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Bericht des Fachdialogs "Beschaeftigungspotenziale im Bereich Bio- und Gentechnologie" im Buendnis f

30.11.2000 - (idw) Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Catenhusen: "Bio- und Gentechnologie bieten beste Perspektiven fuer hochqualifizierte Arbeitsplaetze"
Der Parlamentarische Staatssekretaer im BMBF, Wolf-Michael Catenhusen, hat am heutigen Donnerstag in Berlin den Abschlussbericht zum "Fachdialog Biotech-nologie" im Buendnis fuer Arbeit vorgelegt. Gewerkschaften, Arbeitgeber, BMBF und Experten nehmen in dem Bericht eine gemeinsame Einschaetzung der kommer-ziellen Perspektiven und Arbeitsplatzpotenziale der Bio- und Gentechnologie in Deutschland vor und legen Empfehlungen fuer eine bessere Ausnutzung der Beschaeftigungschancen in der Bio- und Gentechnologie vor.

Nach Einschaetzung des Fachdialogs steht das wirtschaftliche Potenzial der Biotechnologie erst am Anfang seiner Entwicklung. Deutschland hatte 1999 700 Biotechnologie-Unternehmen. 40 % davon gelten als Kern-Biotechnologie-Unternehmen. Je nach Definition arbeiteten in den kleinen deutschen Biotech-Unternehmen 1999 25.000 - 40.000 Mitarbeiter, hinzu kommen 40.000 - 50.000 Mitarbeiter bei Zulieferern und Dienstleistern. Zu diesen insgesamt 65.000 - 90.000 Kernarbeitsplaetzen kommen ca. 220.000 industrielle Arbeitsplaetze vor allem in der pharmazeutischen, in der chemischen Industrie, aber auch in Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung und im Umweltbereich, die indirekt vom biotechnologischen Know-how abhaengen.

Amerikanische Erfahrungen geben Anlass zur Hoffnung, dass sich die Zahl der Arbeitplaetze in den Kern-Biotech-Unternehmen unter guenstigen Bedingungen innerhalb von 7 - 10 Jahren verfuenffachen wird, die Zahl der indirekt betroffenen Arbeitsplaetze von 220.000 auf ueber 500.000 anwachsen wird.
"Wir koennen die Beschaeftigung und den Beschaeftigungswachstum in dieser Branche nur sichern, wenn es uns gelingt, dass die Dynamik von Unternehmens-neugruendungen in Deutschland anhaelt und junge Unternehmen in dauerhafte Wachstumsprozesse uebergehen", sagte Catenhusen.

Der Bericht hebt hervor, dass aktuell ausreichend Kapital zur Verfuegung stehe, der Finanzierungsbedarf, aber vor allem in der Pharmasparte stark wachsen werde. Bezueglich Zulassungs- und Genehmigungsverfahren sei die Situation mit der anderer europaeischer Laender vergleichbar. Die Genehmigungspraxis habe sich gerade in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Catenhusen betonte, dass fuer anhaltende Innovationen im Bereich der Bio- und Gentechnologie in den naechsten Jahren eine wachsende Zahl geeigneter Fach-kraefte benoetigt werde. Aus diesem Grunde sei eine Reihe von bildungspolitischen Empfehlungen vom Fachdialog Biotechnologie abgegeben worden. Dazu zaehle die Erweiterung und Internationalisierung der Hochschulausbildung in den Natur-wissenschaften. Studiengaenge mit unterschiedlichen Spezialisierungsgraden wie zum Beispiel Biomedizin und Bioinformatik muessen ausgebaut und disziplin-uebergreifend kombiniert werden, um das Berufsfeld Biotechnologie schnell zu entwickeln. Verstaerkt werden muessen Studienangebote fuer Management und die Vermittlung betriebswirtschaftlicher Kompetenz fuer kuenftige Unternehmens-gruenderinnen und Unternehmensgruender. Darueber hinaus sind zusaetzlich Anstren-gungen im Bereich der Lehreraus- und -fortbildung und zur Attraktivitaetssteigerung der Vermittlung biotechnologischer Kenntnisse im Schulunterricht notwendig.

Die Mitglieder des Fachdialogs Biotechnologie sind sich darin einig, dass steuer-liche Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle fuer die Verstetigung der Wachs-dynamik in der Biotech-Industrie spielen. Investitionen haben hier langfristigen Charakter und sind mit einem hohen Risiko verbunden. Die Firmen tragen deshalb hohe Verlustvortraege in ihren Bilanzen. Gleichzeitig benoetigen Biotech-Unter-nehmen hochqualifiziertes, weltweit umworbenes Personal, sie weisen aber nur eine begrenzte Liquiditaet auf. Hier ist das Fehlen einer steuerlichen Foerderung von Aktienoptionsplaenen besonders problematisch. Die Diskussionsteilnehmer empfehlen deshalb die Pruefung von Modellen unternehmensspezifischer Rahmen-bedingungen fuer die Vergabe von Stock Options, um eine mit konkurrierenden Biotech-Branchen in den USA, Kanada, Grossbritannien und Frankreich vergleich-bare Behandlung von Aktienoptionen zu verwirklichen. Die Buendnispartner verein-barten in ihrem Bericht auch verstaerkte Anstrengungen im gesellschaftlichen Diskurs ueber ethische Fragen der modernen Biomedizin, Sicherheitsfragen und Verbrauchernutzen bei gentechnisch erzeugter Nahrung.

Der Fachdialog zum Buendnis fuer Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfaehigkeit hat im Juni 1999 seine Arbeit aufgenommen, ihm gehoeren Unternehmerinnen und Unternehmer junger Biotechnologiefirmen, der pharmazeutischen Industrie, Innovationsforscher, Fachleute fuer Unternehmensfinanzierung, Patentrecht, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Gewerkschaften und Wirtschaftsverbaenden.

Das Gremium legt in seinem Abschlussbericht Branchendaten vor, die eine Beurteilung des derzeitigen Zustandes in den unterschiedlich beteiligten Industrie-zweigen vom Pharmabereich ueber die Saatgut und Lebensmittelindustrie bis hin zum Biotechnologiebereich ermoeglichen.

Der Abschlussbericht des Fachdialogs ist ueber das Referat Oeffentlichkeitsarbeit beim BMBF Bonn, Heinemannstrasse 2, zu beziehen.

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