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Im Namen des Herzogs: Ausrollen! Die 28. Croy-Feier

12.10.2000 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Frohes Angedenken an die letzte Pommernprinzessin: die 28. Croy-Feier am 17. Oktober 2000

Alle zehn Jahre wieder - hört die Universität Greifswald auf den letzten Willen des Herzogs Ernst Bogislav v. Croy und gedenkt seiner "Fraw Muttern sehlig", Anna v. Croy, der letzten aus dem Haus der Pommernherzöge.

Anna v. Croy starb 1660; sie ist in der Schloßkirche von Stolp beigesetzt. Dort hielt die Universität 1663 ihre erste Gedenkfeier an sie ab - sie war offenbar hochverehrt. Annas unvermählten Sohn Ernst Bogislav v. Croy beeindruckte diese Universitätstreue dermaßen, daß er 1683, ein Jahr vor seinem Ableben, der Universität Greifswald ein Legat hinterließ und die Auflage, alle zehn Jahre ein "Gedächtniß" abzuhalten. Als Beigabe erhielt die Universität einen 1554 bis 1556 gewirkten Teppich (danach als Croy-Teppich bekannt), dazu das Hochzeitsmedaillon seiner Mutter und das "Daumenpittschaft" seines Onkels Bogislav XIV., jetzt Rektorkette und Rektorring.

Bis 1930 kam die Universität dem Wunsch des Verblichenen pünktlich nach; 1992 nahm sie die Tradition wieder auf. Am 17. Oktober 2000 feiert sie das Croy-Fest in einem akademischen Festakt zum 28. Mal. Dazu zeigt sie in der Aula, Domstraße11, auch ihren 4,46 mal 6,90 Meter großen Gobelin, auf dem zwanzig Mitglieder des sächsisch-ernestinischen Fürstenhauses und des pommernschen Herzoghauses lebensgroß gewirkt sind sowie die Reformatoren Martin Luther, Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen.

Die wertvolle Textilie wird der Öffentlichkeit gezeigt am 17. Oktober von 19 bis 21 Uhr, vom 18. bis zum 21. Oktober von 10 bis 12.30 Uhr, von 14 bis 16 Uhr und von 19 bis 21 Uhr. Am 22. Oktober ist die "Tapezerey" noch einmal von 10 bis 13 Uhr zu bestaunen.

Zum Croy-Fest haben wir mit Unterstützung der Sparkasse Vorpommern eine Silbermünze der Anna v. Croy schlagen lassen, die für gut 50 DM zu erwerben sein wird. Wir haben ein informatives Faltblatt drucken lassen, auf dessen Rückseite der Teppich abgebildet ist; ebenso ist der Teppich auf einem großen Plakat zu sehen und auf einer Postkartenserie. Alles recht edel.

Schließlich freuen wir uns, daß wir das posthume Erscheinen des in der DDR verhinderten Buches des Universitätsarchivars Horst-Diether Schroeder ankündigen können: "Der Croy-Teppich der Universität Greifswald und seine Geschichte". Der reich bebilderte Band, von den Universitätsarchivaren Dr. Dirk Alvermann und Barbara Peters ediert und ergänzt, kostet während der Croy-Feierlichkeiten 22 DM, danach erhöht sich der Preis auf 28 DM.

In dem Buch steht viel über die nicht immer ruhige Geschichte Pommerns. In ihm steht auch über die geheimnisvolle Atmosphäre der Croy-Feiern geschrieben. Vielleicht endet das nach dieser Feier; das nächste Mal wird der Teppich im Pommerschen Landesmuseum: dauer-ausgestellt.

Hereinspaziert! Eintritt frei. Herzlich willkommen!
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