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Medizinische Informatik für Fernstudierende

02.06.2000 - (idw) Universität zu Lübeck

Gemeinsames Angebot der Universitäten Lübeck und Hagen

Erstmals kann jetzt bundesweit "Medizinische Informatik" im universitären Fernstudium studiert werden. Gemeinsam bieten die Medizinische Universität zu Lübeck und die FernUniversität Hagen dieses Nebenfach ab dem Wintersemester 2000/2001 den Hagener Informatik-Fernstudierenden an. Für die Inhalte ist die Lübecker Universität verantwortlich, die Lehre erfolgt über das seit 25 Jahren bewährte Fernstudiensystem der Hagener Uni. Die Einschreibung ist ab sofort bei der FernUniversität möglich, die Frist endet am 15. Juli. Auch Weiterbildungsinteressenten und -interessentinnen können als Gasthörer die Kurse belegen.
Die Berufsaussichten für Medizininformatiker werden allgemein als exzellent eingeschätzt, da dieses Gebiet auch in Zukunft ein enormes Wachstumspotenzial hat. Um die Möglichkeiten moderner Informationsverarbeitung im gesamten Gesundheitswesen nutzen zu können, braucht man Informatiker mit zusätzlichen Kenntnissen aus den verschiedensten Bereichen. Die Medizinische Informatik umfasst die systematische Verarbeitung von Informationen im Gesundheitswesen durch die Modellierung von informationsverarbeitenden Systemen unter der Zielsetzung, diese zu beschreiben, zu analysieren, zu konstruieren und zu bewerten, wobei eigenständige Methoden der Medizinischen Informatik, der Informatik, der Mathematik, der Biometrie und der Betriebswirtschaftslehre angewandt werden und die praktische Systemrealisierung wesentlich durch den Einsatz von Computern erfolgt.
"Medizinische Informatik" gibt es als Nebenfach im Informatikstudium an einigen Präsenz-Universitäten in Deutschland, so auch seit 1993 an der Medizinische Universität zu Lübeck (MUL). Unter der Leitung des Institutes für Medizinische Informatik der MUL (Direktor Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. med. habil. S.J. Pöppl) wird das Lübecker Nebenfach von Experten der MUL und anderen Universitäten in Form von schriftlichen und multimedialen Lehrmaterialien für die Fernlehre aufbereitet. Das Lehrangebot wird 50 Semesterwochenstunden umfassen und auch über das Internet in der "Virtuellen Universität (VU)" der FernUniversität angeboten werden. Auch die Betreuung der Fernstudenten wird über die VU durch die MUL erfolgen, die damit selbst zur Fernlehreinrichtung wird. Auf diese Weise kooperieren Universitäten zweier Bundesländer auf dem Gebiet der grundständigen Fernlehre.

Bewerbungsunterlagen: FernUniversität Hagen, Studentensekretariat, Tel. +49 (0)2331 987-2444
Weitere Informationen: Medizinische Universität zu Lübeck, Institut für Medizinische Informatik, Tel. +49 (0)451 500-6644


Hintergrund und Service:

