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Preise für drei junge Mediziner und ein Ehrendoktor für Hermann Bujard

19.05.2000 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Drei junge Mediziner von der Universität Würzburg bekamen am Freitag, 19. Mai, bei einer Feier in der Neubaukirche Preise von je 1.500 Mark für ihre Doktorarbeiten überreicht: Dr. Stephan Engelhardt, Dr. Volkhard Kempf und Dr. Tobias Straub. Außerdem verlieh die Würzburger Medizinische Fakultät dem Heidelberger Wissenschaftler Prof. Dr. Hermann Bujard die Ehrendoktorwürde.

Das Preisgeld für die jungen Mediziner stammt aus der Promotionsförderstiftung der Fakultät. Bei der Vergabe der Promotionspreise sollen vor allem Doktorarbeiten berücksichtigt werden, die "Methoden und Konzepte der Grundlagenforschung in besonders erfolgreicher Weise auf die medizinische Forschung angewendet haben". Die Förderstiftung lebt von Spenden der Fakultätsangehörigen.

Stephan Engelhardt stammt aus München und hat über die Entstehung der Herzmuskelschwäche geforscht. Volkhard Kempf, ein gebürtiger Würzburger, untersuchte die Funktionsweise des Immunsystems bei der Abwehr von bakteriellen Infektionen in der Darmschleimhaut, und Tobias Straub aus Ulm beschreibt in seiner Doktorarbeit die Entdeckung und die Funktionsweise von neuartigen Wirkstoffen gegen Krebs.

Wie Prodekan Prof. Dr. Klaus Toyka bei der Promotionsfeier berichtete, wurden im Wintersemester 1998/99 und im Sommersemester 1999 an der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg insgesamt 291 Promotionen abgeschlossen, davon 43 in der Zahnmedizin. Acht Arbeiten erhielten die höchstmögliche Bewertung "summa cum laude".

Zu den "Jung-Doktoren" in der Neubaukirche gesellte sich im Laufe der Feier ein neuer Ehrendoktor hinzu: Prof. Dr. Hermann Bujard vom Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Volker ter Meulen, Dekan der Würzburger Medizinischen Fakultät.

Prof. Bujard habe der Universität Würzburg in entscheidender Weise geholfen, das Zentrum für Infektionsforschung einzurichten. Der Heidelberger Professor habe außerdem wesentlich zur finanziellen Sicherung des Zentrums beigetragen, indem er die öffentlichen Geldgeber von der hohen Qualität der dort geleisteten wissenschaftlichen Arbeit und von der Aktualität des Themas Infektionsforschung überzeugte. Prof. Bujard, Jahrgang 1934, leitet den Wissenschaftlichen Beirat des Zentrums für Infektionsforschung seit dessen Gründung im Jahr 1993.

Seine wissenschaftlichen Verdienste hat sich der neue Ehrendoktor laut Prof. ter Meulen auf dem Gebiet der Genaktivierung und -kontrolle erworben. Seinen Arbeiten sei es beispielsweise zu verdanken, dass man heute die Aktivität einzelner Gene in Zellkulturen nach Belieben regulieren kann. Neben seinen Arbeiten zur Molekularbiologie widmete sich Prof. Bujard auch dem Studium der Malaria. Dabei identifizierte er ein Protein, das möglicherweise die Grundlage für einen Impfstoff darstellen könnte.

Prof. Bujard hielt nach seiner Ehrung den Festvortrag zum Thema "Wenn Gene schaltbar werden - ein neuer Weg zum Verständnis ihrer Funktion". Mitglieder des Akademischen Orchesters der Universität Würzburg unter Leitung von Rudolf Dangel sorgten für musikalische Einlagen bei der Feier, die mit einem Empfang im Foyer der Universität am Sanderring ausklang.
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