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Brockhaus übergab wertvolle Heller-Jahrtausendedition an Universität Heidelberg

16.05.2000 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Zeitschrift HÖRZU hatte in einer Aktion "Wer bekommt den Super-Brockhaus" ihre Leser über den Standort entscheiden lassen - Prorektor Prof. Dr. Jochen Tröger: "Wir freuen uns über diese Wahl und machen das Kunst- und Wissens-Werk gerne für alle Nutzer der Universitätsbibliothek zugänglich"

Prorektor Prof. Dr. Jochen Tröger nahm heute von der Brockhaus AG eine wertvolle "Brockhaus Enzyklopädie 2000" entgegen, die nun in der Universitätsbibliothek Heidelberg für die Nutzer zur Verfügung steht. "Alle Mitglieder des Rektorats freuen sich über den Anlass", sagte Tröger vor der Presse. Schon die Überlassung allein sei ein Grund zur Freude. Hinzu komme jedoch, dass die Ruprecht-Karls-Universität mit neun anderen Institutionen in einer Aktion der Zeitschrift HÖRZU als Aufstellungsort ausgewählt wurde.

"Der 24-bändige Brockhaus ist die wichtigste deutschsprachige Enzyklopädie mit 260 000 Stichwörtern und 35 000 Abbildungen", sagte Tröger, "eine wichtige Basis zum Nachschlagen für Menschen, die mit Unbekanntem und Unerklärtem nicht gerne leben." Die erste Auflage dieses Nachschlagewerks wurde 1796 gedruckt und 1808 von Brockhaus in Leipzig übernommen. "Damit begann die Erfolgsgeschichte dieser Enzyklopädie."

Es war der Wunsch der heutigen Herausgeber, mit einer besonderen Ausgabe in das dritte Jahrtausend zu starten. Tröger sprach seine Bewunderung für die von André Heller künstlerisch gestaltete Sonderedition aus, die auf dem Rücken die 13 wichtigsten Schrifttypen der Gegenwart trägt und im Einband mit ausgesuchten Objekten der Zeitgeschichte und der Vergangenheit versehen ist. "Diese Objekte erfassen historische Momente - zum Beispiel ein kleines Fragment der 1989 gefallenen Mauer. Zum Teil sind diese Objekte auch Erinnerungen an besondere Ereignisse, so ein Teil des Tennisschlägers, mit dem Boris Becker die Australian Open gewann."

"Ich bin sicher, dass dieser wertvolle, von dem modernen Künstler André Heller gestaltete, im Inhalt aktuelle, 204 Jahre alte Brockhaus im fast 100 Jahre alten Gebäude der 614 Jahre alten Ruperto Carola den bestmöglichen Aufenthaltsort finden wird" (Tröger).

Vision einer Weltgalerie, gestaltet und inszeniert von André Heller

"Ein in der Geschichte des Buches einzigartiges Kunstwerk" - so präsentiert der Mannheimer Lexikonverlag F.A. Brockhaus die nun überreichte Enzyklopädie 2000. Der Wiener Multimediakünstler André Heller hat der aktuellen 20. Auflage des Großlexikons ein völlig neues Erscheinungsbild verliehen. In die in Ziegenleder eingebundenen Buchdeckel sind transparente dreidimensionale Galerien eingelassen, die Original-Exponate aus der ganzen Welt und vielen Epochen enthalten. So entsteht Band für Band ein Gesamtkunstwerk ( konzipiert als Sammlung des Wissens über die Kulturen unserer Welt (, das die inhaltliche Vielfalt der Enzyklopädie auch auf ihren Einbänden widerspiegelt.

Nur ein Universaltalent wie André Heller konnte die Idee realisieren. In dreijähriger gemeinsamer Arbeit ließ sich seine Vision von einer Weltgalerie umsetzen in eine einmalige Künstleredition. Während die Enzyklopädie die Vielfalt der Welt sprachlich zu fassen versucht, geht Heller diese Aufgabe sinnlich-plastisch an. Zu der inneren Reise um die Welt auf den 17 500 Buchseiten der 24 Bände gesellt sich eine äußere auf den Buchumschlägen, zu der der Künstler ganz persönlich einlädt. Es entsteht ein Setzkasten von Welt und Menschheit, umspielt von Zeit- und Weltreisen durch das Reich der Schriften und einem dreidimensionalen Rundgang durch die Geschichte der Architektur.

Die Fundstücke: Detailaufnahmen der Welt

Die Einbände der "Brockhaus Enzyklopädie 2000" sind versehen mit kleinen Vitrinen, die den Blick freigeben auf insgesamt 312 authentische Objekte aus allen Kontinenten, aus vielen Kulturen und Epochen. Von André Heller gesammelt und ausgewählt, dokumentieren sie das wechselvolle Leben auf der Erde. Jedes Fundstück, sei es aus Metall, Holz, Stoff oder Plastik, steht für einen historischen Moment oder eine alltägliche Begebenheit. Prominentes erscheint neben Gewöhnlichem, Künstliches neben Natürlichem: ein Teil des Begrüßungs-Schals des Dalai-Lama neben einem Mao-Abzeichen aus China, ein Stück des legendären Silberpfeils von Mercedes neben einem Goldlack-Spiegel aus Varanasi, ein Uhren-Zahnrad aus der Schweiz neben einer Pfauenfeder aus Spanien.

Hologramme und ein Streifzug durch die Geschichte der Typographie

Auch die Gestaltung der Buchrücken greift den weltumspannenden Charakter der Enzyklopädie auf: Der Name "Brockhaus" erscheint in den wichtigsten heute noch verwendeten Schriftsprachen der Erde. Jede dieser Schriften korrespondiert mit einem aufwendig konstruierten Hologramm: So zeigt beispielsweise das Hologramm des griechisch beschrifteten Bandes die Akropolis oder das des russisch beschrifteten den Kreml. Vor den Abbildungen historischer Stätten tauchen Buchstaben und Symbole auf, die den Titel des Kunstwerks ergeben: "Brockhaus ( 2000 ( Heller".

Noch eine weitere Dimension der Schrift wird in der Gestaltung gewürdigt: Verfolgt der Betrachter die Prägungen des Namens "Brockhaus" auf den schwarzen Vorsatzblättern der einzelnen Bände, so erlebt er einen Streifzug durch die Geschichte der Typographie: von der römischen Antiqua bis zur modernen Computerschrift.

Die von André Heller gestaltete Jahrtausend-Edition der "Brockhaus Enzyklopädie" erforderte höchste buchbinderische Kunst. Nur durch einen fast ausschließlich von Handarbeit geprägten Produktionsablauf konnte die künstlerische Idee umgesetzt und gleichzeitig die Gebrauchsfähigkeit der Bücher garantiert werden. So ist jeder Band und jede Serie der "Brockhaus Enzyklopädie 2000" ein wertvolles Unikat.

Rückfragen bitte an:

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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