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Verdienste um die Krebsforschung

22.05.2000 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Privatdozent Dr. Jürgen Behrens vom Max- Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin ist der diesjährige Preisträger des Gerhard-Domagk-Preises für klinische und experimentelle Krebsforschung. Die Preisverleihung erfolgt am 5. Juni 2000 um 16.30 Uhr im Rahmen eines Festaktes im Hörsaal des Gerhard-Domagk-Instituts für Pathologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Der 42-jährige Wissenschaftler erhält die renommierte Auszeichnung für seine experimentellen Arbeiten zur Aufklärung der molekularen Mechanismen in der Tumorentstehung. Seit langem ist bekannt, dass die Entwicklung eines Tumors auf Störungen im genetischen Programm einer Zelle zurückzuführen ist, die zu Fehlregulationen des Zellwachstums führen. Behrens konnte die wichtige Funktion von zwei Schlüsselsubstanzen in diesem komplizierten Regelkreis nachweisen. So hat er als erster die wichtige Funktion des Moleküls Catenin für das Zellwachstum aufdecken können.

Darüber hinaus hat er erstmals nachweisen können, dass der Aufbau des Catenins durch ein weiteres Protein, das APC- Protein, reguliert wird. Störungen dieser beiden wichtigen Substanzen innerhalb der Zellen können somit die Tumorentstehung fördern. Durch diese Erkenntnisse werden erstmals auch die seit längerer Zeit bekannten genetischen Veränderungen des Catenin- und APC-Gens deutlich. Diese beiden Gene und ihre Substanzen spielen zum Beispiel eine große Rolle bei der Entstehung des Dickdarmkrebses. Der Preisträger hat somit einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der molekularen Entwicklung von Tumoren geliefert. Für diese international anerkannte Leistung wird ihm der Gerhard- Domagk-Preis verliehen.

Der Gerhard-Domagk-Preis ist mit 20.000 Mark dotiert. Die nach dem Nobelpreisträger für Medizin des Jahres 1939 und ehemaligen Hochschullehrer für Pathologie der Universität Münster benannte Auszeichnung wird von der Stiftung "Krebsforschung Prof. Dr. Gerhard Domagk" bei der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Wilhelms-Universität und der Firma Bayer AG getragen und alle zwei Jahre verliehen.
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