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Attempto-Preise 2000 für neue Erkenntnisse in der Neurobiologie

15.05.2000 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Am Dienstag, den 17. Mai 2000 werden auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Mitgliederversammlung der Vereinigung der Freunde der Universität Tübingen e.V. (Universitätsbund) um 15.30 Uhr die Attempto-Preise 2000 im Audimax verliehen. Die mit jeweils 15.000 DM dotierten Preise für wichtige Fortschritte auf den Gebieten der Neurobiologie gehen dieses Jahr an die jungen Wissenschaftler Dr. Stefan Treue und an Dipl.-Phys. Marc Oliver Ernst.

Die Preise werden seit 1983 von der "Attempto-Stiftung zur Förderung der Forschung an der Universität Tübingen" an junge Wissenschaftler/innen verliehen. Ins Leben gerufen wurde die Stiftung vom Ehepaar Maria-Dorothea und Konrad Ernst.

Dr. Stefan Treue (Jahrgang 1964) arbeitet in der Sektion für visuelle Sensomotorik an der Neurologischen Universitätsklinik. Den diesjährigen Attempto-Preis erhält er für seine Arbeit über das visuelle System und dessen Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte zu konzentrieren. Mit seinem Mitarbeiter Julio Martinez gelang es Dr. Stefan Treue, festzustellen, wie eine solche Selektion von wahrgenommenen Eigenschaften im Gehirn durchgeführt wird. Die Erkenntnis dieser Aufmerksamkeitsmechanismen ist die Grundlage für die langfristige Behandlung von Patienten mit Aufmerksamkeitsstörungen und anderen neurologischen Erkrankungen. Dr. Stefan Treue ist Mitglied einer von der DFG geförderten Tübinger Forschergruppe aus Biologen, Psychologen und Medizinern, die die Verarbeitung räumlicher Informationen erforscht. Ziel ist dabei ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden neurobiologischen Prozesse, aber auch neurologische und technische Entwicklungen. Seine mit dem Preis ausgezeichnete Arbeit wurde in Nature publiziert.

Dipl.-Phys. Marc Oliver Ernst (Jahrgang 1969) arbeitet am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik. Ausgezeichnet wird Marc Oliver Ernst für seine Arbeit über die Beeinflussung des Tastsinn auf die visuelle Wahrnehmung. Gemeinsam mit Forschern der Unviversity of California in Berkeley entwickelte er eine Apparatur, mit der aufgezeigt werden konnte, daß die Informationen aus dem motorischen System mit dem visuellen System abgeglichen werden und somit die Gewichtung der optischen Reize beeinflussen können. Mit ihrem Experiment ist es den Forschern gelungen aufzudecken, was im Alltag Routine ist: Neben visuellen Informationen nutzt das Gehirn auch Rückmeldungen von Händen und Beinen, um zu einem Bild der dreidimensionalen Umwelt zu gelangen.

Die Arbeit wurde in Neuroscience veröffentlicht.
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