Der Wissenschaftsrat hatte sich 1992 in seinen "Empfehlungen zum Fernstudium" für eine Diversifizierung der Fernstudienlandschaft ausgesprochen und ein bundesweites Förderprogramm Fernstudium initiiert. Dies brachte in der Folgezeit vor allem Hochschulen auf den Plan, denen der Gedanke des Fernstudiums nicht erst nahegebracht werden musste, da sie bereits in Zusammenarbeit mit der FernUniversität Fernstudienzentren zur Betreuung der Hagener Angebote eingerichtet hatten. Verteilt über das Bundesgebiet, von Karlsruhe bis Rostock, entstanden neue Fernstudienangebote, vor allem auf dem Sektor weiterbildender Studien. Hingegen blieb die FernUniversität auf dem Feld grundständiger Angebote, wo eine Finanzierung über Gebühren nicht möglich ist, weitgehend Alleinanbieter.
Die Kooperation mit der FernUniversität suchte hingegen ein 1997/98 an der Medizinischen Universität zu Lübeck unter der Federführung des Instituts für Medizinische Informatik (Prof. Dr. Dr. Pöppl)zustande gekommenes Projekt zum Thema "Medizinische Informatik". Ein im grundständigen Lübecker Informatikstudium vorhandenes Nebenfach wird als Fernstudium aufbereitet und in das System der FernUniversität Hagen transferiert. Die Medizinische Universität wahrt dabei die Verantwortlichkeit für die Inhalte ihrer Lehre bis hin zur Durchführung der entsprechenden Prüfungen; gegenüber den Nebenfachstudierenden tritt sie als Mitglied des Verbundes zweier Fernlehreinrichtungen auf. Hochschulrechtlich vollzieht sich das Ganze allerdings unter dem Dach des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, das das neue Nebenfach in die Diplomprüfungsordnung des Hagener Studienganges Informatik aufnimmt. Nicht in Lübeck, sondern bei der FernUniversität sind ferner die gewünschten Kurse im Zuge der Einschreibung bzw. Rückmeldung zu belegen; nach Hagen überweist man die daraus resultierenden "Materialbezugsgebühren" (nicht mit Studiengebühren zu verwechseln; die Rechnung, die die FernUniversität stellt, bleibt bescheiden), und von dort erhält man das Studienmaterial - sei es per Briefpost oder über das Internet.
Das Thema Internet beweist seine Aktualität auch hier: Mit erheblichen Anstrengungen geht von Hagen aus eine virtuellen Universität in immer mehr Bereichen in Betrieb. Auch das Nebenfach Medizinische Informatik wird in diesem Rahmen komplett über das Netz angeboten und betreut werden. In einige Kurse werden zusätzlich zum Text in größerem Maße weitere Medien, vor allem farbige Bilder, integriert werden. Auch hier treten die Lübecker in die Fußstapfen ihrer Partnerhochschule, deren "Zentrum für Fernstudienentwicklung" bei multimedialem Lehrmaterial schon erhebliche Entwicklungserfolge verzeichnen kann. In dem "Institut für Multimediale und Interaktive Systeme" (Prof. Dr. Herczeg) weist die Medizinische Universität zu Lübeck allerdings bereits ähnliche Strukturen auf; in diesem Institut wurde aus Projektmitteln eine zusätzliche Stelle für die multimediale Aufbereitung der Kurse eingerichtet. Über das Internet wird auch der größte Teil der Kursbetreuung durch Lübecker Wissenschaftler bzw. durch über die MUL einbezogene Externe erfolgen. Antworten auf ihre Fragen werden die Fernstudierenden vor allem per E-Mail oder in moderierten Newsgroups erhalten. Zur Lernerfolgskontrolle sind Einsendeaufgaben vorgesehen, für deren Bereitstellung, Entgegennahme und Verarbeitung eine neu entwickelte Software der FernUniversität genutzt werden soll.
Diese Darstellung zeigt, dass die Lübecker Hochschule aus der Wahrnehmung der zusätzlichen Aufgabe Fernlehre angesichts des immer wichtigeren Themas "Medien in der Lehre" durchaus profitieren wird. Im Aufbau der Fernlehre sehen die Lübecker allerdings bereits ein Kriterium für sich; einen sich in Belegungszahlen und vor allem Studienabschlüssen dokumentierenden Erfolg des neuen Angebots werden sie sich auch als eigenen Erfolg anrechnen. Wird es aber erfolgreich sein? Sehr positiv erscheinen jedenfalls die Perspektiven der Absolventen. Wie allgemein die Berufsaussichten für Informatiker so werden die Chancen für ausgebildete Medizin-Informatiker als sehr gut eingeschätzt, zuletzt im "Uni"-Magazin der Bundesanstalt für Arbeit vom Februar 2000: "Vielfach wird auf ein enormes Wachstumspotenzial und auf äußerst günstige Arbeitsmarktprognosen für Medizininformatiker hingewiesen.
Die Aufgabenfelder sind vielseitig und bieten ein außerordentlich breites Spektrum konkreter Einsatzbereiche, insbesondere mit Blick auf die Informationsverarbeitung und Modellierung von Informationssystemen. Der Umgang mit elektronisch erfassten und gespeicherten Daten, Dokumentation und Statistik, Aufbau von Datenbanken und Systemen der Archivierung bis hin zu dem sich rasant entwickelnden Bereich telemedizinischer Anwendungen und vernetzter Systeme eröffnen mannigfaltige Perspektiven." (S. 36)
Allgemein liegen berufliche Einsatzfelder in vielfältigen Bereichen des öffentlichen und des privaten Gesundheitswesens(Rechnungswesen, Krankenhaus-Informationssysteme, Einsatz- und Therapieplanung, Qualitätssicherung, Bildverarbeitung, Expertensysteme u. v. a.) und in der Industrie (Beratung, Systemanalyse, Systementwicklung, Schulung u. a.).
