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Herzmuskelschwäche durch Blutwäsche entfernen

23.05.2000 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Die Arbeitsgruppe des neu ernannten Ordinarius für Kardiologie, Prof. Dr. Stephan Felix, erhielt vor kurzem den Rudolf-Thauer-Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie-Herz- und Kreislaufforschung und eröffnet damit eine Kooperation Greifswald-Berlin.

Die Arbeitsgruppe ist ausgezeichnet für die Präsentation ihrer Arbeitsergebnisse zu "Eliminierung kardiodepressiver Antikörper bei dilatativer Kardiomyopathie durch eine Immunadsorption".

Die dilatative Kardiomyopathie ist eine verhältnismäßig häufige Herzmuskelschwäche, an der 30 bis 50 von 100000 Menschen leiden - die Herkunft der Krankheit ist ungeklärt. Vor allem Männer mittleren Lebensalters sind betroffen und haben dann, so Prof. Felix, "eine außerordentlich schlechte Prognose". In den meisten Fällen sei der einzige Ausweg eine Herztransplantation.

Stephan Felix' Arbeitsgruppe prüfte während der letzten Jahre eine neue Therapie. Sie konnte nachweisen, daß sich bei einem Teil der Patienten "kardiotoxische Antikörper" gebildet hatten, die sich gegen die Herzmuskelzellen richten. Die Antikörper konnten mit einer "Immunadsorptionstherapie" entfernt werden, einer speziellen Blutwäsche, die gezielt das Blut von Antikörpern befreit. Die Ergebnisse sind soeben auch im Journal of the American College of Cardiology (vol. 35, S. 1590-1598) publiziert.

Die grundlegenden Arbeiten über die Immunadsorptionstherapie sind in Berlin durchgeführt worden, als Prof. Felix noch am Universitätsklinikum Charité wirkte. Weiterführende Arbeiten sind jetzt in Greifswald zusammen mit der Charité geplant.

Informationen zu der neuen Methode gibt gerne
Prof. Dr. Stephan Felix, Zentrum für Innere Medizin B,
Friedrich Loeffler-Str. 23b, 17487 Greifswald,
Tel. 03834-86-6656, Fax 03834-86-6657, e-mail: felix@uni-greifswald.de
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