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Phyletisches Museum Jena: Biene in Bernstein

18.10.2000 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Jena. (18.10.00) Eine Sonderausstellung mit Bernsteinfossilien wird an diesem Donnerstag Abend, dem 20. Oktober, um 19 Uhr im Phyletischen Museum der Universität Jena eröffnet. Die Exponate der beiden Sammlungen Kobbert (Münster) und Schönborn (Jena) stammen erdgeschichtlich aus der Kreidezeit und dem Tertiär, also aus einer Zeit zwischen 120 und zwei Millionen Jahren vor heute; sie gelten vor allem für Naturfreunde als Preziosen, weil sie einen subtilen Blick in die prähistorische Tier- und Pflanzenwelt eröffnen.

Ganze Insekten und Spinnen, aber auch Haare, Pflanzenteile, Algen und Bakterien sind in das fossile Baumharz eingeschlossen und so - als Laune der Natur - für die Nachwelt konserviert worden. Insgesamt zeigt die Ausstellung 53 Bernsteinstücke mit solchen Einschlüssen, 21 davon müssen unter dem Mikroskop betrachtet werden. Dazu kommen 15 weitere Bernsteine unterschiedlicher Herkunft, die durch ihr reiches Farbenspiel von knochenweiß über honiggelb bis rubinrot faszinieren, und 44 Makrofotos mit bis zu 200facher Vergrößerung.

Die Sammlung von Prof. Max Kobbert, der Designtheorie an der Fachhochschule Münster lehrt, konzentriert sich auf die Tertiärzeit und beinhaltet bis zu 18 cm große Stücke, die teils aus dem europäischen Baltikum, teils aus Afrika (Madagaskar), Süd- und Mittelamerika (Mexiko, Kolumbien) sowie aus Nah- und Fernost (Jordanien, Jemen, China) stammen. Viele von ihnen zeigen mit bloßem Auge erkennbare Tiereinschlüsse mit Bienen, Spinnen, Schrecken, Asseln, Fliegen und Schmetterlingen.

Einmal an einem Harztröpfchen festgeklebt, gab es für diese Tiere kein Entrinnen mehr. Erhalten blieben sie über Äonen hinweg aber nur, weil das fossile Harz sie vollständig umgab. Die Bernsteinsäure verdrängte die Wasserbestandteile aus den Tierkörpern, und der Luftabschluss verhinderte die Verwesung. In ihrer äußeren Gestalt zumeist völlig intakt, hat sich die biochemische Konsistenz der eingeschlossenen Tiere also so verändert, dass etwa nennenswerte Bestandteile aus der Erbsubstanz - Stoff für Science-fiction-Filme wie "Jurassic Parc" - nicht nachweisbar sind. Max Kobbert wird zur Eröffnung der Ausstellung im Phyletischen Museum persönlich anwesend sein.

Die Sammlung Schönborn öffnet ein Fenster in die noch weiter zurück liegende Erdgeschichte, die Kreidezeit. Hier gibt es Einschlüsse von Kleinstlebewesen wie Wimperntierchen und Wurzelfüßern , Algen, Pilzen und Bakterien, die der Besucher unter dem Mikroskop oder auf vergrößerten Fotografien betrachten kann. Die rund 100 Millionen Jahre alten Stücke stammen aus Schliersee/ Oberbayern und werden in einem DFG-Projekt im Institut für Ökologie der Universität Jena wissenschaftlich erforscht.

Die Sonderausstellung "Bernsteinfossilien" im Phyletischen Museum der Universität Jena hat bis zum 20 Januar täglich von 9.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

Friedrich-Schiller-Universität
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Wolfgang Hirsch
Fürstengraben 1
07743 Jena
Tel.: 03641/931031
Fax: 03641/931032
E-Mail: roe@uni-jena.de
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