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Ausstieg beschlossen - jetzt muss der Einstieg in die alternative Energiepolitik konsequent ...

15.06.2000 - (idw) Öko-Institut e. V. - Institut für angewandte Ökologie

Presseerklärung
Freiburg/Berlin/Darmstadt, den 15. Juni 2000

Ausstieg beschlossen - jetzt muss der Einstieg in die alternative Energiepolitik konsequent forciert werden.

Grundsätzlich begrüßt das Öko-Institut die Einigung zwischen Bundesregierung und Energiewirtschaft. Durch die getroffenen Vereinbarungen zu einem beschleunigten Auslaufen der Atomkraftnutzung wird deren Risikopotential durch Unfälle und die anfallenden Atommüllmengen zumindest verringert. Vor allem aber wurde damit ein Thema vorerst abschließend geregelt, das energiepolitische Entscheidungs- und Gestaltungskapazitäten über lange Zeit blockiert hat.
Die Bundesregierung ist der Energiewirtschaft in Bezug auf die Laufzeiten stark entgegengekommen. Ein gemeinsames Gutachten von Öko-Institut und Wuppertal-Institut (Kernkraftwerksscharfe Analyse, als pdf-Datei zum download unter: www.bmu.de, Quickbar Stichwort "Atomkraft") für das Bundesumweltministerium hat gezeigt, dass sich die KKWs bereits innerhalb von 20 bis maximal 27 Jahren Laufzeit einschließlich eines angemessenen Gewinns amortisiert haben. Die nun vereinbarte Strommengenregelung anstelle einheitlicher Laufzeitbegrenzungen für alle KKWs stellt einen zusätzlichen wirtschaftlichen Vorteil für die Energie-wirtschaft dar, weil nun Stromkontingente von unrentableren älteren KKWs auf kostengünstigere jüngere KKWs umgeschichtet werden können, wodurch die Kosten der Stromerzeugung aus Kernkraft deutlich sinken.
Der Verzicht auf die Wiederaufarbeitung (WA) ab 2005 wird zur Reduktion der gravierenden Umweltbelastungen, die von den WA-Anlagen ausgehen, führen. Ein früherer Zeitpunkt wäre auch hier besser gewesen. Durch das zehnjährige Moratorium der Erkundung des Salzstocks in Gorleben wird die Möglichkeit eröffnet, eine objektive Suche nach einem geeigneteren Endlagerstandort durchzuführen. Entscheidend ist, dass es nach dem nun erzielten Konsens kein Sicherheitsdumping für die befristet weiterlaufenden Reaktoren geben darf. Eine wichtige Aufgabe der Atomaufsicht in Bund und Ländern muss die Sorge sein, dass die geltenden Sicherheitsstandards bis zur Stilllegung der KKW eingehalten werden und das neue Erkenntnisse in Fragen der Anlagensicherheit ebenfalls umgesetzt werden.
Damit den langfristigen Herausforderungen durch die weltweite Klimaerwärmung wirksam entgegnet werden kann, müssen sich Energie- und Umweltpolitik nun dringend auf den Einstieg in umwelt- und klimaverträgliche Alternativen zur Atomenergie konzentrieren. Dies bedeutet insbesondere die Forcierung der Energieeinsparung, die umfassende Flankierung der umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplung und anderer umweltfreundlicher Stromerzeugungstechnologien, die Gestaltung eines umweltverträglichen Mobilitätssektors sowie eine Weiterführung der Förderung regenerativer Energien.

Bei Rückfragen steht Ihnen Dr. Felix Matthes, Büro Berlin, Tel.: 030-280468-81, gerne zur Verfügung.
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