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Silbereisen künftig Präsident der International Society for the Study of Behavioural Development

17.04.2000 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Jena. (17.04.00) Zum künftigen Präsidenten der International Society for the Study of Behavioural Development (ISSBD) wurde der Jenaer Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Rainer K. Silbereisen (55) gewählt. Die ISSBD gründete sich 1972 in Amsterdam und hat heute über 1.200 Mitglieder in mehr als 50 Ländern; ihr derzeitiges Büro befindet sich in Fort Lauderdale/Florida (USA). Als die führende Fachgesellschaft in der internationalen Developmental Science befasst sie sich interdisziplinär mit Fragen der menschlichen Entwicklung über die gesamte Lebensspanne.


Prof. Dr. Rainer K. Silbereisen Dabei arbeiten Psychologen, Mediziner, Biologen, Gerontologen und andere Disziplinen ausgesprochen international zusammen: Neben den regulären Kongressen alle zwei Jahre - der nächste vom 11. bis 14. Juli 2000 in Peking - fanden bisher eine ganze Reihe von Tagungen und Workshops zu Spezialthemen in aller Welt statt. Besonderes Augenmerk richtet die ISSBD auf die Förderung der Psychologie in Ländern der Dritten Welt sowie des ehemaligen Ostblocks und veranstaltete in den letzten Jahren sechs Trainingsseminare für Nachwuchswissenschaftler vor Ort.

Zum Präsidenten wird üblicherweise eine führende Forscherpersönlichkeit mit ausgewiesen internationalem Aktionsradius auserkoren. Aktuell sitzt Prof. Kenneth H. Rubin von der University of Maryland der ISSBD vor; Silbereisen wird ihn im Jahr 2002 ablösen. Die Amtszeit beträgt vier Jahre.

"Die Präsidentschaft einer solchen Fachgesellschaft ist fraglos die höchste Ehre, die einem Wissenschaftler in seiner Fachdisziplin zuteil werden kann", kommentierte Silbereisen seine Wahl. "Meine neue Aufgabe wird einige persönliche Kraft absorbieren, aber im Gegenzug auch eine Menge Vorteile für die weitere internationale Orientierung der Jenaer Psychologie einbringen."

Bereits jetzt gilt ein Auslandssemester für die Studenten in seiner Forschungsgruppe nahezu als obligatorisch; im vergangenen Winter gründete er gemeinsam mit seinen Jenaer Kollegen Prof. Dr. Amélie Mummendey und Prof. Dr. Peter Noack ein internationales Graduiertenkolleg "Konflikt und Kooperation zwischen sozialen Gruppen" an den Universitäten Jena, Louvain-La-Neuve (Belgien) und Kent (Eng-land).
Der gebürtige Schwabe Rainer K. Silbereisen kam 1994 aus den USA auf den Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie an die Friedrich-Schiller-Universität nach Jena. Er ist außerdem Honorarprofessor der Pennsylvania State University (USA) und betreut eine Reihe von Forschungsprojekten, die zum Teil bilateral mit Wissenschaftlerteams in den Vereinigten Staaten und in Israel betrieben werden. Zuletzt machte er als einer der drei Koordinatoren des groß angelegten DFG-Schwerpunktprogramms "Kindheit und Jugend in Deutschland vor und nach der Vereinigung" bundesweit von sich reden.


Friedrich-Schiller-Universität
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