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Bachelor- und Masterstudiengänge können Studienerfolg verbessern

24.05.2000 - (idw) Universität Mannheim

Erster "Tag der Lehre" an einer baden-württembergischen Universität
Von Trotha: Bündnis für Lehre wird ausgeweitet
Frankenberg: Sehr gute Erfahrungen mit neuen Studienangeboten

"Die Einführung neuer Studiengänge mit den international anerkannten Abschlüssen Bachelor (B.A.) und Master (M.A.) ist für den Wissenschaftsstandort Deutschland von erheblicher Bedeutung", erklärte Wissenschaftsminister Klaus von Trotha beim "Tag der Lehre" am 24. Mai an der Universität Mannheim. An den Hochschulen im Südwesten gebe es inzwischen bereits 140 solcher zweistufigen Studiengänge, die ein sechssemestriges praxisorientiertes Studium mit dem BA-Abschluss und, darauf aufbauend, einen Master-Abschluss nach weiteren vier Semestern anbieten. Der Minister hob insbesondere die Studienangebote der Universitäten Karlsruhe und Mannheim hervor, welche die neue Studienstruktur als erste Hochschulen auch in den Geisteswissenschaften umgesetzt hätten. "Die Universität Mannheim hat mit der Entwicklung interdisziplinärer und praxisnaher Bachelor-Studiengänge sogar eine bundesweite Vorreiterrolle übernommen", so vonTrotha.

Von Trotha kündigte beim ersten "Tag der Lehre" der baden-württembergischen Universitäten eine Ausweitung des Förderprogrammes "Bündnis für Lehre" an. So wird das Tutorienprogramm von Ministerium und Universitäten bis 2004 mit insgesamt 38 Mio. DM ausgestattet. Mentoren sollen bereits ab dem kommenden Wintersemester Studienanfänger betreuen. Angelaufen ist auch ein neues Gastdozentenprogramm, das die Internationalisierung der Studienangebote voranbringen soll.


Neue Chancen für Studierende

Der Tag der Lehre steht im Rahmen des vor einem Jahr gestarteten Bündnisses für Lehre, mit dem das Ministerium die Qualität von Studium und Lehre spürbar steigern will. "Die neue Studienstruktur zweistufig aufgebauter B.A.- und M.A.-Studienangebote bietet große Chancen für die Hochschulen als Anbieter und für die Studierenden als Nachfrager", erklärte von Trotha. Damit könnten oft beklagte Defizite vieler Studiengänge behoben werden: Das Studium würde besser strukturiert, Studiendauer und Abbrecherquoten könnten gesenkt werden.

Das zweistufige Studienmodell solle nicht unmittelbar und zwangsweise auf alle Studiengänge angewendet werden. "Die Hochschulen sind aber aufgefordert zu prüfen, ob und in welchen Fächern sie das Modell nutzen. Sie können die neuen Studiengänge parallel zu den bestehenden anbieten oder diese versuchsweise ersetzen", sagte von Trotha. Er plädierte bei der Tagung in Mannheim dafür, dass sich die Universitäten jetzt auch vermehrt auf den grundständigen Bereich der Bachelorstudiengänge konzentrieren. Die Universitäten Mannheim und Karlsruhe bieten klassische Magisterfächer bereits jetzt als Bachelor-/Masterstudiengang an.

Gute Erfahrungen in Karlsruhe und Mannheim

Der Rektor der Universität Mannheim, Prof. Dr. Peter Frankenberg, sagte: "Wir machen mit den neuen Studienangeboten sehr gute Erfahrungen." Die neuen B.A.-Studiengänge böten eine interdisziplinäre und praxisnahe Ausbildung auf solider wissenschaftlicher Grundlage. In dem Mannheimer "Ein-Fach-Modell" belegen die Studierenden ein Kernfach, ein reduziertes Nebenfach sowie ein interdisziplinäres und ein praxisbezogenes Modul wie etwa Präsentationstechniken oder Medienpraxis. "Im Kernfach kann nun bereits mit dem BA-Abschluss das Niveau des traditionellen Magister- oder Lehramthauptfachs erreicht werden", so Frankenberg. Eine stärkere Internationalisierung des Studiums sei auch durch die Einführung eines europäischen Kreditpunktesystems erreicht worden. Dieses fachübergreifende System der Leistungserfassung erleichtere europaweit die Übertragung von Studienleistungen. Die Modularisierung ermögliche darüber hinaus neue Kombinationen von Studienanteilen unterschiedlicher Studiengänge.

Modularisierung des Studiums

Der Mannheimer Rektor begrüßte das von Bund und Ländern geförderte Verbundprojekt "Modularisierung in den Geistes- und Sozialwissenschaften", in dem Mannheim mit den Universitäten Bochum, Frankfurt a.M., Greifswald und Regensburg zusammen an der Einführung modularisierter Studiengänge arbeitet. An der Universität Mannheim wurden zum Wintersemester 1999/2000 acht Studiengänge mit dem Abschluss Bachelor of Arts (B.A.) angeboten. Die Einführung des Masterprogramms (M.A.) ist für das Jahr 2002 geplant, wenn der erste Jahrgang von Bachelorstudierenden seinen Abschluss erlangt.

Im ersten Jahr haben sich bereits über 50 Studierende in den Fächern Anglistik/Amerikanistik, Europäische Geschichte, Franko-Romanistik, Geographie, Germanistik, Gesellschaftsgeschichte der Neuzeit, Italianistik und Ostslavistik immatrikuliert. Frankenberg: "Durch die Definition von Studienmodulen, die in unterschiedlichen Studiengängen eingesetzt werden können, schaffen wir für die Studierenden die Möglichkeit zu einem flexiblen Studium, das eigene Vorstellungen berücksichtigt und gleichwohl nach internationalen Standards anerkannt ist."
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