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Unternehmensstrategie 2001-2003

27.10.2000 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft legte schriftlich eine umfassende Unternehmensstrategie für die nächsten drei Jahre vor. Dieses Papier dient der Kommunikation mit Mitarbeitern, Kunden und Zuwendungsgebern über die Perspektiven der Fraunhofer-Gesellschaft. Es beschreibt sowohl die Entwicklung des Technologie-Portfolios wie die Maßnahmen zur Qualitätssteigerung und Leistungsverbesserung.

"Die aus heutiger Sicht beschriebenen Umsetzungsziele werden jedoch nicht als unveränderlicher Plan verstanden, sondern fortgeschrieben und an sich verändernde Rahmenbedingungen angepasst", betont Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Warnecke, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft: "Wir müssen unsere Stärke - die Lern- und Anpassungsfähigkeit - bewahren."

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat innerhalb der deutschen Forschungslandschaft ein Alleinstellungsmerkmal: die eindeutige Marktorientierung. Über 60 Prozent eigene Erträge im Bereich Vertragsforschung und eine stetig wachsende Zahl von Ausgründungen belegen die intensive Wirkung am Markt.

Die Fraunhofer-Gesellschaft baut ihre Kapazitäten marktentsprechend auf allen Forschungsfeldern, mit unterschiedlichen Wachstumsraten, aus. Signifikante zusätzliche Kapazitäten werden in den Bereichen Biotechnologie, Mobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) geschaffen.

Biotechnologie: Der Ausbau der Biotechnologie ist ein strategisches Ziel der Fraunhofer-Gesellschaft, weil von den Biowissenschaften in Zukunft besonders weitreichende Innovationen mit einem wachsenden Markt ausgehen werden. Schwerpunkte sind neben der Pflanzenbiotechnologie das Screening, die Entwicklung und toxikologische Untersuchung neuer Wirkstoffe, die Entwicklung von Zellsystemen zu Testzwecken oder zum Organersatz. Für die Entwicklung von Biochips vereinigt die Fraunhofer-Gesellschaft wie niemand anders alle unterschiedlichen Technologiefelder wie Chipentwicklung, optische Messtechnik, Sensorik, Biotechnik und die Integration in Mikrosysteme. Die biomedizinische Kompetenz wird ausgebaut und in Richtung Molekulare Bioanalytik, Bioelektronik, Biohybride Systeme erweitert.

Mobilität: Mobilität ist ein Grundbedürfnis der Bürger und Verkehr ein Wirtschafts- und Standortfaktor ersten Ranges. Mit dem E-Business entwickelt sich ein völlig neues Modell für die Abwicklung von Geschäftsbeziehungen zwischen den Teilnehmern der Wirtschaft bis hin zum Endverbraucher. Die Lösung der wachsenden Verkehrsprobleme wird in den kommenden Jahrzehnten zu einem Schlüssel der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Das weltweite Anschwellen der Warenströme wie des Individualverkehrs verlangt nach neuen Konzepten für Verkehrsträger und Verkehrssysteme. Diese Aufgaben greift die Fraunhofer-Gesellschaft in unterschiedlichen Forschungsbereichen wie IuK, Produktionstechnik, Mikroelektronik, Sensorik und Materialforschung auf, um eine große Bandbreite von Fahrzeug und Fahrweg bis hin zu Verkehr und Mobilität abdecken zu können. An Fraunhofer-Instituten werden vor allem die Kernkompetenzen der Verkehrslogistik in Dortmund und des Verkehrsmanagements in Dresden ausgebaut.

Informations- und Kommunikationstechnik: Uneingeschränkte mobile Kommunikation und globale Vernetzung sind die Anforderungen der zukünftigen Gesellschaft. Leistungsfähigere Prozessoren und Speichermedien sowie breitbandige Übertragungskapazitäten werden eine neue Qualität der Kommunikation ermöglichen.

