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Gentechnik für Lehrer

17.10.2000 - (idw) Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft

Neues Fortbildungsangebot des Forschungszentrums Karlsruhe mit lebhafter Nachfrage

Im Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt (FTU) des Forschungszentrums Karlsruhe werden am 17. und 18. Oktober 2000 erstmals Praktika für Lehrer zum Thema Gentechnik durchgeführt. Ein umweltanalytisch eingerichtetes Labor wurde zu diesem Zweck mit dem für gentechnische Arbeiten erforderlichen Sicherheitsstandard ausgerüstet. Das neue Angebot liegt im Trend: So empfiehlt das baden-württembergische Kultusministerium allen Lehrkräften im Fach Biologie an höheren Schulen eine gentechnische Fortbildung. Mit jeweils 16 Gymnasiallehrern aus dem Oberschulamtsbezirk Karlsruhe waren die ersten Gentechnik-Seminare des FTU rasch ausgebucht.

Technik und ihre Auswirkungen sind Gegenstand einer fortgesetzten öffentlichen Debatte - heute ganz besonders auch über Chancen und Risiken der Gentechnik. Öffentlich finanzierte Forschung ist unter anderem dazu verpflichtet, mit zuverlässigen Informationen den neuesten Stand von Wissenschaft und Technik zu vermitteln und so zu einer sachlich-fundierten Diskussion beizutragen. Aus diesem Grund bietet das Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt seit 1978 Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer und Schüler an. Das Kursangebot wird an die Schulen über die offiziellen Mitteilungen des Kultusministeriums herangetragen. Das bisherige Themenspektrum - das die Bereiche Energie, Klima, Abfallwirtschaft, Kerntechnik, Supraleitung und Mikrosystemtechnik umfasst - wird nun durch ein Angebot zur Gentechnik ergänzt.
Das neu konzipierte Praktikum behandelt alle gebräuchlichen gentechnischen Arbeitsschritte. Zum Beispiel werden ringförmige DNA-Moleküle, so genannte Plasmide, aus dem genetischen Material isoliert. Diese Plasmide dienen dazu, genetische Informationen in Wirtsorganismen einzuschleusen. Die entsprechenden Moleküle werden hierzu in einer Enzymreaktion verbunden. Eine weitere Technik ist das Ausschneiden bestimmter Gensequenzen aus dem isolierten genetischen Material. Zuletzt lernen die Praktikumsteilnehmer, die verwendeten genetischen Bauteile in ihren Einzelbestandteilen zu entschlüsseln und zu dokumentieren.
Die gentechnischen Praktika für Lehrer - die in ähnlicher Form demnächst auch für Schüler angeboten werden - sind eine konsequente Ergänzung des bereits bestehenden Fortbildungsangebots am Forschungszentrum Karlsruhe. Das FTU bietet seit 1997 für die Industrie, die öffentliche Verwaltung und die Wissenschaft eine Ausbildung zum "Beauftragten in biologischer Sicherheit" an, wie er für die Durchführung derartiger Praktika herangezogen wird. Darüber hinaus wurden vor zwei Jahren Fortbildungen zum Thema "gentechnisch veränderte Lebensmittel" in das Programm des FTU aufgenommen.
Das gesamte Fortbildungsprogramm des Fortbildungszentrums für Technik und Umwelt erhalten Sie auf Anfrage unter Tel. (0 72 47) 82 48 00 oder im Internet unter http://fortbildung.fzk.de.
Justus Hartlieb 14. Oktober 2000

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