschaftler vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg die Rolle der dendritischen Zellen bei der Einleitung einer schützenden Immunantwort.

Die Leishmaniose ist eine von einzelligen Parasiten hervorgerufene Krankheit, an der weltweit 12 bis 15 Millionen Menschen leiden. Der Erreger wird, ähnlich wie bei der Malaria, von Mücken auf den Menschen übertragen und kann dort, abhängig vom Immunzustand des Befallenen und der Art des eingeschleusten Parasiten, zu verschiedenen Krankheitsbildern führen. Diese reichen von selbst heilenden Hautverletzungen bis hin zum meist tödlich verlaufenden Befall innerer Organe.

Fälle von Leishmaniose werden nicht nur aus tropischen Ländern, sondern zunehmend auch aus den Mittelmeeranrainerstaaten gemeldet. Dort erregen sie als Infektionen, die bei AIDS-Patienten auf Grund von deren geschwächtem Immunsystem zum Ausbruch kommen, immer mehr Besorgnis. Bisher steht kein Impfstoff gegen die Leishmaniose zur Verfügung.

Am Institut für Molekulare Infektionsbiologie beschäftigt sich die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heidrun Moll mit den immunregulatorischen Mechanismen, die darüber entscheiden, ob ein infizierter Mensch krank wird oder ob er den Befall mit dem Parasiten ohne Symptome übersteht. Die Würzburger Forscher konnten den wichtigen Nachweis erbringen, dass spezialisierte, Antigene präsentierende Zellen der Haut, die so genannten Langerhanszellen, den Verlauf der Immunantwort gegen den Parasiten entscheidend beeinflussen. Langerhanszellen gehören zum System der dendritischen Zellen. Diese dienen im Blut, der Lymphe und in lymphoiden Organen als Wächter des Immunsystems. Die Wissenschaftler beluden Langerhanszellen in Zellkultur mit einem Extrakt des Parasiten und immunisierten dann Mäuse mit diesen Zellen. Dies habe, so Prof. Moll, zu einem vollständigen Schutz der Nager gegen eine ansonsten tödlich verlaufende Infektion mit Leishmanien geführt.

Im Rahmen eines vom Bayerischen Forschungsverbund "Grundlagen gentechnischer Verfahren" (FORGEN) gefördeten Projektes will die Arbeitsgruppe der Würzburger Professorin nun die immunologischen Grundlagen dieses schützenden Effekts aufklären. Außerdem sollen die Moleküle des Parasiten identifiziert werden, die den Schutz vermitteln können. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, neue Strategien für vorbeugende und therapeutische Impfungen gegen Leishmanien und andere Infektionserreger zu entwickeln.

Kurzfassung:
Leishmaniose: Mäuse erfolgreich geimpft

Würzburger Wissenschaftlern ist es gelungen, Mäuse gegen die von Parasiten verursachte Tropenkrankheit Leishmaniose zu impfen: Sie beluden spezialisierte Immunzellen mit einem Extrakt der Parasiten und immunisierten die Nager dann mit diesen Zellen. Dies habe zu einem vollständigen Schutz der Tiere gegen eine ansonsten tödlich verlaufende Leishmaniose geführt, so Prof. Dr. Heidrun Moll vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg. Ihre Arbeitsgruppe will nun im Rahmen eines vom Bayerischen Forschungsverbund "Grundlagen gentechnischer Verfahren" (FORGEN) gefördeten Projektes die immunologischen Grundlagen dieses schützenden Effekts aufklären. An der Leishmaniose leiden weltweit 12 bis 15 Millionen Menschen. Der Erreger wird von Mücken übertragen und kann zu verschiedenen Krankheitsbildern führen. Diese reichen von selbst heilenden Hautverletzungen bis hin zum meist tödlich verlaufenden Befall innerer Organe. Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen den Parasiten.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Heidrun Moll, Dr. Christof Berberich, T (0931) 31-2627, Fax (0931) 31-2578, E-Mail:

heidrun.moll@mail.uni-wuerzburg.de
cberberich@mail.uni-wuerzburg.de
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