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GhK präsentiert innovative Forschungsergebnisse auf der ACHEMA 2000

19.05.2000 - (idw) Universität Kassel

Auf der ACHEMA 2000, der weltgrößten Messe für Chemische Technik, Umwelttechnik und Biotechnologie in Frankfurt, wird die Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) mit innovativen Forschungsergebnissen präsent sein. Die Kasseler Universität ist gemeinsam mit anderen hessischen Hochschulen vom 22. bis 27. Mai in Halle 1, im 2. Obergeschoss im Themenbereich Forschung und Innovation aufzufinden.

Kassel / Frankfurt. Auf der ACHEMA 2000, der weltgrößten Messe für Chemische Technik, Umwelttechnik und Biotechnologie in Frankfurt, wird die Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) mit innovativen Forschungsergebnissen präsent sein. Die Kasseler Universität ist gemeinsam mit anderen hessischen Hochschulen vom 22. bis 27. Mai in Halle 1, im 2. Obergeschoss im Themenbereich Forschung und Innovation aufzufinden. So präsentiert sich das Zentrum für Randschichtanalytik und -technik unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Berthold Scholtes, Fachbereich Maschinenbau, mit röntgenografischen Methoden der zerstörungsfreien Oberflächenuntersuchung (Halle I/01). Das Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET), Verein an der GhK, stellt den Prototyp einer Trinkwasser-Entkeimungsanlage mit photo-voltaischer Stromversorgung vor; gezeigt werden auch EDV-Tools und spezieller Software aus dem ISET, mit deren Hilfe sich die Energieverwendung in kommunalen Kläranlagen optimieren lässt (Halle I/03 und I/05). Mit Produkten zur Katalyse- also der Wandlung von Elektrizität in Gas oder umgekehrt - stellt sich die Technische Physik unter Leitung von Prof. Dr. August Winsel gemeinsam mit gaskatel, einer Firmenausgründung von Physik-Absolventen der GhK, vor (Halle I/07). Nähere Information zu den Produkten rund um die dort entwickelten EloFlux-Brennstoffzellen siehe unten. Die Projekte im Einzelnen:

Zentrum für Randschichtanalystik und -technik
Derzeit beschäftigen sich im Fachgebiet Metallische Werkstoffe am Institut für Werkstofftechnik etwa 25 wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiter sowie studentische Hilfskräfte mit aktuellen werkstofftechnischen Fragen, wobei die Ermittlung und Bewertung von Eigenspannungen einen Schwerpunkt darstellen. Eine Reihe von Projekten auf diesem Gebiet werden mit Industriepartnern realisiert. Die Nachfrage nach Dienstleistungen aus der Industrie zur Analyse und Bewertung von Eigenspannungen hat im vergangenen Jahr eine solche Intensität angenommen, dass zu ihrer Bewältigung eine eigene Arbeitsgruppe ZERTECH (Zentrum für Randschichtanalytik- und technik) gebildet wurde.
Als eines der wichtigsten Meßverfahren hat sich die Methode der Röntgenbeugung bewährt, die zerstörungsfrei die Ermittlung von Eigenspannungen, Verfestigung, Texturen und Phasenanteilen gestatten. Aufgrund der empfindlichen Abhängigkeit dieser Kenngrößen von Fertigungsprozessen und Prozeßparametern lassen sich röntgenographische Verfahren auch zur Qualitätskontrolle einsetzen. Das ZERTECH besitzt langjährige Erfahrungen mit diesen Methoden. Es bietet: Eigenspannungsanalyse, Prüfung von Randschichteigenschaften, Prüfung von Bauteilen, F + E zur Optimierung von Randschichtzuständen, Beratung und Begutachtung sowie Erstellung von Expertisen.
Kontakt:
Institut für Werkstofftechnik, Metallische Werkstoffe,
Tel. (0561) 804-3659, Telefax: (0561) 804-3662
Prof. Dr.-Ing. Berthold Scholtes, E-Mail: scholtes@hrz.uni-kassel.de
Dr.-Ing. Wolfgang Zinn, E-Mail: zinn@hrz.uni-kassel.de

ISET e.V. / Bereich Wasser und Biomasse
Die Messepräsentation richtet sich insbesondere an das produzierende Gewerbe sowie Dienstleistungsunternehmen, Planungsbüros, Forschungseinrichtungen und andere Institutionen, die auf den Gebieten Wasser- und Abwasserbehandlung, rationelle Energieverwendung und erneuerbare Energien tätig sind.

