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FH-Rektoren tagten in Potsdam

12.10.2000 - (idw) Fachhochschule Potsdam

PRESSEERKLÄRUNG über die 14. Mitgliederversammlung der Mitgliedergruppe Fachhochschulen in der Hochschulrektorenkonferenz vom 8. - 10. Oktober 2000 an der FH Potsdam

Unter der Überschrift "Rolle der Fachhochschulen im deutschen Wissenschaftssystem" diskutierten die Rektorinnen und Rektoren bzw. Präsidentinnen und Präsidenten der in der HRK versammelten Fachhochschulen am 9. und 10. Oktober in Potsdam ausführlich über die sich aus den Thesen des Wissenschaftsrates zur künftigen Entwicklung des Wissenschaftssystems ergebenden Folgerungen für den weiteren qualitativen und quantitativen Ausbau ihrer Hochschulen.

Vor dem Hintergrund der zu erwartenden gesteigerten Nachfrage nach Arbeitskräften mit einem Hochschulabschluss muss der Anteil wissenschaftlich fundierter praxisorientierter Ausbildungs- und Qualifikationsprofile in den kommenden Jahren deutlich erhöht werden."Damit wächst insbesondere den Fachhochschulen eine umfassendere Verantwortung und ein größeres Gewicht im deutschen Wissenschaftssystem zu", so Prof. Dr. Erhard Mielenhausen, Sprecher der Mitgliedergruppe Fachhochschulen in der HRK.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Fachhochschulen stimmten darin überein, dass sich die einzelnen Hochschulen in der zunehmenden Dualität zwischen Wettbewerb und Kooperation künftig durch gezielte Profilbildung sowohl im regionalen wie im internationalen Bildungsmarkt positionieren müssen. Dabei sei das Verhältnis zwischen den traditionellen Universitäten und den Fachhochschulen - als Universities of Applied Sciences - nicht zuletzt angesichts der Einführung gestufter Studienabschlüsse zum Bachelor und Master neu zu definieren.

Wettbewerb setze allerdings Chancengleichheit voraus. Hinsichtlich der geplanten Dienstrechts- und Besoldungsreform forderten die Rektorinnen und Rektoren Bund und Länder deshalb nachdrücklich auf, die formale Trennung der Professorenämter nach Hochschultypen zu überwinden. Die künftige Vergütung müsse auf Basis eines für alle gleichen Ausgangsgehalts ausschließlich durch die in Lehre und Forschung erbrachten individuellen Leistungen bemessen und differenziert werden. Oder anders ausgedrückt: An die Stelle des kameralistischen Denkens in Ausgaben müsse ein Denken in Benefits aus Kosten-Leistungsvergleichen treten.

Der kürzlich von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Frau Bulmahn eingebrachte Vorschlag für die Einführung eines im Grundsatz gleichen Besoldungssystems an beiden Hochschularten sei ein ermutigender Schritt in die richtige Richtung. Die Besoldungsneuregelung müsse folgerichtig aber auch dafür sorgen, dass die Länder nicht durch die Hintertür über Budget- und Stellenzuweisungen diesen Ansatz unterlaufen und damit faktisch die Differenzierung nach Hochschularten fortschreiben können. Nur dann könne der von Wissenschaftsrat, Bund und Ländern sowie der Wirtschaft immer wieder geforderte deutliche Ausbau der Fachhochschulen tatsächlich realisiert werden. Anderenfalls drohe eine weitere Fehlsteuerung der Studierendenströme in die Langzeitstudiengänge der Universitäten mit allen negativen Folgen für das Gesamtsystem.
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