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Wissenschaft beobachtet sich selbst

30.11.2000 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Neue "Göttinger Universitätsgespräche zur Nachhaltigen Entwicklung"

(pug) Das neu gegründete Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung der Universität Göttingen (IZNE) setzt die Göttinger Universitätsgespräche zur Nachhaltigen Entwicklung fort. Ziel dieser Gesprächsreihe ist eine kritische Reflexion der eigenen wissenschaftlichen Praxis und die Entwicklung von Möglichkeiten für neue Sichtweisen in den Wissenschaften. Dazu wird in intensiver, methodisch vielfältiger Atmosphäre ein fakultätsübergreifender Dialog geführt.

Am Dienstag, 05.12.2000, 18.15-22.00 Uhr, Raum Oec Ü 8, wird Prof. Dr. Wolf Rosenbaum Thesen zum Thema "Nachhaltigkeit in sozialwissenschaftlichen Ansätzen - Zum Verhältnis von Natur- und Sozialwissenschaften in Fragen der Ökologie" vorstellen, die eine Diskussion ermöglichen sollen. Dieser Veranstaltung kommt vor dem Hintergrund der gescheiterten Weltklimakonferenz eine besondere Bedeutung zu. Es wird um die Frage gehen, ob der Streit um Grenzwerte und die exakten Folgen der Klimaveränderung nicht an der eigentlichen Frage vorbeigeht. Nachhaltigkeit sollte als ein gesellschaftlicher wertgeleiteter Suchprozeß begriffen werden, in dem die Wissenschaften ihre Bedeutung neu definieren müssen. Sie sind nicht diejenigen, die Antworten geben, sondern höchstens Diskussionsbeiträge liefern können.
Dienstag, 12.12.2000, 18.15-22.00 Uhr, Raum Oec Ü 8, stellen Dr. Reinhard Fuhr und Martina Gremmler-Fuhr Thesen zum Thema "Paradigmenwechsel für humanwissenschaftliche Forschung? Wunschdenken und realistische Möglichkeiten." vor. Bei diesem Gespräch wird es um die Frage gehen, was Forscher an sich selbst verändern müssen, um Probleme ganzheitlich betrachten zu können. In der Forschung wird die eigene Person - mit ihren Vorannahmen und Vorlieben - tendenziell immer weniger zum Thema gemacht und so eine scheinbare Objektivität hergestellt, die alles andere als ganzheitlich anzusehen ist.
Die Göttinger Universitätsgespräche zur Nachhaltigen Entwicklung wollen keine Antworten für eine neue Wissenschaft geben, sondern sie wollen Fragen aufwerfen, die auch kontrovers beantwortet werden können. Die zurückliegenden ersten beiden Gesprächen der Reihe "Selbstorganisation, Chaos, Komplexität - ein neues Paradigma in Natur- und Gesellschaftswissenschaft" und "Was tun wir, wenn wir wissenschaftlich arbeiten? - Probleme der Objektivität" standen sich beispielsweise in der Art von These und Anti-These gegenüber. Während im ersten Gespräch der Fokus auf der Unentdeckbarkeit von Wahrheit lag, ging es im zweiten um die Möglichkeit, dennoch Objektivität herzustellen.

Weitere Informationen:
Jens Geumann, 0551/9969304
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