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Sprachgesteuertes Riesenrad mit Mecki & Co; Mini-Expo zum 40jährigen Bestehen der FHU

23.05.2000 - (idw) Fachhochschule Ulm

Runde Geburtstage feiert man nicht gerne alleine. Die Fachhochschule Ulm (FHU), deren Wurzeln auf die am 27. Mai 1960 gegründete Staatliche Ingenieurschule Ulm zurückgehen, hat daher als Ort aller Feierlichkeiten das Ulmer Stadthaus gewählt, um dieses Ereignis in das Bewußtsein der Bürgerschaft zu tragen. Als älteste Hochschule im Ulmer Raum präsentiert sie im Rahmen einer Ausstellung vier Jahrzehnte Hochschulentwicklung in gestraffter Form, die es Besuchern - einheimischen wie auswärtigen - en passant möglich macht, einen Überblick über Zeitgeschichte und Schlüsselereignisse zu erhalten.

Die FHU hat sich in dieser Zeit als technische Hochschule profiliert, deren oberstes Ziel es ist, qualifizierten Ingenieurnachwuchs nach modernstem Stand der Technik auszubilden. Ein technisches Verfahren, das erst am Anfang eines Durchbruchs steht, ist das Steuern durch Sprache. Als Kernstück der Ausstellung hat die FHU ein Riesenrad aus der Schaustücksammlung der Fa. Margarete Steiff, Giengen, gewählt, das unter Leitung von Professor Dipl.-Ing. Peter Konold durch Studierende der FHU eine Sprachsteuerung erhalten hat. 14 Tage lang - vom 23.05. bis 04.06.2000 - sollen Mecki & Co. Groß und Klein animieren, sich per Knopfdruck und einfache Befehle mit dieser neuen und vielseitig einsetzbaren Technik auseinanderzusetzen. Gleichzeitig sind die Gondeln des Riesenrades mit Symbolen der an der FHU angebotenen Studiengänge bestückt.

Sprachsteuerung ist ein Spezialgebiet an der FHU. Diese Technik läßt sich beispielsweise zur Steuerung von Robotern, bei der Lagerverwaltung, in der Bürokommunikation oder als Hilfe für Behinderte einsetzen. Physikalisch betrachtet, ist ein gesprochenes Wort nichts anderes als eine Menge von Luftschwingungen mit charakteristischen Tonhöhen und Lautstärken. Diese lassen sich in elektrische Signale umwandeln, die zur Steuerung bzw. Handhabung eines Gerätes verwendet werden können.

Um Geräte durch Sprache zu bedienen, benötigt man eine ganze Reihe technischer Bausteine wie Mikrophon, Spracherkenner, Mikroprozessor zur Sprachverarbeitung, Zuordnung und Steuerung der Signale, Sensoren, Leistungsverstärker und Ausgabeelemente. Die meisten davon sind heute käuflich erwerbbar. Dennoch werden im Anwendungsfall technische Anpassungen erforderlich. Im Falle des sprachgesteuerten Riesenrades wurde die Mikrocontroller-Steuerung an der FHU entwickelt, ebenso die Ansteuerung durch Sensorik und Prozessor. Außerdem mußte für eine An- und Abschaltverzögerung gesorgt werden, um die Elektronik nicht zu überlasten.

Zum Gehirn einer jeden Sprachsteuerung gehört das Spracherkennungssystem, von dem es zwei Typen gibt. Das sprecherabhängige System, welches in der Bürokommunikation eingesetzt wird, muß auf den Nutzer trainiert werden und beherrscht einen großen Wortschatz. Das sprecherunabhängige System arbeitet dagegen nutzerneutral, reagiert aber nur auf einen kleinen Wortschatz zuverlässig. Das sprachgesteuerte Riesenrad nutzt das sprecherunabhängige System. Das Projekt "Sprachgesteuertes Riesenrad" ist ein weiteres Beispiel, wie an der FHU Konzepte zur Sprachsteuerung entwickelt werden mit dem Ziel, die künftige Akzeptanz dieser weitgehend draht- und papierlosen Form von Kommunikation zu fördern und ihre Zuverlässigkeit zu steigern.
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