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Syndrom der unruhigen Beine

16.05.2000 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Über das Restless Legs Syndrom (RLS), eine der am häufigsten übersehenen Ursachen für Schlafstörungen, informiert der Kongress "Restless Legs 2000", den die Neurologische Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus (Leiter: Prof. Dr. Walter Gehlen) am 20. Mai 2000 im Audimax der Ruhr-Universität Bochum organisiert. Experten erörtern Ursachen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten der tückischen Erkrankung

Bochum, 16.05.2000
Nr.120

Restless Legs - Syndrom der unruhigen Beine
Grundlagen, Diagnose und Therapie des Leidens
Ärztekongress und Jahresversammlung der RLS-Vereinigung


Über das Restless Legs Syndrom (RLS), eine der am häufigsten übersehenen Ursachen für Schlafstörungen, informiert der Kongress "Restless Legs 2000", den die Neurologische Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus (Leiter: Prof. Dr. Walter Gehlen) am 20. Mai 2000 im Audimax der Ruhr-Universität Bochum organisiert. Experten erörtern Ursachen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten der tückischen Erkrankung: Der betroffene Patient fühlt gerade in Ruhephasen, z. B. kurz vor dem Einschlafen oder in der Nacht, schmerzhafte Missempfindungen in den Beinen und hat den heftigen Drang, die Beine zu bewegen, was ihm den Schlaf raubt.

Schlaflose Nächte durch Kribbeln, Ziehen, Reißen

Nur durch Bewegung bessern sich die unangenehmen Gefühle, die RLS-Patienten in den Beinen, meist in den Waden, manchmal aber auch in den Armen, empfinden. Die Be-schwer--den treten hauptsächlich in Ruhe und Entspannung auf, und sie verstärken sich vor allem abends und nachts. Der heftige Bewegungsdrang führt bei leichteren Formen zu geringen Einschlafstörungen, da ihn der Patient besonders vor dem Einschlafen bemerkt, bei schwerer Ausprägung tritt er aber auch tagsüber in jeglicher Entspannungsphase auf. Periodische Beinbewegungen im Schlaf wecken zudem die Patienten auf oder verhindern den Tiefschlaf - Tagesmüdigkeit ist die Folge. Das RLS ist dadurch eine der häufigsten und am häufigsten übersehenen Ursachen von Schlafstörungen. Mit dem Bewegungsdrang verbunden sind außerdem sensible Symptome, wie Kribbelgefühle, Ziehen, Reißen, Schmerzen oder Missempfindungen, die sich in den Beinen ausbreiten, ein- oder beidseitig auftreten können und mit der Länge der Ruhephase zunehmen.

Ursach gibt Medizinern Rätsel auf

2% - 5% der Bevölkerung sollen an dem häufig spät diagnostizierten oder verkannten Syndrom leiden. Eine Ursache lässt sich meistens nicht finden. Bei einem Teil der Betroffenen stellen die Ärzte aber einen Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 fest. Unruhige Beine können ein frühes Zeichen einer Polyneuropathie (Erkrankung der Nerven) sein. Schwangerschaft, chronische Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus und rheumatoide Arthritis können mit dem Restless Legs - Syndrom einhergehen. Die Erkrankung, die familiär gehäuft vorkommt, macht sich häufig erst im vierten bis fünften Lebensjahrzehnt bemerkbar, kann aber auch jedes Alter betreffen: Ein Vortrag des Kongresses beschäftigt sich daher ausschließ-lich mit dem Syndrom im Kindesalter. Das Leiden kann lebenslang andauern und unterschiedlich schwer verlaufen. Ein spontanes Verschwinden aller Beschwerden kommt ebenfalls vor.
Jahresversammlung Deutsche RLS Vereinigung

Im Anschluss an den Ärztekongress findet um 14.50 Uhr die Jahresver-sammlung der Deutschen RLS Vereinigung im Audimax statt.

Weitere Informationen

Sabine Trzmiel, Neurologische Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus Bochum, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, In der Schornau 23-25, 44892 Bochum, Tel. 0234/299-3701, Fax: 0234/299-3709

Programm

9.30 Uhr: Begrüßung - H.-J. Rumpenhorst, Bürgermeister der Stadt Bochum, Prof. Dr. J. T. Epplen, Prodekan der Medizinischen Fakultät

Begrüßung und Einführung in die Thematik - Prof. Dr. W. Gehlen, Neurologische Universitätsklinik

10.15 Uhr: Das Restless Legs Syndrom - Grundlagen - PD Dr. C. Trenkwal-der, Max-Planck-Institut München

10.45 Uhr: Differentialdiagnose des Restless Legs Syndroms - Prof. Dr. J. Haan, Maria Hilf Krankenhaus Mönchengladbach

11.35 Uhr: Restless Legs Syndrom bei Kindern - Dr. D. Waltz, Christian-Albrechts-Universität Kiel

12.05 Uhr: Schlaf-Apnoe Syndrom und Periodische Gliedmaßen-Bewegungen im Schlaf - PD Dr. S. Kotterba, Ruhr-Universität Bochum

12.35 Uhr: Therapie des Restless Legs Syndroms - Prof. Dr. W. Oertel, Dr. K. Stiasny, Universität Marburg

13.05 Uhr: Psychosoziale Aspekte des Restless Legs Syndroms - Dr. B. Holinka, Ruhr-Universität Bochum

14.50 - 16.50 Uhr: Jahresversammlung der Deutschen RLS Vereinigung

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