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11. Würzburger Symposium: "Welt ohne Krieg?"

20.11.2000 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Krieg - wie kann er vermieden werden? Mit diesem Thema befassen sich Philosophen, Politologen, Historiker, Pädagogen, Theologen und Verhaltensforscher der Universität Würzburg und weiterer Hochschulen sowie Rüstungstechnologen und Militärs beim 11. Würzburger Symposium.

Diese öffentliche Veranstaltung der Universität Würzburg und des Ernst Klett-Verlags Stuttgart findet am Donnerstag und Freitag, 23. und 24. November, mit dem Thema "Welt ohne Krieg?" in der Neubaukirche in Würzburg statt. Der Eintritt ist frei.

Universitätspräsident Prof. Dr. Theodor Berchem und Herbert Lies vom Klett-Verlag stellten das Symposium am Montag bei einem Pressegespräch in der Universität am Sanderring zusammen mit zwei Referenten vor: Zum einen war dies Generalleutnant Manfred Eisele aus Veitshöchheim (Landkreis Würzburg), ein Experte für internationales Krisenmanagement. Eisele, Jahrgang 1938, war unter anderem von 1994 bis 1998 Beigeordneter Generalsekretär der Vereinten Nationen für Planung und Unterstützung/Hauptabteilung für friedenserhaltende Maßnahmen. Zum anderen war es der Pädagoge Prof. Dr. Winfried Böhm von der Universität Würzburg, der beim Symposium einen Vortrag zum Thema "Der Krieg als Erzieher. Die Verherrlichung des Krieges durch die Pädagogik" halten wird.

Beim Symposium stehen hoch aktuelle Beiträge wie "Die Vereinten Nationen und das internationale Krisenmanagement" (Manfred Eisele) neben klassischen Themen, darunter zum Beispiel: "Stadtstaat und Krieg in der Antike", "Wirtschaftliche Ursachen von Kriegen" und "Lokale Kriegsherren in Afrika". Das Phänomen Krieg soll aktuell und historisierend, aus verhaltenswissenschaftlicher oder theologischer Perspektive diskutiert werden.

Die Würzburger Symposien greifen jeweils zentrale Themen der Gegenwart auf, die nicht mehr allein Gegenstand von Einzelwissenschaften sein können, sondern einer interdisziplinären Behandlung bedürfen. Sie sind ein Versuch, die Isolierung der Fachdisziplinen zu überwinden sowie Geistes- und Naturwissenschaftler zusammenzuführen. Die Symposien sind nicht als Forum für Spezialisten, sondern für ein möglichst breites Publikum konzipiert. Diesem werden nicht nur neue Erkenntnisse vorgestellt; ihm soll auch die aktive Teilnahme an den Gesprächen ermöglicht werden.

Die Würzburger Symposien finden seit 1983 im Rahmen des Studium Generale in enger Zusammenarbeit mit dem Verleger Dr. Michael Klett statt. Welche Motive führten zu diesem gemeinsamen Unternehmen? Dazu Prof. Berchem: "Der Grundgedanke zu diesem Symposium sah, lange bevor der Begriff Interdisziplinarität im Hochschulbereich die Gazetten füllte, die fächerübergreifende Darstellung und Diskussion von Fragen vor, die der einzelne Wissenschaftler in seinem Fachgebiet nicht alleine anzugehen, geschweige denn zu lösen vermag."

Zur Eröffnung am Donnerstag, 23. November, um 9.00 Uhr, sprechen Prof. Berchem und Michael Klett Grußworte. Am selben Tag findet um 18.30 Uhr ein Konzert in der Neubaukirche statt: Ann-Sophie Klett (Gesang), Anne Isenberg (Flügel) und andere Mitwirkende bringen "Lieder vom Soldaten" zu Gehör.

Das Programm am Donnerstag, 23. November

9.00 Uhr: Eröffnung, Prof. Dr. Theodor Berchem, Begrüßung, Michael Klett
9.30 Uhr: "Der Krieg als Erzieher. Die Verherrlichung des Krieges durch die Pädagogik", Winfried Böhm, Würzburg
10.00 Uhr: "Über die Unvermeidlichkeit des Krieges", Dietmar Willoweit, Würzburg
10.30 Uhr: Diskussion, moderiert von Birgitta Fuchs, Würzburg
11.00 Uhr: Pause
11.30 Uhr: "Zur Philosophie des Krieges. Logos und Polemos", Antje Kapust, Bochum
12.00 Uhr: "Kriegs-Bilder in der deutschen Literatur vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert", Horst Brunner, Würzburg
12.30 Uhr: Diskussion, moderiert von Birgitta Fuchs, Würzburg
14.30 Uhr: "Stadtstaat und Krieg in der Antike", Dieter Timpe, Würzburg
15.00 Uhr: "Alltag und Krieg in Würzburg an der Schwelle zur Neuzeit", Rolf Sprandel, Würzburg
15.30 Uhr: Diskussion, moderiert von Birgitta Fuchs, Würzburg
16.00 Uhr: Pause
16.30 Uhr: "Phänomenologie des Krieges in der Neuzeit", Andreas Gestrich, Trier
17.00 Uhr: "Wirtschaftliche Ursachen von Kriegen", Hans H. Glismann, Kiel
17.30 Uhr: Diskussion, moderiert von Birgitta Fuchs, Würzburg
18.30 Uhr: "Lieder vom Soldaten", Konzert mit Ann-Sophie Klett (Gesang), Anne Isenberg (Flügel) und anderen

Das Programm am Freitag, 24. November

9.00 Uhr: "Konflikt und Kooperation aus Sicht der evolutionären Spieltheorie", Peter Hammerstein, Berlin
9.45 Uhr: "Kooperation und Konkurrenz im Tierreich", Barbara König, Zürich
10.15 Uhr: Pause
10.30 Uhr: "Bellizistische Motive in kulturvergleichender Sicht", Erwin Orywal, Köln
11.00 Uhr: "Lokale Kriegsherren - Überlegungen zur Entstehung von gewaltoffenen Räumen im präkolonialen und postkolonialen Afrika", Michael Bollig, Köln
11.30 Uhr: Diskussion, moderiert von Jürgen Tautz, Würzburg
12.00 Uhr: Pause
12.15 Uhr: "Die Idee des ewigen Friedens und die Lehre vom gerechten Krieg - Einheit oder Gegensätze", Gerhard Beestermöller, Barsbüttel

12.45 Uhr: Diskussion, moderiert von Jürgen Tautz, Würzburg
14.30 Uhr: "Die Vereinten Nationen und das internationale Krisenmanagement", Manfred Eisele
15.00 Uhr: "Nicht-letale Wirkmittel - eine zukünftige Option zur schonenden Konfliktbefriedung", Klaus-Dieter Thiel, Peter Eyerer, Pfinztal
15.30 Uhr: Diskussion, moderiert von Waltraud Harth-Peter, Würzburg
16.00 Uhr: Pause
16.15 Uhr: "Erziehung zum Frieden", Walter Eykmann, Würzburg
16.45 Uhr: "Die Frage nach dem Weltstaat - philosophische Perspektiven", Walter Schweidler, Bochum
17.15 Uhr: Diskussion, moderiert von Waltraud Harth-Peter, Würzburg
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