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Das braucht die Wirtschaft: Dienstleistungsmanagement

13.06.2000 - (idw) FernUniversität in Hagen

Mit dem Douglas-Stiftungslehrstuhl für Dienstleistungsmanagement am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft wurde an der FernUniversität Hagen jetzt der erste Stiftungslehrstuhl eingerichtet. Prof. Dr. Sabine Fließ hielt zum Thema "Blueprinting - eine Methode zur Analyse und Gestaltung von Dienstleistungsprozessen" ihre Antrittsvorlesung.

Das braucht die Wirtschaft: Dienstleistungsmanagement

Antrittsvorlesung am Douglas-Stiftungslehrstuhl der FernUniversität

"Die FernUniversität hat heute allen Grund sich zu freuen." Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer verriet anlässlich der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Sabine Fließ am Freitag (9. Juni 2000) auch, warum: Der Douglas-Stiftungslehrstuhl für Dienstleistungsmanagement sei zum einen der erste Stiftungslehrstuhl an der FernUniversität seit ihrer Gründung vor 25 Jahren. Das seit diesem Semester hier von Prof. Fließ vertretene Lehrgebiet "Dienstleistungsmanagement" besetze zudem ein Themenfeld im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, das hochaktuell, aber in der universitären Ausbildung landläufig noch wenig verbreitet sei und somit große Entwicklungsmöglichkeiten beinhalte.

Mit Dankbarkeit für das "großartige und bis dahin beispiellose Engagement" erinnerte Prof. Hoyer daran, dass der Vorstandsvorsitzende der Freundesgesellschaft der FernUniversität Dr. Jörn Kreke sich 1997 angesichts der Überlast im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft spontan entschlossen habe, einen Lehrstuhl zugunsten dieses Fachbereichs zu stiften. Der Hagener Unternehmer und Vorstandsvorsitzende der Douglas Holding AG hat über den Zeitraum von fünf Jahren 1 Mio. DM bereitgestellt und den Lehrstuhl damit für den Stiftungszeitraum abgesichert. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, über den die Stiftung auf den Weg gebracht wurde und für den dieses die 100. Stiftungsprofessur ist, hat mit rund 10 Prozent zusätzlicher Mittel den Etat für die Ausstattung des Lehrstuhls aufgestockt. Die FernUniversität wird nach Ablauf der fünf Stiftungsjahre die Stiftungsprofessur durch Stellenumverteilung absichern.

Dr. Jörn Kreke sieht sich mit seinem Engagement für die FernUniversität Hagen und der Stiftung dieses Lehrstuhls in einer bewährten, allerdings amerikanischen Tradition. In den USA habe er als Student die für beide Seiten fruchtbare Kooperation von Wirtschaft und Hochschulen kennengelernt. Ohne großzügige Unterstützung aus der Wirtschaft und von privater Seite könnten dort die Hochschulen kaum existieren geschweige denn hervorragende Forschung betreiben. Public-private-partnership, so wünschte es sich Dr. Kreke, möge angesichts leerer öffentlicher Kassen auch in Deutschland weiter Fuß fassen und Nacheiferer finden. Der Hagener Unternehmer unterstrich, dass die thematische Widmung des von ihm gestifteten Lehrstuhls dem Wunsch entsprungen sei, ein Defizit auszugleichen, das der deutschen Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zunehmend zu schaffen machen werde: Der Dienstleistungssektor gewinne gegenüber dem Produktionssektor immer größere Bedeutung, habe jedoch mit einem eher schlechten Image und Defiziten in der Ausbildung von Führungskräften zu kämpfen. Hier neue Zukunftsperspektiven zu entwickeln und auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen, liege ihm sehr am Herzen.

Die erhoffte Initialzündung dieses Engagements hat für die FernUniversität bereits Wirkung gezeigt: An die Stiftungsprofessur gekoppelt war eine zusätzliche Professur für "Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Personalführung und Organisation" des Ministeriums, die inzwischen mit Prof. Dr. Weibler besetzt wurde. Für eine weitere Stiftungsprofessur der Sparkasse "Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Unter-nehmensgründung und Unternehmensnachfolge" erhielt jetzt Prof. Dr. Hering die Ernennungsurkunde. Alle drei Professorinnen und Professoren kommen mit den dazu-gehörigen Stellen dem stark überlasteten Fachbereich Wirtschaftswissenschaft zugute.

Mit einer Belastungsquote von jährlich 38 Diplomabsolventen pro Lehrstuhl sei der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der mit Abstand am stärksten belastete Wirtschaftsfachbereich in ganz Deutschland, machte der Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft, Prof. Dr. Michael Bitz, während der Pressekonferenz deutlich. Der an zweiter Stelle liegende weise eine Kennzahl von unter 30, etliche andere von unter 10 auf. Insofern trage der Stiftungslehrstuhl dazu bei, dass die Situation etwas entschärft werde. Die Konzentration des Douglas-Stiftungslehrstuhls auf den Dienst-leistungsbereich biete zugleich die Chance, das Fächerspektrum des Fachbereichs abzurunden und sein Profil zu schärfen. Die Verschiebung innerhalb der Wirtschaft vom Produktions- hin zum Dienstleistungssektor sei jetzt auch in Lehre und Forschung deutlicher als bisher nachzuvollziehen und solle in einem eigenen Schwerpunktfach münden.

Dienstleistungen sind ohne die Mitwirkung des Kunden nicht denkbar. In welcher Weise diese Einbindung gelingt, ist von vielen Faktoren abhängig und entscheidet über Erfolg und Misserfolg des Unternehmens. So sei denn die Gestaltung und Steuerung von Dienstleistungsunternehmen unter dem Aspekt der Kundenintegration das zentrale Thema im Dienstleistungsmanagement, umriss Prof. Fließ das Profil des neuen Lehrgebiets. In ihrer Antrittsvorlesung "Blueprinting - eine Methode zur Analyse und Gestaltung von Dienstleistungsprozessen" präsentierte die neue Lehrstuhlinhaberin ein innovatives Konzept, diese Dienstleistungsprozesse transparenter zu machen und Ansatzpunkte zur Steuerung aufzuspüren.

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