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Wieder ein Asteroid nach MPAE-Mitarbeiter benannt

27.10.2000 - (idw) Max-Planck-Institut für Aeronomie


Dr. Andreas Nathues
Auf diesem Himmelsfoto wurde der Asteroid entdeckt. Am 13. Oktober 2000 erhielt der Asteroid (Kleinplanet) mit der vorläufigen Bezeichnung 1997 QV3 durch Veröffentlichung im "Minor Planet Circular" offiziell den Namen

(10210) Nathues.

Die Freude ist groß im Max-Planck-Institut für Aeronomie (MPAE) in Katlenburg-Lindau. Dr. Andreas Nathues, nach dem der Asteroid benannt wurde, ist bereits der vierte MPAE-Mitarbeiter, dessen Arbeit auf diese Weise geehrt wurde. Der Asteroid (5097) Axford erhielt seinen Namen nach Prof. Sir Ian Axford, Direktor am MPAE seit 1974, der Asteroid (5938) Keller nach Dr. habil. Horst Uwe Keller, Mitglied der Planetenforschungsgruppe des MPAE, und der Asteroid (7279) Hagfors nach Prof. Dr. Tor Hagfors, 1992 - 1998 Direktor am MPAE.

(10210) Nathues umrundet die Sonne in ca. 3,89 Jahren; sein sonnennächster Punkt (Perihel) liegt bei 2,24 AE, sein sonnenfernster Punkt (Aphel) bei 2,48 AE (1 AE = 1 Astronomische Einheit (mitttlerer Abstand Sonne - Erde) = 149.597.870 km). Wie die meisten Asteroiden bewegt sich also auch dieser Himmelskörper im sogenannten Asteroidengürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter. Die absolute Helligkeit liegt bei 14,40.

Der Asteroid war am 30. August 1997 durch das automatische Suchsystem ODAS im Sternbild Widder entdeckt und von einer deutsch-französischen Arbeitsgruppe bei der Auswertung der Aufnahmen identifiziert worden. ODAS (OCA-DLR Asteroid Survey) war ein unter der Leitung von Dr. Gerhard Hahn, Berlin, stehendes, in Südfrankreich stationiertes Gemeinschaftsprojekt von OCA (Observatoire de la Côte d'Azur in Nice/Frankreich) und DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Insitut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung in Berlin-Adlershof). Das System arbeitete von Oktober 1996 bis April 1999 und entdeckte in dieser Zeit ca. 2000 neue Asteroiden, davon 5, die die Bahn der Erde kreuzen.

Der aus Westfalen stammende Andreas Nathues studierte an der Universität Münster Geophysik und promovierte 2000 an der Freien Universität Berlin mit der Arbeit "Studie der Eunomia Asteroidenfamilie mittels Spektroskopie". Er ist einer der Entdecker des Kometen P/1997 T3 und Gründungsmitglied des gemeinnützigen Vereins Spaceguard Foundation e.V., der sich das Ziel gesetzt hat, die Erforschung des erdnahen Weltraums zur Entdeckung, Beobachtung und Vermessung von erdnahen Asteroiden und Kometen zu unterstützen. Am MPAE in Katlenburg-Lindau arbeitet er seit November 1999 im Projektmanagement des Instuments SIR (SMART-1 Near IR Spectrometer), das bei einer künftigen Mond-Mission eingesetzt werden soll.

Weitere Auskünfte: Dr. Andreas Nathues, Telefon 05556 / 979 433, E-Mail nathues@linmpi.mpg.de.
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