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"brustBILDER" zur Expo 2000

31.05.2000 - (idw) Universität zu Lübeck

"Vom Schönheitsideal zur Realfrau" - Schleswig-Holsteins Beitrag zur Internationalen Frauenuniversität in Hannover

Die Medizinische Universität zu Lübeck präsentiert zur Expo 2000 das Projekt "brustBILDER - Vom Schönheitsideal zur Realfrau". Es wird am Dienstag, dem 6. Juni 2000, eröffnet. Die Ausstellung ist zunächst in Göttingen und ab 5. Juli in Lübeck zu besichtigen.
In Lübeck wird "brustBILDER" offiziell am Freitag, dem 7. Juli 2000, mit einer Veranstaltung im Heiligen-Geist-Hospital eröffnet (19 Uhr). "Brustkrebs - Frauen kümmert Euch!" ist das Thema des Vortrages, den Dr. Regine Hildebrandt, Mitglied des SPD-Vorstandes, auf dieser Veranstaltung hält. Anwesend ist auch Heide Moser, Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Schleswig-Holstein.
"brustBILDER" ist Teil der Internationalen Frauenuniversität (ifu), die parallel zur Weltausstellung Expo 2000 in Hannover stattfindet. Es ist das einzige Kooperationsprojekt der ifu aus Schleswig-Holstein. Initiatorinnen sind die Frauenbeauftragten der MUL, Dr. Sabine Voigt, und der Medizinischen Einrichtungen der Universität Göttingen, Carmen Franz, sowie Dr. Catrin Halves, Ärztin im Katharinen-Hospiz Flensburg.
Als Leitidee des Vorhabens formulieren die Veranstalterinnen "Über den Blick auf den anderen Körper den eigenen Körper entdecken". Sowohl historisch als auch zeitgenössisch wurde und wird das Frau-Sein vorrangig durch die Brust definiert. In Fortsetzung eines historischen Konzepts propagieren auch die heutigen Medien ein weibliches Schönheitsideal, welches maßgeblich über die Brust dargestellt wird.
Besonderes Ziel des Projektes ist es, Brustkrebs nicht nur als Krankheit aus medizinischer Sicht zu betrachten, sondern den Umgang mit der Krankheit aus Sicht der Gesellschaft und des Individuums zu thematisieren und ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Mehr als andere Tumore ist Brustkrebs mit den zusätzlichen Komponenten der Diskriminierung, der sexuellen Unsicherheit und einem daraus resultierenden mangelnden Selbstwertgefühl verbunden.
Die Ausstellung soll die Angst vor der Erkrankung und vor der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper abbauen helfen. Somit greift das Projekt sowohl das Thema der "body violation" als auch die Idee des empfindenden Körpers auf. Dies sind im Rahmen der Internationalen Frauenuniversität zwei Schwerpunkte des Themenbereichs "Body - Experiences, Politics and Concepts".
Der erste, didaktische Teil der Ausstellung zeigt, wie Frauen zu ihrem heutigen körperlichen Selbstverständnis gekommen sind. Es wird verdeutlicht, dass dieses Selbstverständnis in eine bestimmte historische Tradition der Frauendarstellung eingebettet ist. Tafeln zu medizinischen Fragen, zu Selbsthilfegruppen, Kunsttherapie etc. liefern umfassende Informationen zum Thema.
Im zweiten Teil der Ausstellung setzen sich zeitgenössische Künstlerinnen mit weiblichem Körper und weiblicher Brust auseinander. Hier soll das weibliche Schönheitsideal hinterfragt und der weibliche Körper, insbesondere die weibliche Brust, den symbolischen Zuschreibungen männlicher Ordnung entzogen werden.
Ein medizinisches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Workshops ergänzt und begleitet die Ausstellung.

"brustBILDER" - Die Ausstellung:
6.6 - 1.7.2000 Göttingen, Foyer der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (mo. - fr. 9 - 22 Uhr, sa. 10 - 17 Uhr)
5. - 30. 7.2000 Lübeck, Heiligen-Geist-Hospital (di. - so. 10 - 17 Uhr)

"brustBILDER" - Die Vorträge:

7.7. Dr. Regine Hildebrandt: "Brustkrebs - Frauen kümmert Euch!"
10.7. Dr. Eva Schindele: "Mythos Vorsorge - Vom Nutzen und Schaden des Brustkrebsscreenings"
13.7. Dr. Anke Schmidt: "Es wird sich nichts ändern, wenn wir nichts ändern - Was wir von der amerikanischen Brustkrebsbewegung lernen können"
18.7. Prof. Dr. Walter Jonat: "Interdisziplinäre Therapiekonzepte des Mammakarzinoms"
(Mit Ausnahme des Eröffnungsvortrags im Heiligen-Geist-Hospital finden die Vorträge im Institut für Medizin- und Wissenschaftsgeschichte der MUL, Königstraße 42, statt. Der Eintritt ist frei.)
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