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Klein in einer großen Welt

16.10.2000 - (idw) Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Am 21. Oktober findet ein Tagesseminar des Landesverbandes Sachsen-Anhalt für kleinwüchsige Menschen und ihre Familien e.V. in der Uni-Kinderklinik Magdeburg zum Thema: "Die Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen" statt.

Der durchschnittliche Mann in Deutschland ist 175 cm groß, bei Frauen sind es 167 cm. Aber rund 120 000 Bundesbürger erreichen als Erwachsene nur eine Größe zwischen 80 und 150 cm. Ursache dafür ist eine Störung des menschlichen Wachstums. Es gibt mehr als 400 verschiedene Formen des Kleinwuchses. "Etwa zehn Prozent aller Kleinwüchsigen kann durch die Behandlung mit künstlichen Wachstumshormonen geholfen werden, die Mehrzahl muss jedoch mit dieser körperlichen Behinderung leben", erklärt Privatdozent Dr. Klaus Mohnike, Oberarzt an der Universitätskinderklinik Magdeburg. Heilbar sei bislang nur eine Kleinwüchsigkeit, die Folge einer Drüsenschädigung ist. Unter den angeborenen Störungen ist die Achondroplasie besonders hervorzuheben. Bei dieser Skeletterkrankung führt eine Fehlentwicklung des Knochenknorpels zu Kleinwuchs. Obwohl verschiedenen Komplikationen an den Gelenken, der Wirbelsäule sowie Hörstörungen durch geeignete Maßnahmen vorzubeugen ist, ist eine ursächliche Behandlung zur Zeit nicht möglich.

Der 1988 gegründete Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien e.V. unterstützt vor allem Eltern und Ärzte in ihrem Bemühen um eine frühzeitige Diagnose der Wachstumsstörung mit entsprechender medizinischer, therapeutischer und pädagogischer Betreuung bis hin zur Integration in der Schule und im späteren Berufsleben. Vor allem unter dem häufig anzutreffenden Vorurteil, dass kleinwüchsige Menschen nicht ernst genommen und bis ins reife Erwachsenenalter hinein als Kinder angesehen und behandelt werden, haben viele Betroffene zu leiden. Deshalb setzt sich der Verband für eine Gleichbehandlung kleinwüchsiger Kinder ein, sich ihren Fähigkeiten entsprechend altersgemäß entwickeln zu können wie andere Kinder auch.

Vor fünf Jahren wurde in Sachsen-Anhalt ein regionaler Landesverband dieses Vereins ins Leben gerufen, der betroffene Familien und Interessierte am Sonnabend, dem 21. Oktober 2000, um 10 Uhr zu einem Tagesseminar zum Thema "Die Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen" in der Universitätskinderklinik Magdeburg in der Wiener Straße einlädt. Referentin ist Marian Giffhorn, eine Physiotherapeutin aus Wolfenbüttel, die sich sehr intensiv mit der Erarbeitung von Trainingsmethoden für Kleinwüchsige beschäftigt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Motorik und Sensorik von Kleinstkindern mit verkürzten Gliedmaßen bereits in den ersten Lebensmonaten so trainiert werden können, dass bestimmte Reflexe trotz dieser angeborenen Unbeholfenheit herausgebildet werden. Durch diese Anerziehung spezieller körperlicher Fähigkeiten wird auch die geistige Entwicklung der Kinder sehr positiv beeinflusst. In ihrem Vortrag am Sonnabend wird die erfahrende Physiotherapeutin entsprechende Trainings- und Lernprogramme vorstellen.

Weitere Auskünfte erteilt gern: PD Dr. Klaus Mohnike, Universitätskinderklinik Magdeburg, Tel. 0391/67 17090, e-mail: klaus.mohnike@medizin.uni-magdeburg.de
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