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In Heidelberg fand jetzt ein Kolloquium zur deutschen und russischen Philosophie statt

31.05.2000 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Überraschend war, in welchem Maß die Phänomenologie Husserls und Heideggers und nicht zuletzt Gadamers Denken heute für die russische Philosophie prägend sind

Vom 22. bis 24. Mai fand in Heidelberg ein Russisch-Deutsches Philosophie-Kolloquium statt. Thema dieser Tagung von Philosophen aus St. Petersburg und Heidelberg war "Der Einfluss der deutschen Philosophie auf die russische Philosophie im 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts und die weitere Entwicklung der Philosophie in Russland und Deutschland". Vorbereitet und organisiert von Prof. Dr. Heimo Hofmeister (Lehrstuhl für Religionsphilosophie-Philosophie, Theologische Fakul-tät) gemeinsam mit den Professoren Reiner Wiehl und Hans Friedrich Fulda (Philosophisches Seminar), ging es in dieser Veranstaltung um die Aufarbeitung der vielfältigen Beziehungen deutschen und russischen Philosophierens in der Vergangenheit und um neue Perspektiven für eine künftige Zusammenarbeit.

Das Generalthema der Veranstaltung war bewusst sehr weit gefasst, um den Einfluss, den nicht zuletzt Heidelberg auf die russische Philosophie ausübte, entsprechend herausarbeiten zu können und hier vor allem einem Bedürfnis der Vertreter von St. Petersburg entgegenzukommen. Die Vielfältigkeit der Beziehungen, die in den einzelnen Referaten dargestellt wurden, und der Einfluss der deutschen Philosophie auf das russische Denken, der von den Russen herausgearbeitet wurde, war vor allem für die deutschen Teilnehmer überraschend. Die einzelnen Referate griffen kongenial ineinander, sodass diese zusammen mit der Diskussion ein Stück heutiger philosophischer Entwicklung verständlich werden ließen.

Überraschend war nicht nur der im historischen Überblick skizzierte und von den russischen Gästen durchweg zum Ausdruck gebrachte starke Einfluss der deutschen Philosophie auf die russische. Ebenso erstaunte, in welchem Maß die Phänomenologie Husserls und Heideggers und nicht zuletzt Gadamers Denken heute für die russische Philosophie prägend ist - wenn denn, wie es ein russischer Teilnehmer gegen Ende des Kolloquiums zum Ausdruck brachte, die Referate der St. Petersburger von ihrer thematischen Gewichtung her die momentane Situation der Philosophie in Russland widerspiegeln. Hier ergeben sich viele Anknüpfungspunkte für Weiterentwicklung.

Nachdem einleitend B. Flickinger allgemein Schlaglichter auf die deutsch-russischen philosophischen Beziehungen im 18. und 19. Jahrhundert geworfen hatte, wurden in den folgenden Beiträgen einige Bereiche ausgeleuchtet: Husserls Phänomenologie und russischer Intuitivismus (S. Stavtsev), Heidelberger Philosophie in den zwanziger Jahren (D. Kaegi), Rezeption der Phänomenologie in Russland (D. Razeev), Karl Jaspers' Psychologie der Weltanschauungen zwischen Metaphysik und Erfahrung (R. Wiehl), Hermeneutik in Russland (B. Sokolov), Kuno Fischer als philosophischer Aufklärer in Russland (A. Rukavischnikov).

Rückfragen bitte an:
Prof. Dr. Heimo Hofmeister
Tel. 06221 543300, Fax 543196

oder:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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