Am ISET in Hanau, einer Tochter des Instituts für Solare Energieversorgungstechnik - Verein an der Universität Gesamthochschule Kassel e.V., werden vorwiegend die folgenden Aufgabenfelder behandelt:
Rationelle Energieverwendung sowie Wasser- und Abwasseraufbereitung, energetische Biomassenutzung, Windenergienutzung, Photovoltaik, Speicher- und Hybridsysteme. Die Tätigkeiten des Institutes umfassen theoretische Betrachtungen, experimentelle Untersuchungen, Feldtests sowie konkrete geräte- und verfahrenstechnische Entwicklungen, wie
· Dynamische Simulation von Kläranlagen und Kanalnetzen
· Funktions- und Energieoptimierung von Abwassersystemen
· Abwasser- und Energiemessprogramme auf Kläranlagen
· Autarke dezentrale Systeme zur Wasser- und Abwasserbehandlung (Meer- und Brackwasserentsalzung, Desinfektion)
· Planung, Betreuung und Durchführung von Entwicklungsvorhaben und Pilotprojekten u.a.

EloFlux Fuel Cell, alkalische Brennstoffzelle zur umweltfreundlichen Stromerzeugung
Die Stromerzeugung der Zukunft erfolgt durch die Umsetzung von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser. Dies geschieht in einer Art Batterie, die man Brennstoffzelle nennt. Einziges dabei entstehendes Abgas ist Wasserdampf. Auf der ACHEMA 2000 stellt die GhK die unter der Leitung von Prof. Winsel entwickelte und nun von der gaskatel GmbH hergestellte alkalische EloFlux-Brennstoffzelle vor. Gegenüber anderen Brennstoffzellen hat die EloFlux-Brennstoffzelle viele Vorteile. Sie arbeitet bei geringen Drücken und Temperaturen und ist daher benutzerfreundlich. Als Katalysatoren dienen Nickel und Silber im Gegensatz zum üblicherweise eingesetzten Platin. Dies ist nicht nur durch den deutlich geringeren Preis dieser Materialien sondern vor allem durch die sehr begrenzten Platinvorkommen auf der Welt von großer Wichtigkeit. Die kompakte Bauweise erlauben Leistungen von mehr als 200 Watt pro kg und 160 Watt pro Liter.

Ebenso präsentiert wird in diesem Zusammenhang "Densoflex", ein Säuredichtemesser zur Erfassung des Ladezustandes von Bleibatterien. Die einzige Möglichkeit, den Ladezustand einer Bleibatterie zu messen, ist die Bestimmung der Säuredichte. Da die Dichte der Säure temperaturabhängig ist, muss diese miterfasst werden. Ein zusätzliches Problem ist die Schichtung der Säurekonzentration innerhalb der Batterie. Das heisst, dass die Dichte der Säure von oben nach unten zunimmt. Densoflex misst sowohl die Säuredichte als auch die Temperatur. Dabei wird ausgenutzt, dass ein Faden aus einem speziellen Material (Ionenaustauscher) seine Länge in Abhängigkeit von der Säuredichte ändert. Die Längenänderung wird erfasst und in ein elektrisches Signal umgesetzt. Der Faden wird in einem Tauchrohr gespannt, dessen Länge von der Höhe der Batterie abhängig ist, in der Densoflex eingesetzt werden soll. Dadurch wird über die Säureschichtung gemittelt. In dem gleichen Rohr befindet sich ein Temperaturfühler, so dass die Säuredichte korrekt ermittelt wird.

"Hydroflex", eine Wasserstoff-Referenzelektrode mit interner Wasserstoffversorgung, ist das dritte Produkt auf dem Stand der Kasseler Physiker. Wasserstoff-Referenzelektroden wurden bisher im normalen Laboralltag kaum eingesetzt, da ihr Einsatz umständlich und teuer war. Größter Nachteil war, dass man eine Wasserstoffquelle zur Verfügung haben musste. Hydroflex ist eine Wasserstoff-Referenzelektrode, in die eine Wasserstoffquelle integriert wurde. Mit Hilfe von zwei Batterien in Knopfzellenformat wird gasförmiger Wasserstoff hergestellt und durch ein Rohr einer platinierten Gasdiffusionselektrode zugeführt. Diese taucht man direkt in den Elektrolyten. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Bezugselektroden kann Hydroflex in vielen verschiedenen wässrigen Elektrolyten ohne Elektrolytschlüssel eingesetzt werden.

Kontakt und weitere Informationen:

Fachbereich Physik, Prof. Dr. August Winsel, Tel. (0561) 804-4569, Fax: (0561) 804-4367, sowie
gaskatel GmbH, Blücherstr. 22, 34123 Kassel, Tel.: (0561) 5 91 90, Fax: (0561) 59 191, E-Mail: info@gaskatel.de, URL: www.gaskatel.de
uh
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