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Entwicklungsgeschichte der Erde

19.05.2000 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster


Neues Labor für Geochemie an der Universität Münster. Die Rekonstruktion der Entwicklungsgeschichte der Erde erfordert einen breit gefächerten Ansatz unter Einbeziehung verschiedener geowissenschaftlicher Disziplinen. Neben den klassischen petrographischen und paläontologischen Ansätzen zur Untersuchung der Gesteine und den darin enthaltenen Fossilien spielen geochemische Untersuchungsmethoden eine immer größere Rolle. So liegt der Forschungsschwerpunkt am Lehrstuhl für Historische und Regionale Geologie seit der Wiederbesetzung vor einem Jahr mit Prof. Dr. Harald Strauß in der Rekonstruktion der chemischen Evolution des Planeten Erde.

Mit Unterstützung von Bund und Land konnte in den vergangenen Monaten an der Corrensstraße für insgesamt rund 1,3 Millionen Mark ein neues "Labor für die Geochemie der Stabilen Isotope" am Lehrstuhl für Historische und Regionale Geologie eingerichtet werden, das durch entsprechende analytische Ausstattung einschließlich der notwendigen Großgeräte, darunter zwei Massenspektrometer und diverse Peripheriegeräte, zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragestellungen in hervorragender Weise gerüstet ist. Am Freitag (19. Mai 2000) wurde das Labor in Münster feierlich eröffnet.

Die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Hydrosphäre, Biosphäre und Lithosphäre sind vielfach mit chemischen Reaktionen und stofflichen Änderungen verbunden. Vor diesem Hintergrund werden in nahezu kriminalistischer Weise geochemische Fingerabdrücke gesucht, die entsprechende Prozesse und Wechselwirkungen identifizieren. Hierzu wird am münsterschen Lehrstuhl für Historische und Regionale Geologie ein weitestgehend konzentrationsunabhängiges Signal genutzt, die sogenannten stabilen Isotope der Elemente Kohlenstoff, Schwefel, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff. Zentrales Thema der Forschungsprojekte sind die Veränderungen des Ozean-Atmosphäre-Systems in Folge geologischer Ereignisse von globaler Tragweite. Hinzu kommt die Identifizierung biologisch gesteuerter Prozesse in der geologischen Vergangenheit und die Rekonstruktion unterschiedlicher Lebensformen und Lebensgemeinschaften. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen sowohl heutige Ablagerungen als auch vor allem Gesteine aus den Anfängen der erdgeschichtlichen Entwicklung.
Die Einsatzmöglichkeiten der "Stabilen Isotopen-Geochemie" und damit auch des neuen Labors sind aber wesentlich breiter angelegt und betreffen nahezu die gesamten Erdwissenschaften. Dabei werden sowohl Aspekte der Grundlagenforschung als auch Fragestellungen aus dem Themenkreis Umwelt und die Wechselwirkungen des Menschen mit der Erde betrachtet. Schließlich finden sich aber auch breite Einsatzmöglichkeiten außerhalb der Geowissenschaften, wie beispielweise in der Archäologie oder auch der Biologie.
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