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Die Kasseler Universität ehrt Hans Albert

15.05.2000 - (idw) Universität Kassel

Mit einer Ehrenpromotion würdigt der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Gesamthochschule Kassel im Juni Prof. Dr. Hans Albert. Der bis 1989 an der Universität Mannheim lehrende Soziologe gilt als einer der wichtigsten deutschen Wissenschaftstheoretiker und seit dem Tod von Sir Karl Popper als der führende Vertreter des Kritischen Rationalismus im deutschen Sprachraum und weit darüber hinaus.

Kassel. Mit einer Ehrenpromotion würdigt der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Gesamthochschule Kassel im Juni Prof. Dr. Hans Albert. Der bis 1989 an der Universität Mannheim lehrende Soziologe gilt als einer der wichtigsten deutschen Wissen-schaftstheoretiker und seit dem Tod von Sir Karl Popper als der führende Vertreter des Kritischen Rationalismus im deutschen Sprachraum und weit darüber hinaus.
Besonders bekannt wurde sein in vielen Auflagen und zahlreichen Sprachen erschienenes "Traktat über kritische Vernunft" (Erstaufl. Tübingen 1968) sowie der von ihm mitherausgegebene und mitverfasste Sammelband "Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie" (Erstaufl. 1969). Hans Albert, der seit 1958 in engem Kontakt mit Karl Popper stand, versteht sich wie dieser allerdings als Vertreter eines Kritischen Rationalismus (nicht des Positivismus), der die Fehlbarkeit menschlicher Erkenntnis als systematisches Problem bei der Suche nach wissenschaftlicher Wahrheit thematisiert.
Prof. Dr. rer. pol. Hans Albert wurde am 8. Februar 1921 in Köln geboren. Nach Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft immatrikulierte er sich Ende 1946 an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln. Nach bestandenem Examen zum Diplomkaufmann promovierte er dort 1952 mit einer Arbeit über "Rationalität und Existenz. Politische Arithmetik und politische Anthropologie", deren zweiter Teil in einer überarbeiteten Fassung 1954 unter dem Titel "Ökonomische Ideologie und politische Theorie" publiziert wurde. 1957 wurde Hans Albert aufgrund seiner schon damals zahlreichen und grundlegenden Aufsätze zur Methodologie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln habilitiert. Im Jahr 1963 nahm er den Ruf auf einen neugeschaffenen Lehrstuhl für Soziologie und allgemeine Methodologie an der damaligen Wirtschaftshochschule, heute Universität Mannheim an. Dort war er, ungeachtet mehrerer Rufe an andere Universitäten, bis zu seiner Emeritierung 1989 tätig.
Das umfangreiche - teilweise in verschiedene Sprachen, darunter auch Japanisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch und Niederländisch, übersetzte - Werk Hans Alberts umfasst rund 30 Monographien und nahezu 200 Aufsätze. Hinzu kommt die Herausgeberschaft von insgesamt 10 Sammelbänden und Festschriften. Dabei steht die Methodologie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im Zentrum der Arbeiten, die aber auch ein weites Spektrum von wissenschafts- und erkenntnisphilosophischen sowie sozialphilosophischen, rechtstheoretischen und religionskritischen Schriften umfassen. Er hat mehrere wissenschaftliche Preise und zwei Ehrendoktorate ausländischer Universitäten erhalten.
Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften ehrt Hans mit der Verleihung des Grades "Dr. der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ehrenhalber" (Dr. rer. pol. h.c.) für seine grundlegenden Beiträge zur Methodologie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
p/jb
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Hinweis für die Redaktion:
Die Ehrung findet am 30. Juni 2000 im Gießhaus der Universität Gesamthochschule Kassel, Mönchebergstr. 5 ab 13.30 Uhr statt. (Foto abrufbar unter: http://www.uni-kassel.de/presse/pm/mai00-08a.ghk)
Eine gesonderte Einladung mit detailliertem Programm ergeht rechtzeitig.

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