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Neu in Würzburg: Prof. Dr. Tanja Schirmeister

24.05.2000 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Mitte April 2000 wurde die Apothekerin Dr. Tanja Schirmeister zur Professorin für Pharmazeutische Chemie an der Universität Würzburg ernannt. Sie ist 36 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder.

Tanja Schirmeister wurde 1963 in Freiburg im Breisgau geboren. In ihrer Heimatstadt studierte sie Pharmazie; anschließend absolvierte sie ihr Praktikum in der Apotheke. Von 1989 bis 1993 war sie dann mit ihrer Doktorarbeit im Fach Pharmazeutische Chemie an der Universität Freiburg beschäftigt. Dort nahm sie gleich danach auch die Habilitation in Angriff, die sie 1999 abschloss. Im März 2000 erhielt sie den Ruf auf die Würzburger C3-Professur für Pharmazeutische Chemie.

Als Forscherin befasst sich Prof. Schirmeister mit eiweißspaltenden Enzymen, den so genannten Cystein-Proteasen. Einige davon sind im Körper des Menschen an Erkrankungen beteiligt, zum Beispiel Krebs, Schlaganfall, Muskelerkrankungen oder Osteoporose. Auch bei Tropenkrankheiten wie Malaria und Bilharziose sowie bei Viruserkrankungen - unter anderem Hepatitis - tauchen die Cystein-Proteasen auf: In diesen Fällen stammen sie aus den Erregern und können den Krankheitsverlauf verschlimmern.

Tanja Schirmeister und ihr Team wollen neue Hemmstoffe gegen diese Proteasen entwickeln und damit einen neuen Ansatzpunkt für die Behandlung der genannten Krankheiten finden. Ihre unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Arbeiten umfassen die Synthese neuer Hemmstoffe und deren Testung an isolierten Enzymen. Erweist sich ein Hemmstoff als gut, dann wird er in Kooperation mit anderen Arbeitskreisen an Zellkulturen und Tiermodellen weitergetestet. Außerdem versucht die neue Professorin, auch die Wirkungsweise der Hemmstoffe aufzuklären.

Was die Lehre angeht, so leitet Prof. Schirmeister an der Uni Würzburg Praktika für Pharmaziestudierende, zum Beispiel über die qualitative und quantitative Analyse von anorganischen Arznei-, Hilfs- und Schadstoffen. Sie hält zudem zusammen mit weiteren Kollegen die Hauptvorlesung "Pharmazeutische Chemie".

Die neue Professorin wurde mehrfach für ihre Arbeit ausgezeichnet: 1993 erhielt sie den Carl-Wilhelm-Scheele-Preis der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) für ihre mit "summa cum laude" bewertete Dissertation. Fünf Jahre später folgte der Habilitandenpreis der Fachgruppe Medizinische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Fachgruppe Pharmazeutische Chemie der DPhG. 1998 bekam sie auch den mit 30.000 Mark dotierten Eugen-Graetz-Förderpreis der Universität Freiburg.
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