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Neu an Augsburger WiSo-Fakultät: Ökonomie der Informationsgesellschaft

16.05.2000 - (idw) Universität Augsburg

An der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg können Studierende des Hauptstudiums neuerdings das Schwerpunktfach bzw. Wahlfach "Ökonomie der Informationsgesellschaft" belegen. Dieser von Prof. Dr. Peter Welzel, dem neuen Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre (Wirtschaftspolitik, ins-besondere Industrieökonomik), angebotene Schwerpunkt trägt der rapide gewachsenen Bedeutung von Informationsgütern und Informations- und Kommunikations-tech-no-logien in der wirt-schafts-wissenschaftlichen Ausbildung Rechnung. Er liefert zudem Lehrangebote für andere, auch fächerübergreifende Studiengänge und unterstützt und stärkt damit von Seiten der Volkswirtschaftslehre die vielfältigen Aktivitäten der Universität Augsburg und ihrer WiSo-Fakultät in den Be-rei-chen Informatik und Wirtschaftsinformatik.

Rüstzeug für Verständnis der modernen Informationsgesellschaft

Im Laufe ihres viersemestrigen Hauptstudiums lernen die Studierenden des neuen Schwerpunktfaches, die durch die Informationswirtschaft und -gesellschaft ausgelösten bzw. noch zu erwartenden Veränderungen von Unternehmen und Märkten systematisch darzustellen, sie zu erklären, zu bewerten, in einen gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang einzuordnen und wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Studierenden erhalten auf diese Weise das Rüstzeug für ein besseres Verständnis der modernen Informationsgesellschaft und ihrer ökonomischen Grundlagen. Die Ausbildung stellt bewusst nicht auf spezifische Berufsfelder ab, da eine solche Orientierung für zukünftige Führungskräfte in einem Umfeld raschen Wandels und einer weiter sinkenden Halbwertszeit des Wissens erhebliche Nachteile mit sich brächte. Die Belegung des Schwerpunktfaches kann jedoch eine sinnvolle Ergänzung zu anderen, stärker berufsorientierten Schwerpunkten bilden.

Für Studierende aus allen wirtschaftswissenschaftlichen Bereichen

Der Tradition und der Ausrichtung des Lehrstuhls folgend ist die "Ökonomie der Informationsgesellschaft" als Spezialisierungsfach an der Schnittstelle von Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre angesiedelt. Sie richtet sich damit bewusst an Studierende aus allen Bereichen der Wirtschaftswissenschaften. Mit der Entstehung neuer, fächer- und fakultätsübergreifender Studiengänge an der Universität Augsburg besteht überdies die Möglichkeit, Teile des Lehrangebotes als Module auch in andere Studiengänge zu integrieren. Für den in Kürze startenden Studiengang "Informatics and Electronic Commerce" ist dies bereits vorgesehen.

Breites Themenspektrum

Das Programm des Schwerpunkts "Ökonomie der Informationsgesellschaft" spannt einen Bogen von mikroökonomischen bis zu wirtschaftspolitischen Fragestellungen. So werden etwa im Kurs "Wirtschaftspolitische Aspekte der Informationsgesellschaft" die Sicherheit elektronischer Netze und Kommunikation, die Entwicklung innovativer Zahlungsmittel und ihre Konsequenzen für die Geldpolitik und die Auswirkungen von Electronic Commerce z. B. auf die Besteuerung betrachtet. "Unternehmensstrategien auf Netzmärkten" befasst sich mit der mikroökonomischen Analyse von Handlungsoptionen, die Unternehmen in elektronischen Märkten und bei digitalen Produkten offen stehen. Hier geht es um Fragen der Kompatibilität und Standardsetzung und um die Auswirkungen von Netzeffekten. Ein Kurs zu "Finanzintermediation und Regulierung" trägt der Bedeutung des Finanzdienstleistungssektors in der Informationsgesellschaft Rechnung und geht auch auf die Grundlagen des wirtschaftspolitischen Umfeldes dieser Branche ein. "Netzregulierung" führt in die Telekommunikationsregulierung ein und macht die Studierenden mit den anerkannten Prinzipien und ihrer Umsetzung in Rechtsnormen vertraut. Ergänzend wird in "Regulierungstheorie" der konzeptionelle Rahmen der Regulierung unter besonderer Berücksichtigung von Informationsproblemen auf Seiten der Wirtschaftspolitik behandelt. In der Veranstaltung zur "Anreiz- und Kontrakttheorie" wird gezeigt, wie innerhalb von Organisationen, insbesondere Unternehmen, aber auch zwischen Organisationen (z. B. bei Markttransaktionen oder in Netzwerken von Unternehmen) Anreize so zu setzen sind, dass auch bei unvollkommener Information über den Kontraktpartner und seine Motive gewünschtes Verhalten induziert wird.

Hohes Maß an Flexibilität bei der individuellen Programmgestaltung

Umfangreiche Wahlmöglichkeiten erlauben es den Studierenden, sich - je nach eher wirtschaftstheoretischer oder wirtschaftspolitischer Interessenorientierung - ein individuelles Programm innerhalb des Schwerpunktes "Ökonomie der Informationsgesellschaft" zusammen zu stellen, das darüber hinaus auch noch einschlägige Kurse aus anderen WiSo-Schwerpunktfächern einbeziehen kann. Umgekehrt haben auch Studierende anderer Schwerpunktfächer wie "Wirtschaftsinformatik", "Financial Engineering" oder "Public Sector Management" die Möglichkeit, einzelne Kurse aus "Ökonomie der Informationsgesellschaft" zu besuchen und so ihre Ausbildung abzurunden. Ähnliche Verzahnungen, die die Flexibilität des Leistungspunktesystems (credit point system) in der Prüfungsordnung der WiSo-Fakultät nutzen, sind für zukünftige Master-Studiengänge geplant.

Große Akzeptanz verspricht gute Marktchancen

Bereits im Startsemester ist das Schwerpunktfach "Ökonomie der Informationsgesellschaft" bei den Studierenden auf außergewöhnlich hohe Akzeptanz gestoßen. Die schrittweise Erweiterung des Programms, der zu erwartende Reputationsaufbau und das grosse aktuelle Interesse an den in "Ökonomie der Informationsgesellschaft" behandelten Themen lassen einen guten Markt für dieses Lehrangebot aus dem Institut für Volkswirtschaftslehre der Augsburger WiSo-Fakultät erwarten.

Kontakt und weitere Informationen:

Prof. Dr. Peter Welzel, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre (Wirtschaftspolitik, insbesondere Industrieökonomik), Universität Augsburg, 86135 Augsburg, Telefon 0821/598-4186, Telefax 0821/598-4230, e-mail: peter.welzel@wiso.uni-augsburg.de

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