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Jura-Studium: erfolgreich ohne Rep

17.11.2000 - (idw) Universität Augsburg

Jura-Studiendekan Lorenz hat nichts gegen Repetitoren, aber er will den Studierenden Wege zeigen, auf denen sie überflüssig werden:

Nachdem schon Bismarck sich selbst in seinen Memoiren als das "mittelmäßige Produkt eines Berliner Repetitors" bezeichnet habe, denke er nicht daran, den Repetitor abzuschaffen - "das wäre ein Kampf gegen sehr alte Windmühlen. Aber ich will mir auch nicht vorwerfen lassen, daß ich dafür verantwortlich bin, wenn ein Student zum Repetitor geht", meint Prof. Dr. Stephan Lorenz, der Studiendekan der Augsburger Jura-Fakultät, und veranstaltet deshalb am Dienstag, dem 21. November 2000, gemeinsam mit der Fachschaft Jura zum wiederholten Mal und unverdrossen eine Informationsveranstaltung "Erfolgreiches Studium - erfolgreiches Examen - ohne Rep?". Und da sich an dieser Veranstaltung (Beginn: 18.00 Uhr in Raum 2001 des Jura-Fakultätsgebäudes, Universitätsstraße 18) neben ihm, seinem Kollegen Prof. Dr. Johannes Masing und Ministerialdirigent Schöbel, dem Leiter des Landesjustizprüfungsamtes (LJPA) erstmals auch ein Vertreter des wohl größten bundesweiten Jura-Repetitoriums Alpmann/Schmidt beteiligt, verspricht Lorenz sich und denen, die kommen, "eine interessante, weil kontroverse" Diskussion.

Den Juristischen Fakultäten wird immer wieder vorgeworfen, ihre Ausbildung sei so schlecht, dass sie ihre Studierenden zum kommerziellen Repetitor treiben würden, wo diese dann für viel Geld das lernen, was ihnen die Universität angeblich nicht biete. In der Tat besuchen auch die meisten Augsburger Jurastudenten in der Endphase ihres Studiums einen solchen Repetitor. Dies, so Lorenz, sei "aber - zumindest in der Regel - nicht Defiziten des universitären Lehrangebots zuzuschreiben, sondern vielmehr dem eigenen Studienverhalten der Studierenden insbesondere während der Anfangs- und Mittelphase des Studiums."

... SETZT FREILICH VORAUS, DASS DAS ANGEBOT AUCH WAHRGENOMMEN WIRD.

An der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg sind trotzdem laufend Überlegungen im Gange, wie das Lehrangebot zur unmittelbaren Examensvorbereitung, aber auch zur Wiederholung des Stoffes in der Mittelphase verbessert werden kann. So wird den Studierenden vom ersten Semester an ein geschlossenes Studienprogramm angeboten, anhand dessen das Studium bei eigenverantwortlicher und kontinuierlicher Mitarbeit innerhalb der Regelstudienzeit sinnvoll und erfolgreich abgeschlossen werden kann, ohne dass die Inanspruchnahme des kommerziellen Repetitors nötig wäre. "Dies setzt freilich voraus, dass dieses Lehrangebot von den Studierenden auch tatsächlich kontinuierlich und eigenverantwortlich in Anspruch genommen wird", meint Lorenz, denn: "Es kann nicht Aufgabe der Fakultät sein, im Rahmen eines Jahreskurses den gesamten prüfungsrelevanten Stoff nach Art von Repetitorien erstmalig für Studentinnen und Studenten zu vermitteln, die ihrerseits - aus welchen Gründen auch immer - das kontinuierliche Lehrangebot über ihr Studium hinweg nicht mit der erforderlichen Intensität wahrgenommen haben. Mit anderen Worten: Ich will den Repetitor nicht abschaffen, aber ich will mir auch nicht vorwerfen lassen, dass ich dafür verantwortlich bin, wenn ein Student zum Repetitor geht."

WEGWEISER ZUM "REPETITORFREIEN" EXAMENSERFOLG

Deshalb betrachtet Lorenz es als eine wichtige flankierende Aufgabe der Fakultät und insbesondere des Studiendekans, den Studierenden den Weg zu einem erfolgreichen "repetitorfreien" Examen, den die Fakultät anbietet, möglichst frühzeitig bewusst zu machen und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Aus diesem Grund veranstaltet er regelmäßig die Informationsveranstaltung "Erfolgreiches Studium - erfolgreiches Examen - ohne Rep?". Dort berichten Professoren, Assistenten und Studenten über den sinnvollen und erfolgreichen Aufbau des Studiums und der Leiter des Landesjustizprüfungsamtes gibt aus erster Hand authentisch Auskunft über Anforderungen und Ablauf des Examens. Das es uns dieses Mal gelungen ist, auch einen Repetitor mit in die Veranstaltung zu bekommen - und das in Gestalt eines Vertreters des wohl größten bundesweiten Jura-Repetitoriums, Alpmann/Schmidt - , wird aus der interessanten Informationsveranstaltung zugleich eine lebhafte und kontroverse Diskussionsveranstaltung machen", vermutet Lorenz.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:

Prof. Dr. Stephan Lorenz, Studiendekan der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg, 86135 Augsburg, Telefon 0821/598-4531, Fax 0821/598-4532 e-mail: stephan.lorenz@jura.uni-augsburg.de, http://www.lrz.de/~Lorenz

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