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GMD-IPSI integriert reale und virtuelle Welt auf der EXPO 2000

08.06.2000 - (idw) Hessisches Telemedia Technologie Kompetenz-Center e.V.

Die Informationstechnik ist auch aus dem Büroalltag der
Zukunft nicht mehr wegzudenken. Aber sie wird für den
Anwender in den Hintergrund treten, damit sich dieser
auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren kann. Das
jedenfalls lassen Forschungsergebnisse des Darmstädter
Institut für Integrierte Publikations und Informations-
systeme (IPSI) der GMD vermuten.


Im Büro der Zukunft "verschwinden" die Computer "in" die Möbel "Der Computer wird künftig in Wänden und Büromöbeln wie
Tischen und Konferenzstühlen allgegenwärtig sein und doch
gleichzeitig immer unsichtbarer werden!" erklärt Dr. Norbert
Streitz seinen Besuchern. Und dabei ist der Wissenschaftler
am GMD - Forschungszentrum Informationstechnik in Darmstadt
beileibe kein Fantast: Vor drei Jahren hat er zusammen mit
seinem Team begonnen, das "Roomware"-Konzept zu entwickeln.
Damals hat er sich noch mit der Schreinerei der Darmstädter
Universität beholfen, um Informationstechnologie in Möbel
und Wände zu integrieren. Heute präsentiert er seine inter-
aktiven Möbel im Designerlook zusammen mit dem mittelstän-
dischen Möbelhersteller Wilkhahn (Bad Münder) als Teil
verschiedener EXPO 2000 Projekte.

Und die funktionieren so: Norbert Streitz steht vor einer
ca. 4,50 Meter breiten berührungsempfindlichen Wand, der
sogenannten DynaWall, und präsentiert die Aktivitäten seines
Forschungsbereichs "AMBIENTE - Arbeitswelten der Zukunft".
Ohne Maus oder Tastatur, nur mit einer Geste öffnet er auf
der interaktiven Fläche einen Gliederungspunkt als ein neues
Fenster und "wirft" es gezielt um ca. 2 Meter nach links, wo
es in der Mitte zum Stehen kommt. Dann schreibt er zur
Orientierung der Zuhörer mit dem Finger zusätzliche Bemer-
kungen an den Rand. "Bei anderen Systemen muß man erst
einmal vom Kommando- in den Schreibmodus wechseln. Bei
unserer Entwicklung erkennt das System, ob ich einen Text
schreibe oder ob es sich um eine Geste zum Ausführen eines
Kommandos handelt", hebt Streitz hervor.

Außerdem kommunizieren die Möbel untereinander: So kann sein
Mitarbeiter Thorsten Prante seine Bemerkungen mit einem
Stift auf einem berührungsempfindlichen Display machen, der
in seinen Konferenzstuhl, dem sogenannten Commchair, inte-
riert ist; diese Ergänzungen sind gleichzeitig an der Prä-
sentationswand sichtbar. Der "ConnecTable" ist ein Stehpult
und kann - genauso wie der CommChair mit der DynaWall - über
ein drahtloses Funknetzwerk mit anderen ConnecTables kommu-
nizieren: So können zwei Mitarbeiter in einem "Stehmeeting"
Dokumente austauschen, in dem sie ihre Stehpulte Kopf an
Kopf zueinander stellen und dann die digitalen Dokuments
oder Kopien davon genauso hinüber schieben, wie es mit
Papier möglich wäre. Gleichzeitig können sie auch an der-
selben Zeichnung arbeiten, haben aber jeweils die richtige
Perspektive. Und auch das Stehen an sich hat für Norbert

Streitz seinen Sinn:"Wir kommen damit den Forderungen der
Ergonomie und Arbeitsmedizin nach mehr Abwechslung zwischen
Sitzen und Stehen nach."

An die Redaktionen:
Weitere Informationen unter
http://www.darmstadt.gmd.de/ambiente/
http://www.roomware.de und
http://www.future-office.de/home.html.

Dort finden sich unter "Roomware" auch aktuelle Fotos,
von denen auch hochauflösende Versionen zur Verfügung
gestellt werden können.
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