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Dreizehnter Vortrag der Erich-Regener-Vortragsreihe: Jesuiten und Naturwissenschaften heute

30.11.2000 - (idw) Max-Planck-Institut für Aeronomie

Zum dreizehnten "Erich-Regener-Vortrag" lädt das Max-Planck-Institut für Aeronomie (MPAE) in Katlenburg-Lindau alle interessierten Hörer in seinen Hörsaal ein (Ortsteil Lindau, Max-Planck-Straße 2). Am Donnerstag, dem 7. Dezember 2000, um 19.00 Uhr, wird Herr Prof. Dr. Otto Schärpf S.J. einen ca. einstündigen Vortrag über das Thema "Jesuiten und Naturwissenschaften heute" halten. Prof. Schärpf trat 1948 in den Jesuitenorden ein. Er studierte zunächst Philosophie an der Philosophischen Hochschule der Jesuiten in Pullach bei München, dann von 1956 bis 1960 Theologie in Innsbruck und schließlich von 1960 bis 1967 Physik und Mathematik in München. In München promovierte er im Fach Physik. 1977 habilitierte er sich an der TU Braunschweig, 1982 wurde er dort zum außerplanmäßigen Professor ernannt. In Braunschweig, Grenoble und München beschäftigte er sich mit Magnetismus, Elektronenoptik und Neutronenphysik.

Prof. Schärpf geht in seinem Vortrag von einer Skizze zur Erklärung der Sonnenflecken in dem Buch "Rosa Ursina sive Sol" (1630) des Jesuitenpaters Christoph Scheiner (1575 - 1650) aus und schlägt einen Bogen zu modernen Fragestellungen der Physik. Er führt u. a. den Komplex der Energieerzeugung in der Sonne sowie das immer noch nicht restlos geklärte Sonnenneutrino-Problem an. Am Beispiel der Physik zeigt er auf, wie die Jesuiten im Laufe der Geschichte an den zu ihrer Zeit aktuellen wissenschaftlichen Fragen gearbeitet haben.

Erich Regener (http://www.physik.uni-stuttgart.de/Allgemein/geschichte/regener.html) (1881 - 1955), dessen Namen die Vortragsreihe trägt, war Physikprofessor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und an der Technischen Hochschule Stuttgart. Seit 1938 leitete er in Friedrichshafen am Bodensee die "Forschungsstelle für Physik der Stratosphäre in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft". Aus der Forschungsstelle entstand 1952 in Weissenau bei Ravensburg ein Max-Planck-Institut, das nach Regeners Tod nach Südniedersachsen verlagert wurde und eine der beiden Wurzeln des heutigen MPAE bildet. Regeners Interessen galten insbesondere der Kosmischen Strahlung und dem Ozon der Stratosphäre. Seit 1942 entwickelte er zur Erforschung der hohen Atmosphäre erstmals eine wissenschaftliche Nutzlast für eine Rakete, die zwar noch in Peenemünde in die Spitze einer A4-(V2-)Rakete eingebaut, in den Wirren des endenden Krieges aber nicht mehr gestartet wurde.
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