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Informatiker der Universität Mannheim gewinnen Innovationspreis des Bundesforschungsministeriums

29.11.2000 - (idw) Universität Mannheim

Wissenschaftler entwickeln kostengünstiges Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung von Röntgenbildern / 350.000 DM Fördergeld für regionales Kooperationsprojekt

Zwei Informatiker der Universität Mannheim, Privatdozent Dr. Jürgen Hesser und Prof. Dr. Reinhard Männer, Inhaber des Lehrstuhls für Informatik V, sind die diesjährigen Gewinner des "Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die beiden Wissenschaftler wurden heute auf dem MEDICA Kongress in Düsseldorf ausgezeichnet. Sie erhalten damit rund 350.000 DM für die Entwicklung einer PC-Karte, die mit weit geringerem Aufwand als bisher die dreidimensionale Darstellung von Röntgenaufnahmen ermöglicht.

Eine räumliche Darstellung war bisher nur mit einem sehr teuren Computer-Tomographen möglich. Durch das neu entwickelte Verfahren sollen nun auch "normale" Röntgengeräte den dreidimensionalen Blick in den Körper freigeben. Ein Forscherteam aus Mannheim, Heidelberg und Forchheim kann nun mit Hilfe der im Innovationswettbewerb vergebenen Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung diesen Plan in den kommenden drei Jahren in die Realität umsetzen.

Ob Beinbruch oder Tumorknoten: Röntgengeräte und Tomographen sind unersetzbare Hilfsmittel für die moderne Medizin. Vielfach werden heute komplizierte Operationen mit Hilfe von dreidimensionalen Bildern im Vorfeld minutiös geplant und geprobt. Oft sind auch während der laufenden Operation Kontrollaufnahmen nötig, um den Erfolg des Eingriffs zu prüfen. Allerdings kann der Patient nicht vom OP-Tisch einfach in einen Tomographen geschoben werden. Hier sind mobile Röntgengeräte im Einsatz die allerdings keine dreidimensionalen Bilder liefern.

Das soll sich in Zukunft ändern: Forscher der Universität Mannheim in Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und der Siemens AG, Forchheim möchten auch "normalen" Röntgengeräten eine 3D-Brille verpassen. Damit das dreidimensionale Bild dem behandelnden Arzt vor allem während einer Operation sofort zur Verfügung steht, sind sehr aufwendige Rechenprozesse nötig. Ein normaler PC ist damit zurzeit noch überfordert. Spezial-Computer, die diese Aufgabe bewältigen könnten, sind hingegen sehr teuer.

Die Forscher planen deshalb, mit Hilfe einer preisgünstigen PC-Einsteckkarte jeden beliebigen Rechner so aufzurüsten, dass er den neuen Aufgaben gewachsen ist. Der Trick dabei: Das Herzstück der PC-Karte ist ein Hochleistungs-Chips, dessen Hardware mit einem ausgefuchsten Computerprogramm zu einem Spezialprozessor konfiguriert wird. So kann auch ein normaler PC die an ihn gestellten Aufgaben so schnell abarbeiten wie ein Spezial-Computer. Das neue Rekonstruktionsverfahren ist mit geringeren Strahlenbelastungen für den Patienten und das Operationsteam verbunden und zudem werden auch Kosten gesenkt.

Weitere Informationen:

Dr. Jürgen Hesser
Institut für Computerunterstützte Medizin der
Universitäten Mannheim und
Heidelberg (ICM),

Lehrstuhl für Informatik V
Tel.: (0621) 181 2635
Fax: (0621) 181 2634
E-Mail: jhesser@rumms.uni-mannheim.de

Prof. Dr. Männer
Lehrstuhl für Informatik V/ICM
Tel.: (0621) 181 2642
Fax: (0621) 181 2634
E-Mail: maenner@ti.uni-mannheim.de
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