Im Kontakt und in Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, vor allem Medizinern, arbeiten Medizininformatiker an medizinnahen Problemstellungen; das Studium muss sie mit dem erforderlichen Maß an medizinischem Sachverständnis sowie mit fachsprachlicher Vertrautheit ausstatten. Entsprechendes Grundlagenwissen vermitteln die auf das Niveau von Nichtmedizinern ausgerichteten Kurse "Medizinische Terminologie", "Anatomie", "Physiologie und Pathophysiologie", "Pathologie" sowie "Einführung in die innere Medizin". Den Pflichtbereich des Nebenfachsstudiums machen daneben vor allem die Kurse "Informatik im Gesundheitswesen", "Digitale Bild- und Signalverarbeitung", "Medizinische Biometrie" und "Epidemiologie" aus. Zur Attraktivität des neuen Fernstudienangebots trägt ferner ein weit über das unabdingliche Minimum hinausgehendes Wahlfachangebot von 10 Kursen (insgesamt 22 SWS) in erheblichem Maße bei. Aus der Tatsache, dass 5 Kursautoren Wissenschaftler anderer Hochschulen sind, dürfte die Qualität des von Lübeck aus organisierten Fernstudienangebots profitieren. Ein großer Teil der Kurse, wie etwa Medizinische Terminologie, Epidemiologie, Krankenhausbetriebswirtschaftslehre oder Medizintechnik wird auch von Gasthörern sowie Studierenden anderer Fächer aus den unterschiedlichsten Qualifikationsanliegen heraus belegt werden.
Zur Aufnahme des Nebenfachstudiums im Wintersemester 2000/2001 können erste Kurse anhand der Einschreibunterlagen ab 15.05.2000 bzw. im Zuge der Rückmeldung ab 01.06.2000 belegt werden. Das Angebot umfasst die Themen "Medizinische Terminologie", "Anatomie I" sowie "Einführung in die klassische Physik" und "Einführung in die Physik der Quantensysteme", wobei die Medizinische Terminologie und die Anatomie empfohlenen Auftaktbelegung für das Nebenfach im Rahmen eines Vollzeitstudiums entsprechen. Das Angebot der beiden Physikkurse, die ebenso vorgezogen werden, wie voraussichtlich eine Reihe weiterer Kurse in den Folgesemestern SS 20001 sowie WS 2001/2002, trägt der Begrenzung der Projektlaufzeit bis Ende 2001 Rechnung; bis zum Auslaufen der Förderung durch Bund und Land soll ein möglichst großer Teil der Kurse zum Einsatz gekommen sein und gegebenenfalls Rückmeldungen seitens der Kursbeleger erhalten haben.
Die Aufgabenfelder sind vielseitig und bieten ein außerordentlich breites Spektrum konkreter Einsatzbereiche, insbesondere mit Blick auf die Informationsverarbeitung und Modellierung von Informationssystemen. Der Umgang mit elektronisch erfassten und gespeicherten Daten, Dokumentation und Statistik, Aufbau von Datenbanken und Systemen der Archivierung bis hin zu dem sich rasant entwickelnden Bereich telemedizinischer Anwendungen und vernetzter Systeme eröffnen mannigfaltige Perspektiven." (S. 36)
Allgemein liegen berufliche Einsatzfelder in vielfältigen Bereichen des öffentlichen und des privaten Gesundheitswesens (Rechnungswesen, Krankenhaus-Informationssysteme, Einsatz- und Therapieplanung, Qualitätssicherung, Bildverarbeitung, Expertensysteme u. v. a.) und in der Industrie (Beratung, Systemanalyse, Systementwicklung, Schulung u. a.).
Im Kontakt und in Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, vor allem Medizinern, arbeiten Medizininformatiker an medizinnahen Problemstellungen; das Studium muss sie mit dem erforderlichen Maß an medizinischem Sachverständnis sowie mit fachsprachlicher Vertrautheit ausstatten. Entsprechendes Grundlagenwissen vermitteln die auf das Niveau von Nichtmedizinern ausgerichteten Kurse "Medizinische Terminologie", "Anatomie", "Physiologie und Pathophysiologie", "Pathologie" sowie "Einführung in die innere Medizin". Den Pflichtbereich des Nebenfachsstudiums machen daneben vor allem die Kurse "Informatik im Gesundheitswesen", "Digitale Bild- und Signalverarbeitung", "Medizinische Biometrie" und "Epidemiologie" aus. Zur Attraktivität des neuen Fernstudienangebots trägt ferner ein weit über das unabdingliche Minimum hinausgehendes Wahlfachangebot von 10 Kursen (insgesamt 22 SWS) in erheblichem Maße bei. Aus der Tatsache, dass 5 Kursautoren Wissenschaftler anderer Hochschulen sind, dürfte die Qualität des von Lübeck aus organisierten Fernstudienangebots profitieren. Ein großer Teil der Kurse, wie etwa Medizinische Terminologie, Epidemiologie, Krankenhausbetriebswirtschaftslehre oder Medizintechnik wird auch von Gasthörern sowie Studierenden anderer Fächer aus den unterschiedlichsten Qualifikationsanliegen heraus belegt werden.
Zur Aufnahme des Nebenfachstudiums im Wintersemester 2000/2001 können erste Kurse anhand der Einschreibunterlagen ab 15.05.2000 bzw. im Zuge der Rückmeldung ab 01.06.2000 belegt werden. Das Angebot umfasst die Themen "Medizinische Terminologie", "Anatomie I" sowie "Einführung in die klassische Physik" und "Einführung in die Physik der Quantensysteme", wobei die Medizinische Terminologie und die Anatomie der empfohlenen Auftaktbelegung für das Nebenfach im Rahmen eines Vollzeitstudiums entsprechen. Das Angebot der beiden Physikkurse, die ebenso vorgezogen werden, wie voraussichtlich eine Reihe weiterer Kurse in den Folgesemestern SS 20001 sowie WS 2001/2002, trägt der Begrenzung der Projektlaufzeit bis Ende 2001 Rechnung; bis zum Auslaufen der Förderung durch Bund und Land soll ein möglichst großer Teil der Kurse zum Einsatz gekommen sein und gegebenenfalls Rückmeldungen seitens der Kursbeleger erhalten haben.

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