Um diese Entwicklung mit zu gestalten und im globalen Wettbewerb bestehen zu können, baut die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Kapazitäten erheblich aus - sowohl an den bestehenden Instituten als auch durch die Integration der GMD-Institute. Dabei geht es nicht nur um den Bereich IuK mit dem Schwerpunkt bei der Software und dem Bereich Mikroelektronik, den Schwerpunkt bei Hardwarekomponenten, sondern auch um prozessnahe Gebiete wie die Produktion. Die Integration der GMD-Institute verstärkt bestehende Kompetenzfelder durch komplementäre Aspekte und erschließt neue Themen. In der Summe entsteht so die größte Forschungskapazität für IuK in Europa.

Wegen der zunehmenden Bedeutung von unternehmensweitem Lernen und Wissensvermittlung verstärken die Fraunhofer-Institute ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der Unternehmenskommunikation und des Wissensmanagements. Durch die multimediale Aufbereitung von Wissen soll der Wissenstransfer in die Wirtschaft gefördert und langfristig ein neues Geschäftsfeld Weiterbildung etabliert werden.

Strategien zur Steigerung von Leistung und Qualität

Einheitliche, vernetzte Strategieplanung: Mit neuen Instrumenten wird der Prozess der Planung der Kompetenz- und Geschäftsfelder in den Fraunhofer-Instituten systematisiert und harmonisiert. Der Strategieplan wird in regelmäßigen Abständen in einem Technologie-Audit von externen internationalen Experten bewertet. Dies ist die Basis für Zielvereinbarungen mit dem Vorstand, der daraus eine Gesamtstrategie entwickelt.

Sicherung der Vorlaufforschung: Zur Stabilisierung und Weiterentwicklung einer leistungs- und marktorientierten Forschungsgesellschaft strebt der Vorstand einen ausgewogenen Finanzierungsmix von Grundfinanzierung, öffentlicher Projektförderung und Wirtschaftserträgen von 40:20:40 an. Die Steigerung der Wirtschaftserträge auf vierzig Prozent ist nur unter der Voraussetzung erreichbar, dass leistungs- und marktgerechte Vergütungsstrukturen eingeführt werden.

Mitarbeiter führen und motivieren: Nach Abschluss einer Pilotphase an zwei Instituten und der Zentrale hat der Vorstand beschlossen, in der gesamten Fraunhofer-Gesellschaft eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen, um deren Zufriedenheit und das Führungsverhalten der Vorgesetzten zu ermitteln. Dies ist allerdings nur der erste Schritt. Danach werden Maßnahmen vereinbart und umgesetzt.

Wettbewerbs- und leistungsgerechte Vergütung: Das C-Besoldungssystem für Hochschullehrer und der für den öffentlichen Dienst entwickelte Bundesangestelltentarif BAT sind für die Fraunhofer-Gesellschaft nicht geeignet, weil sie die aus der marktorientierten und wirtschaftsähnlichen Tätigkeit resultierenden Anforderungen nicht berücksichtigen. Die Fraunhofer-Gesellschaft strebt daher ein Entgelt-system mit leistungsabhängigen Komponenten an, um auf ein wettbewerbsfähiges Vergütungsniveau zu kommen.

Internationale Zusammenarbeit: Die Fraunhofer-Gesellschaft wird ihr starkes Engagement in der internationalen Zusammenarbeit kontinuierlich ausbauen. Für alle Prioritätsregionen, Europa, USA und Asien werden Wachstumsraten von jährlich fünf Prozent angestrebt. Im Vordergrund steht derzeit das Ziel, den europäischen Wissenschafts- und Forschungsraum stärker mitzugestalten.

"Die Unternehmensstrategie ist entstanden durch einen Fraunhofer-internen Dialog" fasst Präsident Warnecke zusammen. "Sie basiert einerseits auf den Einzelplanungen der Fraunhofer-Institute, andererseits auf den Veränderungen der volkswirtschaftlichen und forschungspolitischen Rahmenbedingungen, denen sich die Fraunhofer-Gesellschaft als Ganzes stellen muss."

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