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Erstmals in Deutschland: Leibniz-Gemeinschaft entwickelt umfassendes Qualitätsmanagement

02.11.2000 - (idw) Leibniz-Gemeinschaft

Dresden. Wie bleibt Forschung auf Dauer exzellent und effizient? Diese Frage nimmt auf der fünften Jahrestagung der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz vom 1. bis 3.11.2000 breiten Raum ein. Wie Frank Pobell erläutert, strebt die Leibniz-Gemeinschaft ein umfassendes Qualitätsmanagement-System für die Forschung an.

"Das System ruht auf den drei Standbeinen Evaluierung, Kosten-/Leistungsrechnung und Programmbudgets", erklärt der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft.

Seit 1995 haben Evaluierungskommissionen des Wissenschaftsrates alle Leibniz-Institute besucht und die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit bewertet. Mehr als 90 Prozent der Institute wussten mit ihrer Arbeit auch im internationalen Vergleich zu überzeugen. Das Verfahren steht unmittelbar vor dem Abschluss. Pobell: "Der Wissenschaftsrat will die Aufgabe dann abgeben. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft steht bereit, sie zu übernehmen." Es gehöre zum Selbstverständnis der Leibniz-Institute, sich regelmäßig einer unabhängigen Kontrolle zu stellen. Entscheidungen über Mittelkürzungen, Umstrukturierungen oder Institutsschließungen treffe wie bisher die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung, zukünftig auf Empfehlung des Senats. Positive Evaluationsergebnisse müssten aber, so Pobell, anders als bisher künftig auch zu Mittelsteigerungen für die guten Institute führen: "Sonst macht das Verfahren keinen Sinn. Es können nicht nur die Schlechten bestraft, es müssen auch die Guten belohnt werden."

Kosten-/Leistungsrechnung (KLR) bildet das betriebswirtschaftliche Standbein des Qualitätsmanagements. In vier vom Bundesfinanzministerium geförderten Pilotprojekten hat die Leibniz-Gemeinschaft nachweisen können, dass KLR nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in Forschungseinrichtungen sinnvoll und nutzbringend angewendet werden kann. KLR sorgt für Kostentransparenz, liefert Steuerungsinformationen für forschungsstrategische Entscheidungen der Institutsleitungen und ermöglicht eine effiziente Mittelbewirtschaftung in öffentlich geförderten Forschungseinrichtungen. Pobell: "Wir werden dieses Instrument in den kommenden zwei Jahren individuell angepasst in allen Leibniz-Einrichtungen einführen."
Programmbudgets komplettieren den Werkzeugkasten des Qualitätsmanagements. Sie helfen bei der Ressourcenplanung für die Arbeitsschwerpunkte der Institute und unterstützen Institutsleitungen, Aufsichtsgremien und Zuwendungsgeber bei ihren Entscheidungen.

"Die erstmalige Schaffung eines integrierten, umfassenden Systems für öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen zur kontinuierlichen Überwachung der Qualität der Forschung und eines effizienten Mitteleinssatzes ist eine einzigartige Leistung der Leibniz-Gemeinschaft", kommentiert Frank Pobell.

Zur Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. gehören 78 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Das Spektrum der Leibniz-Institute ist breit und reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften und Museen mit angeschlossener Forschungsabteilung. Die Institute arbeiten nachfrageorientiert und interdisziplinär. Sie sind von überregionaler Bedeutung, betreiben Vorhaben im gesamtstaatlichen Interesse und werden deshalb von Bund und Ländern gemeinsam gefördert. Näheres unter: http://www.wgl.de.

Weitere Informationen:

Dr. Frank Stäudner
Tel. 0351/260-3320
Fax. 0351/260-2700
E-Mail: f.staeudner@fz-rossendorf.de


WGL-Geschäftsstelle, Ahrstraße 45, 53175 Bonn, Tel.: 0228/30815-0,
Fax: 0228/30815-55, Email: wgl@wgl.de
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