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Neue Therapie für Brustkrebs: An Zellen und im Tiermodell erfolgreich

24.05.2000 - (idw) Charité-Universitätsmedizin Berlin

Aus der Medizin für die Medien 21-2000

Krebszellen zeichnen sich durch unbegrenztes Wachstum aus, das aber nicht zu einer spezialisierten Gewebefunktion führt. Außerdem haben die Krebszellen die Fähigkeit normaler Zellen zur Apoptose, das heißt zur Einleitung des eigenen Untergangs, verloren.
An Zellen und im Tierversuch an Mäusen hat unlängst die Arbeitsgruppe um Elena Elstner von der "Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie" der Charité herausgefunden, daß man das Krebszellwachstum stoppen und die Apoptose wieder in Gang bringen kann durch Bindung bestimmter Substanzen an spezielle Rezeptoren, sogenannte Nukleohormonrezeptoren.
Ein solcher Rezeptor ist PPAR-gamma, ein -Rezeptor, der sich sowohl in Fettzellen als auch in Brustkrebszellen vermehrt findet. (Hier könnte auch der vermutete Zusammenhang zwischen Fettsucht und Brustkrebs liegen). Ein weiterer Nukleohormon-Rezeptor ist der sogenannte Retinol-Rezeptor.
Elstner und ihre Arbeitsgruppe haben nun zweierlei entdeckt: Bindet man PPAR-gamma an die Substanz Troglitazon (ein Thiazolidin-Derivat, das in der Diabetes-Therapie verwendet wird), so kommt es zum Wachstumsstop der Krebszelle, aber nur solange die Substanz gegeben wird. Bindet man allerdings zusätzlich den Retinol-Rezeptor mit seinem spezifischen Liganden, der Substanz Retinolsäure (die bei bestimmten Leukämien eingesetzt wird), so kommt es zu irreversibler Wachstumshemmung. (Proceedings of the American Academy of Science 95 [1998] 8806-8811). Elstner und Mitarbeiter hatten diese ersten Befunde an Brustkrebszellen erhoben, die Östrogenrezeptoren besitzen, was schon lange als Zeichen relativer Gutartigkeit von Brustkrebs gilt. Jetzt konnten die Forscher Ihre Erkenntnisse auch an sieben weiteren Zellinien von Brusttumoren bestätigen, die weit bösartiger sind. Obendrein führte die kombinierte Anwendung von Troglitazon und Retinolsäure im Tierversuch an Mäusen zu Apoptose und Tumorzelluntergang und zwar ohne, daß giftige (toxische) Nebenwirkungen bei den Nagern festzustellen waren. (Hier könnte sich ein neue, nebenwirkungsarme Therapie für Brustkrebs eröffnen.

Für ihre Erkenntnisse, die Frau Dr. Elstner auf dem diesjährigen Kongreß der Deutschen Krebsgesellschaft in Berlin vorgestellt hat, ist sie mit dem Posterpreis 2000 ausgezeichnet worden.
Silvia Schattenfroh
_______________________________________________________
Charité
Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität Berlin

Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
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FON: (030) 450-70-400
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